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Donnerstag 30.03.2017 08:42:54
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Digitalisierung wird die Logistik grundlegend verändern

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Laut einer repräsentativen Bitkom-Umfrage wird sich bereits in zehn Jahren die Logistik nach Ansicht einer großen Mehrheit jener Unternehmen, die heute Logistik einsetzen, völlig verändern.
Abb.: Bitkom.
Die aufwändige Inventur im Lager, der Gabelstapler, der Paletten hin und her fährt, und der Lkw, der die Bestellung zum Händler bringt, könnten schon bald Auslaufmodelle sein. Bereits in zehn Jahren wird sich die Logistik nach Ansicht einer großen Mehrheit jener Unternehmen, die heute Logistik einsetzen, völlig verändern. Drei Viertel (75 Prozent) dieser Unternehmen erwarten, dass Datenbrillen weit verbreitet sein werden und die Beschäftigten in der Logistik unterstützen, etwa mit eingeblendeten Zusatzinformationen. Zwei Drittel (65 Prozent) glauben, dass selbstlernende Systeme viele Aufgaben in der Logistik übernehmen werden, etwa die Planung der besten Route oder das Auslösen von Bestellvorgängen. 6 von 10 (58 Prozent) rechnen damit, dass autonome Drohnen die Inventur des Lagerbestands durchführen werden. Ähnlich viele (57 Prozent) gehen davon aus, dass die Waren mit autonomen Fahrzeugen transportiert werden, 4 von 10 (42 Prozent) sind der Meinung, dass Drohnen und Lieferroboter die Produkte sogar bis zum Kunden bringen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 508 Unternehmen mit Logistikprozessen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Die Logistik ist bereits heute einer der digitalsten Unternehmensbereiche“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Aber mit Drohnen, autonomen Systemen und Artificial Intelligence steht der Logistik nicht nur eine Optimierung von Geschäftsprozessen bevor, sondern eine echte Revolution.“

Drei Viertel der Unternehmen (74 Prozent) sehen aktuell die Digitalisierung als große Herausforderung für die Logistik. Nur hohe Treibstoff- und Energiepreise werden häufiger genannt (85 Prozent). Andere Themen wie die Rekrutierung von qualifizierten Mitarbeitern (70 Prozent), hohe Mautgebühren (69 Prozent) oder die Personalkosten (59 Prozent) werden deutlich seltener erwähnt. Dabei sehen die Unternehmen die Digitalisierung als solche als Herausforderung, nicht die Kosten der Digitalisierung – diese werden nur von 15 Prozent der Unternehmen genannt. Rohleder: „Die Unternehmen scheuen nicht vor Investitionen in die Digitalisierung zurück, aber ihnen fehlt offensichtlich das Know-how, um die Digitale Transformation aktiv gestalten zu können

Aktiv im Einsatz
Eine große Mehrheit der Unternehmen setzt bereits heute digitale Technologien in der Logistik ein. 84 Prozent der Befragten nutzen spezielle Lösungen, 6 Prozent planen konkret den Einsatz und weitere 6 Prozent können es sich vorstellen. Besonders häufig kommen fahrerlose Staplersysteme zum Einsatz (19 Prozent) bzw. sind in Planung (26 Prozent). Ebenfalls weit verbreitet sind smarte Container (Einsatz: 20 Prozent, Planung: 15 Prozent) bzw. Lagerroboter (Einsatz: 16 Prozent, Planung: 9 Prozent). Datenbrillen für die Mitarbeiter nutzen 8 Prozent der Unternehmen, 14 Prozent planen den Einsatz. Intelligente Handschuhe zur Unterstützung der Mitarbeiter kommen dagegen bislang nicht zum Einsatz, nur 3 Prozent der Unternehmen bereiten die Nutzung vor. Dagegen haben 9 Prozent der Unternehmen zumindest einzelne 3D-Drucker im Einsatz, weitere 5 Prozent planen dies. Sehr selten werden bislang autonome Fahrzeuge (Einsatz: 2 Prozent, Planung: 4 Prozent), selbstlernende Maschinen (Einsatz: 2 Prozent, Planung 2 Prozent) und Drohnen (Einsatz: 0 Prozent, Planung: 2 Prozent) in die Logistikprozesse einbezogen. „Wenn man die Zukunftsszenarien, von denen die Unternehmen überzeugt sind, mit dem heutigen Einsatz und den konkreten Planungen vergleicht, dann ist das ein Warnsignal. Wer damit rechnet, dass Zukunftstechnologien wie Drohnen, selbstlernende Systeme oder Datenbrillen bereits in zehn Jahren die Logistik bestimmen werden, der muss dafür heute die Weichen stellen und mit den Lösungen zumindest experimentieren“, so Rohleder.

E-Invoicing auf Platz eins
Auch bei den digitalen Anwendungen sind vor allem Standardlösungen weit verbreitet, etwa elektronische Rechnungen (Einsatz: 72 Prozent, Planung: 15 Prozent) und Warehouse Management Systeme (Einsatz: 69 Prozent, Planung: 10 Prozent). Cloud-Computing setzen 35 Prozent der Unternehmen in der Logistik ein, 25 Prozent planen es. Big-Data-Anwendungen nutzen erst 19 Prozent, aber 26 Prozent bereiten den Einsatz vor. Dagegen sind neue Anwendungen noch kaum verbreitet: Nur 6 Prozent nutzen Lösungen zur vorausschauenden Wartung, lediglich 6 Prozent planen dies. Selbstlernende Software wird in 5 Prozent der Unternehmen in der Logistik eingesetzt, 6 Prozent sind in der Planungsphase. Und gerade einmal 2 Prozent nutzen Blockchain-Technologie, weitere 3 Prozent bereiten sich darauf vor. Rohleder: „Unternehmen, die heute auf Artificial Intelligence oder Blockchain setzen, können einen deutlichen Vorteil gegenüber den Wettbewerbern bekommen. Es muss darum gehen, das entsprechende Know-how ins eigene Unternehmen zu bekommen und dort zu halten.“

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