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Oliver Strauch: New York Album
Der Sound einer Stadt
Der Saarbrücker Schlagzeuger Oliver Strauch veröffentlichte mit seinem Projekt "Groovin´ High" bereits zwei, von der Kritik und dem Publikum begeistert aufgenommene Alben zusammen mit dem Baritonsaxophonisten Professor August-Wilhelm Scheer, bei denen unter anderem auch Randy Brecker mitwirkte. "Hardbop von heute" nannte es der KulturSpiegel, der Bandname "Groovin´ High" sei "keine leere Versprechung", fand das Clarino-Magazin.

Für sein neues "New York Album" ging Oliver Strauch seinen respektvoll der Jazztradition huldigenden Weg noch konsequenter weiter. Dieser führte ihn diesmal direkt an die Quelle - nach New York - ins Aufnahmestudio "System Two" in Brooklyn. Gerade in Zusammenhang mit New York wird oft vom „Sound einer Stadt“ gesprochen. Für Oliver Strauch ist dieser spezielle Sound vor allem der Sound seiner Helden, wie Miles Davis, John Coltrane, Charlie Parker, Bill Evans. Die Synergien von Stadt und Musik machten den Mythos aus, betont Strauch. In dem neuen Album bringt er seine ganz persönliche Beziehung zu dieser Stadt zum Ausdruck. Dabei suchte er die Zusammenarbeit mit einem altgedienten Recken des Jazz - mit dem Pianisten Kenny Werner, dem einstigen Mentor von Brad Mehldau, der sich schon in den 70er Jahren mit der Musik von Bix Beiderbecke, George Gershwin und Charles Mingus auseinandersetzte und intensiv mit Archie Shepp zusammengearbeitet hatte. Beide holten sich, in Gestalt des Bassisten Matt Penman noch einen dritten Mann an Bord, der ihre Ambitionen unterstützen sollte: Es ging um nichts weniger als die Aufnahme eines Albums, das die Atmosphäre des Jazz der späten 50er Jahre für den zeitgenössischen Hörer nachvollziehbar machen sollte.

Das für "New York Album" gewählte Repertoire wird all diesem gerecht - der traditionsbewussten, aber gleichzeitig innovativen Haltung Oliver Strauchs, der Virtuosität und Brillanz Kenny Werners und der soliden Bodenhaftung des Neuseeländers Matt Penmans, der mit seinem Bass der Musik das Fundament und die Erdfarben hinzufügt.
Label: Jazz’n’Arts, September 2010.

Jacques Ziegler

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