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Die Branche räumt auf
Zur Übernahme der DMS Expo durch die Messe Stuttgart
BIT-Blitzumfrage zur neuen Messekontellation

BIT: Wie beurteilen Sie die Zusammenlegung von IT & Business mit den Themenschwerpunkten IT-Infrastruktur, ERP, PPS, BI, CRM und der DMS Expo mit den Themenschwerpunkten ECM und Output-Management?

Bernhard Zöller, Geschäftsführer der Management- und Technologieberatung Zöller & Partner: Eigentlich positiv: Auch die CeBIT deckt ja einen breiten Rahmen hat und dort hat sich die Halle 3 auch zu einem DMS-Treffpunkt entwickelt. Fachmesse in der Messe sozusagen. So würde ich das auch in Stuttgart sehen und hoffe, dass es sich auch so entwickelt.


Peter Fischer, Product Solution Manager und zuständig für die SharePoint-Plattform bei Microsoft: Wir halten die Zusammenlegung aus unserer Hersteller-Sicht für gut. Wir waren vor der Wahl, entweder die IT & Business oder die DMS Expo Köln zu unterstützen. Nun bietet sich eine Konsolidierung an. Ob die Besucher der gleichen Meinung sind, wird sich im Oktober zeigen. Wir sind uns sicher, dass die Terminierung dadurch sowohl für Hersteller als auch Besucher eine bessere Wahl als Dezember darstellt.


Martin Wanka, Marketingleiter bei dem ECM-Hersteller COI: Die Zusammenlegung kommt uns sehr entgegen. Zum einen wird dadurch eine Bündelung erreicht, was letztlich dazu führt, dass auf der IT & Business in Stuttgart und der dort stattfindenden DMS Expo mehr Besucher sein werden. Damit kann dem Trend teilweise sehr rückläufiger Besucherzahlen bei Fachmessen konkret entgegen gewirkt werden. Zum anderen bietet dies den Herstellern und Dienstleistern die Möglichkeit, zusätzlich zur Plattform CeBIT in Norddeutschland nun Süddeutschland und die angrenzenden Länder, wie z. B. Schweiz und Österreich zu adressieren. Durch die Termine CeBIT im Frühjahr und IT & Business im Herbst ist auch die zeitliche Verteilung optimal.


Henning Emmrich, Marketingleiter bei dem ECM-Hersteller Saperion: Ich empfinde es als sehr positiv, dass DMS bzw. ECM zusammen mit Themen wie BI, ERP, CRM etc. ausstellt. Dieser Schritt war aus Besuchersicht überfällig.


Dr. Ulrich Kampffmeyer, Geschäftsführer Project Consult: ECM ist immer Integrationsthema gewesen, d.h. ECM führt andere Softwarebereiche zusammen. Die Aufgabe von ECM ist dabei, nicht nur unstrukturierte Inhalte, sondern auch die Geschäftsprozesse, inhaltliche Erschließung und Archivierung für ERP, CRM, PDM und Output-Management zur Verfügung zu stellen.


Andreas Nowottka, Vorstand Easy Software AG, Vorstandsvorsitzender des Verbandes VOI: Mit der Zusammenlegung der IT & Business und DMS Expo verfügt die Stuttgarter Messe über ein extrem breites Spektrum in nur einer Veranstaltung und erreicht somit ein sehr breites Publikum. Damit könnte die IT & Business die Nachfolge der Systems antreten. Für die zweite Jahreshälfte und den süddeutschen Raum ist die neue Messe somit gleichermaßen attraktiv für Aussteller und Interessenten. Für viele IT-Aussteller konzentriert sich zudem die Messepräsenz ab jetzt auf zwei Fokusmessen im Jahr.


Karl Heinz Mosbach, Geschäftsführer ELO Digital Office: Die eigenständige DMS-Expo als Fachmesse gleichzeitig mit einer IT-Mittelstandsmesse stattfinden zu lassen ist ein spannendes Thema. Da sich beide Messen um die Problematik Businesslösungen dreht wird für den Besucher ein hochinteressantes Spektrum an Know-how zur Geschäftsprozessoptimierung geboten. In welchen Maße beide Messen voneinander profitieren und die Besucher dies annehmen wird man aber erst danach bewerten können.


Dr. Michael Duhme, Pressesprecher Windream GmbH: Die Windream GmbH steht Neuerungen generell aufgeschlossen gegenüber. Von daher knüpfen wir an diese überraschende, aber konsequente Entscheidung auch gewisse Erwartungen. Eine Bereicherung des Themenspektrums klingt auf jeden Fall interessant und spiegelt auch die Wirklichkeit der IT in der digitalen Arbeitswelt gut wider.


BIT: Wie bewerten Sie den Standortwechsel der DMS Expo von Köln nach Stuttgart?

Bernhard Zöller: Als Verbesserung der bisherigen Situation: eine starke Messe mit großer ECM-Präsenz im ersten Halbjahr in Norddeutschland (CeBIT), eine zweite in Süddeutschland im Herbst. Perfekt!


Peter Fischer: Köln war ein eingeführter Standort. Stuttgart muss sich (in der ECM Branche) erst beweisen. Dennoch denke ich, daß durch die Zusammenführung die Attraktivität der Veranstaltung die Besucher ziehen wird.


Martin Wanka: Grundsätzlich hat die Kölnmesse als Gastgeber sehr gute Arbeit geleistet. Die Messe Köln ist gut erreichbar, zentral gelegen und der Standort Köln sehr attraktiv. Dennoch ist Köln für uns zur Ansprache der süddeutschen, schweizer und österreichischen Interessenten nicht ideal gewesen. Hier bietet Stuttgart eine zentrale und überaus ansprechende Alternative.


Henning Emmrich: Stuttgart ist ein besserer, weil südlicher, Gegenpol zur CeBIT in Hannover. Ein echtes Engagement für Aussteller und Besucher der Koelnmesse konnte ich zu keiner Zeit spüren. Daher kann es nur besser werden.


Dr. Ulrich Kampffmeyer: Die DMS Expo kehrt nach einem Jahrzehnt und Umwegen über Essen und Köln wieder an ihren Geburtsort Stuttgart zurück. Ob dieser Umzug von Anbietern und Anwendern angenommen wird, muss sich noch zeigen. Auf jeden Fall ist deutlich geworden, dass es der Kölnmesse allein nicht gelungen ist, der DMS Expo neues Leben einzuhauchen. Dabei hätte es andere Chancen wie eine Zusammenlegung mit der Orgatec oder der DM Exco gegeben. Stuttgart wird aber von der DMS Expo profitieren und damit ihre neue Position als IT-Messe im Süden ausbauen.


Andreas Nowottka: Generell kann die Zusammenlegung der beiden Messen auch der DMS Expo gut tun und ECM-Ausstellern verhelfen, auch die Interessenten zu erreichen, die nicht eine ECM-Fachmesse besuchen würden. Natürlich wünschen wir uns, dass die Synergieeffekte beide Veranstaltungen beleben. Andererseits kann aber auch genau das zum Problem werden, weil es damit praktisch keine echte DMS/ECM-Fachmesse mehr gibt. Dafür muss sich das ECM-Thema ab jetzt gegen große Konkurrenzthemen in einem engen Zeitkorridor behaupten. Darüber hinaus wandert eine in Köln sehr zentral gelegene Messe in die Region Süddeutschland.


Karl Heinz Mosbach: Prinzipiell ist es sicherlich nicht schlecht zu der führenden IT-Messe CeBIT im Norden, auch im Süden eine entsprechende IT-Messepräsenz in der zweiten Jahreshälfte zu haben. Zudem Stuttgart über eines der modernsten Messegelände mit hervorragenden Verkehrsanbindungen verfügt. Nur die Kurzfristigkeit ist alles andere als begrüßenswert, da Sie alle Beteiligten unter enormen Handlungsdruck versetzt die Dinge neu zu ordnen.


Dr. Michael Duhme: Mit dem Standort Köln sind aus den letzten beiden Jahren vor allem die Terminverschiebungen in Verbindung zu bringen. Das hat der Marke „DMS Expo“ am Standort Köln nicht gut getan. Von daher sehen wir in der parallelen Veranstaltung mit einem hoffentlich starken Messe-Doppel im Süden der Republik eine Festigung unserer Branchenmesse.



BIT: Sehen Sie in der neuen Messekonstellation speziell für Ihr Unternehmen als potentieller Aussteller eher Vorteile oder eher Nachteile?

Dr. Michael Dume: Wir sehen darin eher Vorteile. Nicht zuletzt die Auftritte auf der CeBIT zeigen, dass es große Synergien zwischen den Themenbereichen gibt. Gerade die Bereiche ECM und ERP in direkter Verbindung mit Input/Output-Management und Storage-Systemen stellen ein wichtiges IT-Anwendungsgebiet für jede Firma dar, die mit strukturierten und unstrukturierten Informationen umgeht.



BIT: Sollte die DMS Expo als eigenständige Marke erhalten bleiben oder könnte sie ohne Nachteil in der IT & Business aufgehen?

Bernhard Zöller: Die Branche braucht eine Leitmesse als Marktplatz und als Gestaltungsplattform für den gesamten Markt. Da die Marke „DMS Expo“ einen griffigen Wert hat, sollte sie erhalten bleiben. Sie ist das Etikett, mit dem man den Branchenauftritt identifiziert.


Peter Fischer: Schwer zu bewerten. Daß die DMS Expo ohne ein neues Konzept nur schwer hätte überleben könne, war im letzten Jahr zu sehen. Dies betrifft vor allem die Einseitigkeit des Themas. Denn der Markt hat sich weiter entwickelt und ist breiter geworden. Welches Branding längerfristig optimal ist, sollten Branding-Experten bewerten


Martin Wanka: Die DMS Expo ist eine Fachmesse, die gezielt ECM-Themen anspricht und seit vielen Jahren einen guten Namen hat. Aus diesem Grund sollte sie als eigenständige Marke erhalten bleiben. In Kombination mit der IT & Business bereichert sie auf jeden Fall die Messe Stuttgart und schafft zugleich einen Mehrwert für die bisher angebotenen Themen der IT & Business. Dies stellt eine Win-win-Situation für beide Seiten dar.


Henning Emmrich: DMS Expo hat m.E. keine Zukunft, eher schon "ECM Expo". Aber auch dies ist etwas klein gedacht, IT & Business passt.


Dr. Ulrich Kampffmeyer: Die Marke DMS Expo ist seit längerem in der Diskussion. Die deutschen Anbieter versuchen verstärkt, das Schlagwort ECM Enterprise Content Management zu positionieren. Im Rahmen eines Neuanfanges würde wohl kaum jemand bemerken, dass der Name DMS Expo und das rote Puzzleteil mit DMS nicht mehr auftauchen.


Andreas Nowottka: Das Thema DMS/ECM sollte unbedingt eigenständig als Thema und auch Marke für die gesamte Branche bestehen bleiben. Dafür sind die Vielzahl der Unternehmen im Bereich ECM, die extreme Dichte von ECM-Herstellern aus Deutschland, das Interesse an dem Thema in der gesamten Wirtschaft verbunden mit den großen Wachstumspotentialen viel zu interessant. Deshalb sollte die DMS Expo nicht einfach nur in der IT & Business klanglos aufgehen und das Thema ECM somit an Sichtbarkeit verlieren.


Karl Heinz Mosbach: Ich glaube das die ECM-Branche eine Leitmesse und Veranstaltung wie die DMS Expo braucht um die Vielzahl der Themen, die sie hat, sichtbar transportieren zu können. Dass sie dies kann hat die DMS-Messe sowohl in Essen, als auch in Köln erfolgreich gezeigt. Dies sollte nun auch in Stuttgart möglich sein.


Dr. Michael Duhme: Die DMS Expo sollte auf jeden Fall als eigenständige Marke weiter bestehen bleiben. Auch auf der CeBIT sieht man, dass eine eigene Halle unter dem Label DMS beziehungsweise ECM zu Erfolg und großer Nachfrage führt.

BIT: Was sollten die Landesmesse Stuttgart als neuer Veranstalter der DMS Expo am Konzept der DMS Expo beibehalten, was sollte geändert werden?

Bernhard Zöller: Es gibt ja schon seit langem Gespräche zwischen VOI, den dort vertretenen Ausstellern und der DMS Expo zu möglichen Änderungen, Verbesserungen. Meine Wünsche sind vor allem thematischer/inhaltlicher Art: Web-Content-Management, Collaboration, DMS in ERP und CRM-Anwendungen etc. sind wichtige Themen. Ebenso denke ich, dass das bereits erfolgreiche Konzept der Fachforen innerhalb der Messe ausgebaut werden könnte. Das hat zu einer enormen Belebung der Hallen geführt. Die Besucher können sich zu einführenden ebenso wie zu speziellen Themen informieren und nach dem Vortrag direkt zu den Anbietern auf den Messestand gehen. Der Erfolg des Tandems IT & Business plus DMS Expo wird darüber entscheiden, wie und wo sich die Aussteller langfristig aufstellen möchten.


Peter Fischer: Verbreiterung des DMS-Themas nach: moderne Zusammenarbeit im Büro, Enterprise 2.0, Business Intelligence, Web, etc. Weg von purer Ausstellung hin zu neueren Event-Formaten in Richtung Vorträgen, Workshops, Netzwerken, Erfahrungsaustausch, Hands-On-Labs, etc. Einbeziehung größerer Analysten-Häuser.


Martin Wanka: Das DMS Expo-Konzept einer Fachmesse oder in Zukunft als Messe-Fachbereich der IT & Business sollte in jedem Fall beibehalten werden. Dies bezieht sich zum einen auf die Art der Darstellung in einer eigenen Halle, aber auch auf die Bündelung der Themen unter diesem Dach. Evtl. Aufweichungen und Umgliederungen in andere Fachthemen wäre aus heutiger Sicht eher nachteilig. Welche Potentiale genutzt werden können lässt sich nach der diesjährigen DMS Expo auf der IT & Business in Stuttgart sicherlich leichter beantworten.


Henning Emmrich: Die Pressearbeit muss im Gegensatz zur Koelnmesse über die Branche hinausgehen. Die Themen müssen aus der IT-Presse heraus in darüber hinausgehende Medien wie FAZ, Handelsblatt und die gelesenen Branchenzeitschriften gebracht werden. Das gleiche gilt für die Inhalte. Weniger im eigenen (Berater-)Brei rühren und mehr nach draußen in die Wirtschaft gehen. Anders ausgedrückt: Die Messe stärker mit der Brille der Nicht-IT-Fachbereiche sehen und die IT-Themen dementsprechend aufbereiten.


Dr. Ulrich Kampffmeyer: Das Ausstellungskonzept muss dringend um qualitätsvolle Kongressanteile, Informationsaustauch zwischen den Teilnehmern und integrative Aspekte mit anderen Softwaresystemen ergänzt werden. Dabei ist abzuwägen, wieviel Veranstaltung direkt in den Messehallen, und wieviel Veranstaltung als Konferenzkonzept neben die Ausstellung treten. Gezielt sollten Anbieter als Aussteller angesprochen werden, die die Randbereiche von ECM abdecken. Output-Management ist hier ein Ansatz, aber noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Besonders neue Ansätze wie Enterprise 2.0, E-Business, Cloud, SaaS, Integration in Bürokommunikation müssen verstärkt adressiert werden.


Andreas Nowottka: Ich bin generell für neue Wege und Ideen. Insofern ermutige ich die Stuttgarter Messe, neue und auch innovative Wege zu gehen und nicht nur alte Ideen in neue Hallen zu bringen. Moderne Technologien und Unternehmen brauchen in der Wirtschaft auch moderne und neue kommunikative Wege, um sich Gehör zu verschaffen. Wir sind gespannt auf eine konstruktive und innovative Arbeit mit der Stuttgarter Messe.


Karl Heinz Mosbach: Jeder Wechsel bietet auch die Chance für Veränderungen die man nutzen sollte. Die Landesmesse Stuttgart hat hierzu bereits im Vorfeld ihre Bereitschaft bekundet intensiv mit allen Beteiligten konzeptionelle Verbesserungen diskutieren zu wollen. Diesem Anliegen werden wir auch seitens ELO gerne nachkommen und uns mit entsprechenden Beiträgen einbringen.


Dr. Michael Duhme: Die DMS Expo braucht definitiv mehr Aufmerksamkeit – die Besucher sollen ja wissen, was sie erwartet. Da gab es in Köln zuletzt doch einige unerfüllte Erwartungen. Hier gilt es, sich professionell aufzustellen und auch zu überlegen, wie man auch den bisherigen ideellen Träger der DMS Expo, den VOI, mit seinen Kontakten einbinden kann. Auch das Konzept mit den Fachvorträgen, gerade im Umfeld der VOI-Aktivitäten auf der DMS Expo, ist inzwischen eine Institution, die die Veranstaltung inhaltlich stärkt.


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