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Digimedia: Neue Fachmesse am Start
Starkes Potenzial
Wenn nicht alles täuscht, wird den Düsseldorfer Messemachern mit der neu angekündigten Digimedia ein großer Wurf gelingen. Denn für die gesamte digitale Prozesskette – von der Erstellung eines Mailings, Geschäftsbriefs oder Transaktionsdokuments bis zum Druck und Versand auch über elektronische Kanäle gab es bisher kein explizites Messeangebot. BIT sprach mit Ralph Scholz von der Messe Düsseldorf.
Ralph Scholz, Account Manager Digimedia und Drupa, Messe Düsseldorf GmbH: „Die Digimedia zeigt nicht nur Dialog-Marketing, sondern effiziente Produktionstechnologien für alle Spielarten der Kommunikation, bietet Information über den gesamten Wertschöpfungsprozess und fokussiert sich nicht nur auf Teillösungen.“
Herr Scholz, „Content trifft Business trifft Technik“ lautet die Leitlinie der Digimedia. Was genau ist darunter zu verstehen?
Ralph Scholz:
Einfach übersetzt heißt das: Auf der Digimedia trifft sich der Kreative mit dem Produktionsverantwortlichen, mit dem Marketing-Entscheider oder dem Anwender in der Fachabteilung – und alle drei Personengruppen können sich anwendungsorientiert darüber informieren, wie technische Innovationen eine kreativere und effizientere Kommunikation ermöglichen.
Einige der von Ihnen aufgezählten Themen haben bereits eine Plattform auf Messen wie den Mailingtagen in Nürnberg, der Postprint in Berlin, der Druck + Form in Sinsheim oder großen Hausmessen wie den Hunkeler Innovation Days.
Scholz:
Ihre Aufzählung beinhaltet bereits die Antwort darauf, warum wir mit der Digimedia ein neues Messeformat anbieten. Denn bisher musste ein Marketing-Entscheider, Produktionsverantwortlicher, Kreativer oder Anwender in der Fachabteilung mehrere Messen besuchen, um die Möglichkeiten innovativer Kommunikation kennenzulernen, erfuhr aber nur wenig über die Ausgestaltung der dazu notwendigen Schnittstellen. Bei der Digimedia geht es darum, die gesamte Prozesskette zu zeigen.
Wie will sich die Digimedia gegenüber den Mailingtagen und der Postprint abgrenzen?
Scholz:
Beide von Ihnen genannten Veranstaltungen sind ihrem Namen nach Spezialmessen. Die Mailingtage zeigen Lösungen für das DialogMarketing – also ganz bestimmte Endprodukte, die Postprint konzentriert sich auf einen Bereich der Prozesskette. Die Digimedia zeigt nicht nur Dialog-Marketing, sondern effiziente Produktionstechnologien für alle Spielarten der Kommunikation, bietet Information über den gesamten Wertschöpfungsprozess und fokussiert sich nicht nur auf Teillösungen.
Man kann aber davon ausgehen, dass die Digimedia mit dem Angebot der genannten Ausstellungs-Events zumindest partiell konkurriert?
Scholz:
Es gibt sicherlich teilweise Überschneidungen bei den Ausstellerund Besucherzielgruppen. Beide Gruppen werden sich aber erfahrungsgemäß zu einem Besuch jener Messe entscheiden, die ihnen eine zielgerichtete Information bietet.
Das Thema Postbearbeitung ist sowohl auf den Mailingtagen als auch der Postprint stark vertreten. Hierzu bietet die Digimedia nun den Themenbaustein „Konfektionierung“ an. Wie soll sich dieser Baustein darstellen?
Scholz:
Gleichberechtigt zu den anderen acht Themenwelten. Denn das ist ein wesentliches Element der Digimedia. Hier geht es nicht in erster Linie darum, die neuesten Maschinen zu zeigen, sondern die Lösungen zu präsentieren, die mit der neuen Technologie möglich sind.
Gab es Gespräche bzw. einen Informationsaustausch mit den genannten Veranstaltern, die von Themenüberschneidungen berührt sind?
Scholz:
Die Digimedia ist eine offene Plattform für alle Verbände, Unternehmen und Institutionen, die an der Verbreitung von Kommunikation beteiligt sind. Zurzeit sprechen wir mit rund 30 Organisationen, für die eine Digimedia interessant ist.
Wie war die Resonanz des Doxnet-Verbandes auf Ihr Vorhaben?
Scholz:
Die Rechenzentren werden als Produzenten von Kommunikation immer wichtiger. Deshalb werden wir selbstverständlich diese Zielgruppe zu einem Besuch der Digimedia einladen.
Welches sind die drei wesentlichen thematischen Schwerpunkte der Digimedia?
Scholz:
Die vernetzte Kommunikation per Print, Web und mobilen Anwendungen. Wenn wir es mit der Digimedia schaffen, die Vernetzung dieser Kommunikationswege – diesen in der Realität nicht existenten Wettbewerb – adäquat abzubilden, dann haben wir im Vorfeld der Messe alles richtig gemacht.
Insgesamt führen Sie in dem Konzept der Digimedia neun Themenwelten auf. Das Thema Output-Management, also Software zur Steuerung des gesamten Prozesses, kommt in Ihrer Nomenklatur nicht vor. Output-Management ist aber ein wesentliches Segment
Scholz:
Output-Management-Systeme sind nicht nur ein wesentlicher, sondern sogar ein integraler Bestandteil, der bei mehreren Stufen der gesamten Prozesskette eine Rolle spielt. Wir haben ihn deshalb nicht als eigene Themenwelt definiert, sondern werden ihn, je nach Angebot des Ausstellers, an den Schnittstellen zeigen, an denen die Output-Management-Systeme angedockt sind bzw. steuernd eingreifen.
Damit bieten Sie auch den Anbietern von Output-Management-Software für HochvolumenKommunikationsprozesse wie sie z. B. bei Transpromo-Anwendungen oder Massenrechnungen eingesetzt werden, eine Ausstellungsplattform?
Scholz:
Manchmal ist eine kurze Antwort besser als eine lange. Deshalb hier ein klares „Ja“.
Die Content-Erstellung, also die Erstellung von Inhalten eines Dokuments, ebenso wie die Archivierung werden im Wesentlichen dem Bereich Enterprise-Content-Management zugeordnet. Wollen Sie in Ihrer Themenwelt „Content“ auch den Herstellern von ECM-Software eine Präsentationsmöglichkeit bieten?
Scholz:
So ist es geplant. Wie schon gesagt, werden wir bei der Digimedia die einzelnen Management-Systeme in den Bereichen darstellen, zu denen sie thematisch passen.
Damit überschneidet sich die Digimedia auch mit einem Teilbereich, der vor allem auf der DMS Expo in Köln zu Hause ist.
Scholz:
Auch die DMS Expo ist eine Spezialmesse, die für ihr Segment sinnvoll ist. Die Digimedia verfolgt einen breiteren Ansatz und öffnet den Dialog zwischen den Disziplinen.
Ein weiterer Baustein in der Digimedia-Themenwelt ist „Electronic Media“. Decken Sie damit auch das Thema Internet-Publishing und Social-Communities ab?
Scholz:
Bei der Digimedia geht es auch um die technische Entwicklung. Bei Electronic-Media werden wir die Hardwareund SoftwareEntwicklungen zeigen, die für die Kommunikation eine Rolle spielen. Anbieter von Internet-Publishing und Social-Communities werden dann thematisch den Bereichen zugeordnet.
Wo liegen denn die thematischen Grenzen der neuen Fachmesse?
Scholz:
Der Bereich „Out of home“ steht nicht in unserem Fokus, da in diesem Bereich andere Prozessketten eine Rolle spielen.
Planen Sie auch ein Konferenzbzw. KongressRahmenprogramm?
Scholz:
Es wird vier Vortragsbereiche geben, einer davon findet sich im Digispace, in der es an jedem Tag eine Konferenz mit einem Themenschwerpunkt geben wird. In der Halle integriert sind die Vortragspodien, die sich über die Begriffe Content, Technik und Business definieren. Zusätzlich diskutieren wir derzeit mit mehreren Kongressveranstaltern, ob nicht deren Kongresse oder Konferenzen parallel zur Digimedia stattfinden können. Letzendlich wollen wir mit der Messe auch das Networking fördern.
Mit wie vielen Ausstellern rechnen Sie zum Start der Messe?
Scholz:
Die klassische Antwort eines Messemachers wäre jetzt: Zwischen 200 und 250. Besser beantwortet ist diese Frage mit einer simplen Rechnung: 9 × 25 lautet unser Ziel. Es geht uns nicht darum, am Ende der Veranstaltung möglichst hohe Ausstelleroder Besucherzahlen verkünden zu können, sondern darum, die einzelnen Themenwelten adäquat abzubilden. Das war übrigens auch der Hauptgrund dafür, dass wir die Flächenbegrenzung bei der Digimedia eingeführt haben. Wir wollen, dass alle Themenwelten gleichberechtigt nebeneinander stehen können und sichtbar werden. Das sind die Faktoren, an denen wir uns messen lassen wollen und letztlich auch müssen.
(
www.digimedia.de
)
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