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BIT-NEWS | 7. Februar 2012
IBM entlässt 8.000 Mitarbeiter in Deutschland? – „Was für ein Unfug, meint Experton Group
Das „heute journal“ berichtete am Mittwochabend: „ … IBM plant in Deutschland 8.000 von 20.000 Mitarbeitern zu entlassen … und diese durch freie Mitarbeiter zu ersetzen“. Diese Nachricht zur besten Sendezeit basiert auf einem Bericht des Handelsblattes vom gleichen Tag, der sich auf das "IBM Liquid Challenge Program" bezieht und als Ziele dieser Maßnahmen Einsparung von Personalkosten und damit Steigerung des Aktiengewinns und daraus resultierend des Aktienwertes nennt.
Als unabhängige Analysten kommentieren Andreas Zilch und Jürgen Brettel von Experton Group diese Meldung kurz aus ihrer Sicht, hat diese Nachricht doch für viel Verwirrung bei IBM intern, -Partnern und -Kunden gesorgt: „IBM als Gesamtunternehmen weltweit ist sehr gut aufgestellt, was sich auch in den Finanzkennzahlen zeigt. Diese sind grundsolide. Die IBM Aktie stieg im Jahr 2011 um etwa 27% und in den letzten drei Jahren insgesamt um etwa 90%. Im Jahr 2010 hat die IBM 15 Firmen aufgekauft, im Jahr 2011 waren es weitere acht Firmen und in diesem Jahr hat auch bereits wieder ein Aufkauf stattgefunden. Die IBM veröffentlicht keine länderspezifischen Kennzahlen, so dass keine direkte Aussage für Deutschland möglich ist. Die Marktstellung von IBM in Deutschland wird von der Experton Group als „solide“ beurteilt, könnte von den Voraussetzungen und dem Marktumfeld her aber noch wesentlich besser sein.
Ist das ein Grund, in Deutschland 8.000 Mitarbeiter und damit 40% der Belegschaft zu entlassen? Mit Sicherheit nicht. Es gibt sicher bei IBM und bei anderen (IT-) Unternehmen Überlegungen, wie künftige Modelle der Zusammenarbeit aussehen könnten. Bei dem IBM Liquid Challenge Program geht es in erster Linie um das Thema Software-Entwicklung, und dabei um die Einbindung von „Nicht-IBM Mitarbeitern“ in die Software-Development-Prozesse. Ein außerordentlich interessantes Konzept, welches aus Experton-Group-Sicht nichts mit einem möglichen Stellenabbau in Deutschland zu tun hat.
Wenn man grundsätzlich neue Modelle der Zusammenarbeit mit entsprechend drastischem Personalabbau „testen“ möchte, ist Deutschland – neben Frankreich – auch eines der global ungeeignetsten Länder. Das bestehende Arbeits- und Kündigungsrecht, entsprechende hohe Abfindungen und das Thema „Scheinselbstständigkeit“ erschweren ein solches Verhalten enorm. Aus Experton-Group-Sicht hat die gesamte Meldung also kaum Substanz, umso erstaunlicher ist, dass sich dazu bereits sehr viele Stimmen gemeldet haben und die Nachricht teilweise unkritisch weiter verbreitet wird.
IBM hat, wie auch andere IT-Unternehmen, die Herausforderung, die Mitarbeiter-Ressourcen ständig an das sehr dynamische Marktumfeld und die Nachfrage der Kunden anzupassen. Dies ist in Deutschland, u.a. wegen der gesetzlichen Regelungen, eher schwierig, trotzdem für alle Anbieter eher „Business as usual“. Unter dem Strich halten wir eine solche Entwicklung bei der IBM für sehr unwahrscheinlich.“
Kontakt:
Experton Group AG
Carl-Zeiss-Ring 4
85737 Ismaning
Telefon: +49 89 923331-0
E-Mail:
info@experton-group.com
Internet:
www.experton-group.de
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