NEWS
TERMINE
BIT-KOMPASS
Über uns
Archiv
Leserservice
Probeabo
Mediadaten
Kontakt
Newsletter
Artikelsuche:
Herstellerverzeichnis
|
Dienstleister
|
Management meets Jazz
|
Jazz-Tipps
|
Benchpark
|
ECM-MATCHMAKER
|
Videothek
|
Beim Farb-Output gibt es vieles zu bedenken
Gemeinsam geht es besser
An Farbe im Output führt kein Weg vorbei. Der farbige Digitaldruck liegt längst im Trend und in den elektronischen Kanälen ist die farbige Präsentation nahezu Pflicht. Damit die Beteiligten ein optimales Ergebnis erreichen, müssen jedoch einige Stolpersteine erkannt und beseitigt werden. Harald Grumser von der Compart AG und Martin Diversy von Williams Lea diskutieren die Problematik.
Martin Diversy ist bei Williams Lea zuständig für Technical Projection and Development. Williams Lea ist Anbieter von Corporate Information Solutions und Spezialist für Business-Process-Outsourcing (BPO) im Umfeld dokumentenintensiver Prozesse.
Herr Grumser, Herr Diversy, der Farbdruck eröffnet den Kunden, Fachabteilungen und Kreativen neue Gestaltungsspielräume. Andererseits muss man sich auch die Frage nach dem wirtschaftlichen Nutzen von Farbe im Output stellen.
Martin Diversy:
Die Kosten eines Farbdrucks sind im direkten Vergleich höher als die eines monochromen Druck. Wegen der besseren Lesbarkeit und Übersichtlichkeit, die durch den Einsatz von Farbe bei komplexen Informationen gegeben ist, stellt sich der wirtschaftliche Nutzen bei ganzheitlicher Betrachtung des Prozesses u. a. in der Reduktion der Callcenter-Anrufe, der Rückfragen bei Sachbearbeitern oder der Zahlungsreklamationen ein.
Eine Reduktion der Lagerkapazität und der Papiervielfalt – bedingt durch die Substitution vorbedruckter Materialien durch Vierfarbdruck sowie größere Produktionsjobs und ein besserer Auslastungsgrad der sehr schnellen Produktionsmaschinen – erhöhen den wirtschaftlichen Nutzen. Mit Farbdruck steigt die Flexibilität und die Rüstvorgänge sinken.
Harald Grumser ist Vorstandvorsitzender der Compart AG. Compart ist Anbieter von Software-Lösungen zur Verarbeitung von Dokumentendatenströmen, die für die Bereiche Output-Management und Dokumenten-Management bzw. Massendruck und Archivieren verwendet werden.
Harald Grumser:
Der wirtschaftliche Nutzen ist durch die fallenden Preise doch nur noch eine Frage der Zeit. Als 1967 Farbfernsehen in Deutschland eingeführt wurde, hat es keine fünf Jahre gedauert, bis der Markt für Schwarzweiß-Fernseher quasi zum Erliegen kam. Wer heute noch glaubt, das Thema Farbdruck noch drei Jahre aussitzen zu können, kann dann gerne auch noch für die nächsten 20 Jahre sitzen bleiben.
Siehe Ipex ...
Grumser:
Das hat sich sehr beeindruckend auf der gerade zu Ende gegangenen Ipex gezeigt, die nur alle vier Jahre stattfindet. Was sich zwischen 2006 und 2010 im Markt des digitalen Massenfarbdrucks hinsichtlich Preis, Qualität, Handhabbarkeit und ökologischen Aspekten getan hat, ist berauschend.
Farbe wird gerne mit höheren ResponseRaten begründet, wird da nicht einiges schöngerechnet?
Diversy:
Ja, denn es kursieren Response-Raten, die schwer nachvollziehbar sind und die aus Aktionen resultieren, bei denen mehrere Parameter modifiziert wurden. Was man allerdings unabhängig von der prozentualen Steigerung durch Farbe beobachten kann: Die Aufmerksamkeit des Betrachters wird durch den Einsatz von Farbe gesteigert. Wenn die Flexibilität des Farbdrucks und die Auswahl der passenden Werbebotschaft zusammenkommen, steigt fast selbstverständlich das Interesse des Lesers und die Resonse-Rate.
Farbe wirtschaftlich anzuwenden ist offensichtlich eine große Herausforderung. Was sollten die Akteure bedenken?
Grumser:
Der Umgang mit Farbe heißt zunächst einmal dazulernen: Warum sollte ich nicht unterschiedliche Farbräume mischen? Warum können Haarlinien so schlecht in Farbe reproduziert werden? Was bitte ist denn der Unterschied zwischen einem Grauton und einem RGB-Wert, der nicht bunt ist? Wer einen Lkw fahren möchte, muss einen Führerschein dafür machen und er sollte nicht darauf warten, bis Lkw-Fahren für alle erlaubt sein wird. Schlimmer noch: Mit der zunehmenden Verschiebung vom physikalischem zum elektronischen Versand wird Farbe ja immer selbstverständlicher, ohne dass sie mehr kostet. Farbe lauert also überall.
Was kann z. B. bei der Konvertierung von Datenströmen passieren?
Diversy:
Jede Konvertierung oder Umrechnung kann einen potenzieller Verlust an Information nach sich ziehen. Ein einfaches Beispiel sind Transferkurven oder Korrekturen von Druckkennlinien: Aus 256 Graustufen werden (durch zweimal umrechnen) 212, aus 16 Millionen Farben werden vielleicht 14 Millionen etc.
Schlimmer jedoch sind Informationen, von denen viele Benutzer gar nichts wissen: ICC-Profile werden für irgendein Default-Device übertragen, Default-Werte wie SWOP, 20 Prozent Dot gain, RGBUmrechnung, UCR, GCR – die Palette des Grauens lässt sich noch beliebig fortsetzen. Die Kunst besteht dann darin, wahrscheinlich ungewollte oder auch unsinnige Einstellungen zu ignorieren oder zu korrigieren, so dass das Ergebnis „annehmlich“ ist.
Grumser:
Ich kann da nur beipflichten, obwohl ich zum Thema Konvertierung etwas parteiisch bin: Bei Farbe ist jede Konvertierung eine Konvertierung zu viel. Wir bewegen viel mehr Material als im Schwarzweiß-Druck und wir haben viel mehr Abhängigkeiten zwischen Erstellung der Dokumente und dem gedruckten Ergebnis.
Das bedeutet aber auch, dass sich die Workflows langsam vom Datenstrom lösen müssen. Alles erst einmal nach Postscript zu konvertieren, um dann doch mal in AFP zu drucken oder in PDF zu mailen, geht einfach nicht mehr.
Bei der Reproduktion von Farben kommt es auch auf die angewandte Technologie – ob Tinte oder Laser – an. Wie kann gewährleistet werden, dass das Endergebnis den Zielvorstellungen entspricht?
Diversy:
Wenn die Zielvorstellungen klar definiert sind, ist das Konstanthalten der Qualität der Schlüssel zum Erfolg. Moderne Farbdrucksysteme verfügen über genügend Automatismen, um Kalibration, Passer und Register selbständig einzustellen. Natürlich stoßen Tonersysteme und Tintensysteme an Grenzen, wenn es um Gammut, Haptik und Weiterverarbeitung geht. Wer mit Dye Ink an die Enddichten des Offset-Drucks ran will, wird sich auch mit Spezialpapier schwertun. Wir haben aber insofern Glück, dass es für jeden Anspruch ein passendes Verfahren gibt – einschließlich der konventionellen Druckverfahren.
Müssen sich die Anwender denn mit so speziellen Fragen beschäftigen, welche Druckströme für welchen Farbdruck geeignet sind?
Diversy:
Nein. Datenströme sollten so geräteunabhängig wie möglich sein. Das gewünschte Ergebnis bestimmt dann das geeignete und zu wählende Ausgabegerät. Die Zeiten, in denen man sich als Anwender um ideale Rasterverfahren oder Adaption von Spot-Funktionen gekümmert hat, sind vorbei.
Grumser:
Anwender sollten sich mit etwas Sachkompetenz auf ihre Anwendungsprobleme konzentrieren. Die Wahl des richtigen Ausgangsdatenstroms wird ja immer mehr zum Glücksspiel. Weiß ich denn beim Erzeugen der Dokumente schon, ob die wirklich noch gedruckt werden, oder nicht doch als PDF im Web-Portal landen? Oder wird morgen nicht bei einem anderen Druckdienstleister gedruckt, der eine Postscript-Druckerflotte, statt AFP-Endlosdrucker betreibt?
Lange Zeit beherrschte AFP als Format für den Druckdatenstrom die Herstellung von Massenausdrucksachen. Warum wird nun PDF als Ausgabeformat auch in der Farbdiskussion immer wichtiger?
Diversy:
AFP kann natürlich Farbinformationen transportieren, inklusive ICC-Profilen (CMOCA). Aber PDF hat sich durch die stetig steigende Nutzung seit etwa 1990 als Standard für den Transfer von Dokumenten – auch farbigen – etabliert. Wer heute Farbe drucken will, muss sich daher zwangsläufig mit PDF beschäftigen.
Grumser:
Ich sehe noch einen anderen wichtigen Aspekt. Beim elektronischen Versand oder der Langzeitarchivierung gibt es ja eigentlich überhaupt keine Alternative zu PDF oder PDF/A. Wer sich also überhaupt mit Output beschäftigt, kommt an diesem Format nicht vorbei. Unabhängig davon übrigens, dass sich immer mehr Anwender weigern werden, Spezialanwendungen zum Drucken zu verwenden, wenn bald jede Software PDF direkt erzeugen kann.
Wo liegen die Grenzen von AFP einerseits und PDF andererseits?
Diversy:
Theoretisch können beide ja alles – aber wenn man Grenzen sucht, so ist dies die Prozess-Sicherheit, die bei AFP besser ist als bei PDF, wohingegen der Funktionsumfang und die echte Geräteunabhängigkeit für PDF spricht.
Grumser:
AFP hat ganz klar seine Vorzüge bei der Prozess-Sicherheit. Ich kenne keinen PDF-Drucker, bei dem ich einstellen kann, dass eine Fehlermeldung ausgegeben werden soll, wenn der Betrag beim Scheckdruck abgeschnitten wird, weil versehentlich über den Papierrand hinaus positioniert wurde. AFP hat aber auf der anderen Seite leider mit den höheren Anforderungen des Farbdrucks nicht Schritt halten können, wie z. B. transparenten Bildern oder komplexer Vektorgrafik.
Kann man denn die Prozess-Sicherheit, die AFP bietet, mit den Vorzügen des PDF verbinden?
Diversy:
Ja, das geht: Das Zauberwort heißt PDF-Object-Container. Das heißt: Außen AFP, innen PDF.
Grumser:
Wir haben zusammen mit einem großen Druckerhersteller, der in Poing entwickelt, im AFPConsortium die Einführung so genannter Multipage-Object-Container durchsetzen können. Damit lassen sich individuelle PDF-Dateien in AFP verpacken, die z. B. mit AFPMitteln umsortiert und mit Kuvertier-Steuerzeichen versehen werden können und trotzdem erst im Drucker umgesetzt werden. Damit gibt es keine mehrfachen Schnittstellen, die zu Qualitätsverlusten führen und eine klare Verantwortlichkeit für das Druckergebnis. Leider unterstützen derzeit noch nur wenige Softund Hardware-Hersteller einen solchen Workflow.
Zwei Formate, zwei Welten. Sehen Sie darin Probleme, Herr Grumser?
Grumser:
Wir wären mehr als zufrieden, wenn es nur noch diese beiden Formate geben würde, weil damit eben auch die beiden Besten aus zwei Welten übrig blieben. Ich sehe also keine Probleme, sonder eine große Chance. Auf der Autobahn fahren eben auch Lkws und Pkws und das wird aus guten Gründen auch so bleiben. Mit Traktoren schlagen wir uns aber zumindest dort nicht mehr herum.
Was muss sich beim Output-Management ändern, damit neben dem Print-Output auch die elektronischen Kanäle, wie E-Mail, iPhone, iPad optimal eingebunden werden können?
Diversy:
Geräteunabhängigkeit und Mark-up sind entscheidend, um den passenden Output zu erzeugen. Dazu bedarf es ECMund CRMSysteme sowie geeignete Content Systeme. Ein Videoclip oder ein MPEG-4 lassen sich ziemlich schlecht in CMYK drucken – auf der anderen Seite glaubt man an technisches Versagen, wenn der iPad ein stummes, statisches Bild zeigt. Von den unterschiedlichen Response-Kanälen wollen wir gar nicht reden.
Grumser:
Ouput-Management wird sich öffnen müssen und die Schnittstellen müssen verschoben werden. Wir können nicht vorne alles in A4Rechtecke zerhacken und uns dann darüber ärgern, dass ein Smartphone nicht gleichzeitig klein und A4-tauglich sein kann. Output-Management muss sich flussaufwärts bewegen, zu den Daten und darf sich nicht flussabwärts in die reine Produktionsecke spülen lassen. Output-Management wird durch neue Versandkänäle nicht hinfällig, sondern immer bedeutender; man darf es nur nicht auf das Drucken reduzieren.
Beim Output-Management geht der Trend immer stärker zum Outsourcing kompletter Prozesse. Nicht zuletzt zur Freude der OutputDienstleister. Welche Rolle spielt hierbei die Schnittstellenproblematik?
Diversy:
Ein Dienstleister muss die Kundenprozesse möglichst ideal abbilden. Das bedeutet kundenindividuelle Anpassung und Prozess-Design. Die Schnittstelle vom und zum Kunden z. B. für Reporting-Zwecke muss auf die Bedürfnisse des Kunden abgestimmt sein. Diese Adaption erfordert Zeit und Testaufwand. Auf der anderen Seite erzeugen Standardschnittstellen einen Änderungsaufwand beim Kunden, sind aber schneller realisierbar.
Grumser:
Beim Farbdruck spielt der „Größenvorteil“, für Anglophile „Economy of Scale“, auf unabsehbare Zeit eine enorme Rolle. Nur mit teueren Farbmonstern kann man auch günstig produzieren, was zu der von Ihnen angesprochenen Verschiebung führt. Ich bin davon überzeugt, dass sich hier im Markt mittelfristig klare Schnittstellen durchsetzen werden. Die werden PDF, AFP, XML oder XSL-FO heißen, sicher nicht proprietäre Daten einzelner Hersteller.
Herr Grumser, welche Botschaft haben Sie abschließend an alle, die sich mit Output-Management befassen?
Grumser:
Farbdruck kommt so sicher, wie das Wetter morgen. Der Rückgang des physikalischen Transaktionsdrucks lässt sich auch mit Transpromo nicht stoppen. Drucken wird ein Outsourcing-Kandidat werden, so wie Transportlogistik einer war. Wer Output-Management mit Drucken verwechselt, sollte in fünf Jahren alt oder reich genug sein, sich zur Ruhe setzen zu können. OutputManagement wird eine zentrale Querschnittsfunktion für die gesamten IT mit sauberen Schnittstellen werden.
Vielen Dank, Herr Diversy und Herr Grumser.
BIT-NEWS
08.09.2010:
Studie: Steigende Betrugsfälle beim Online-Banking
08.09.2010:
Neuer Commercial Director bei Iron Mountain
08.09.2010:
Dokumenten-Scanner von Inotec weltweit gefragt
08.09.2010:
Studie: Mobile Unternehmenslösungen
07.09.2010:
Datenverlust in Unternehmen: E-Mail als größter Risikofaktor
07.09.2010:
ICT spielt wichtige Rolle bei Wachstum und Gesellschaft
07.09.2010:
Deutsche Telekom startet mit drei Top-Managern in neue Geschäftsfelder
07.09.2010:
Studie: SaaS wird Megatrend
07.09.2010:
Unternehmenszusammenführung: Die fünf größten IT-Hindernisse
weitere Artikel anzeigen>
>>|
TOP THEMEN
DMS Expo und IT & Business in Stuttgart: Schwabenstreich
DMS-Expo: Pendant zur CeBIT
„DMS Expo bleibt eigenständige Marke“
Zur Übernahme der DMS Expo durch die Messe Stuttgart
Umweltfreundliche MFP: Vier Marken ausgezeichnet
weitere Artikel anzeigen >
Kooperations Partner