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Jazz for Japan
Fusion-Klassiker vom Feinsten
Mit musikalischen Benifizprojekten ist das so eine Sache. Das Aufgebot der Stars ist oft beeindruckend, das Pathos manchmal schwer erträglich. Im Jazz tut man sich jedoch schwer mit der Erhabenheit des Ausdrucks. Zumeist geht es workshopmäßig zur Sache wenn hochkarätige Musiker zu einem karitativen Stelldichein zusammen kommen. So auch auf der CD „Jazz for Japan“. Es ist ein Treffen der Stars, doch der Superstar dieses Albums ist die Gemeinschaft aller Beteiligten. Manchmal bedarf es besonderer Anlässe, um außergewöhnliche musikalische Leistungen abzurufen, wie etwa das Erdbeben am 11. März 2011 in Japan und die dadurch ausgelöste Kernschmelze in Atommeilern von Fukushima.
Unter dem Eindruck dieser Katastrophe bereitete der Produzent Larry Robinson das Projekt „Jazz for Japan“ vor. Mit rund 25 Jazzmusiker, die in der Jazz-Pop-Fusion-Szene Rang und Namen haben, nahm er in den berühmten Capitol Recording Studios in Hollywood innerhalb von zwei Tagen eine eindrucksvolle Session auf. Allein die Liste der Beteiligten liest sich wie ein Who Is Who des modernen Jazz: Tom Scott, George Duke, Kenny G., Alex Acuna, Billy Childs, Lee Ritenour, Steve Gadd, Ngudu Chancler, Bob James und viele mehr. Sie alle pflegen aufgrund zahlreicher Japan-Tourneen eine besondere Beziehung zu dem Land der aufgehenden Sonne. Trotz des Renomees der Künstler vermeiden die Musiker den im Jazz so verbreiteten artifiziellen Wettkampf der Intentionen und Fähigkeiten. Man spürt das Bestreben, jedem einzelnen der 13 bekannten Stücke seinen unverwechselbaren Charakter zu lassen und einen uneingeschränkten Hörgenuss zu vermitteln. Bei der Songauswahl orientierte man sich an Hits der 60er bis 80er Jahre. Herbie Hancocks „Watermelon Man“, „Cantaloupe Island“ und „Maiden Voyage“, Miles Davis’ „So What“, Wayne Shorters „Footprints“, John Coltranes „Mr.PC“, Cannonball Adderleys „Work Song“ und einige andere sind das Fundament, auf dem sich die Szene der Fusion von Jazz und Pop formieren konnte. Der Enthusiasmus, mit dem diese Klassiker hier zelebriert werden, macht aus „Jazz For Japan“ weit mehr als „nur“ ein Benefiz-Album. Es ist der Geist der Improvisation, der dieses Album so dicht und interessant macht. Da ist keine Zeit für perfekte Klangszenarios, auf dieser CD geht es einzig um das unverfälschte Spiel, die Leidenschaft für den Augenblick. Dem gesamten Material, das hier zwar nicht neu interpretiert aber doch sehr zeitgemäß arrangiert wird, liegen populäre Stücke aus den Pioniertagen der Verbindung von Jazz und Pop zugrunde. Für Jazz-Liebhaber und solche die es werden wollen, ein absolut heißer Tip für den Gabentisch, zumal der Erlös auch einem guten Zweck dient. Ein Teil der Einnahmen die edel Content durch den Verkauf von "Jazz For Japan" erzielt, geht an die "Aktion Deutschland Hilft" / Erdbeben Japan:
http://www.aktion-deutschland-hilft.de/de/hilfseinsaetze/erdbeben-japan
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Label: Edel Content, 2011.
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