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Viktoria Tolstoy
Auf den Spuren von Herbie Hancock
Herbie Hancock hat sich in den 80er und 90er Jahren unzweifelhaft große Verdienste erworben durch seinen Brückenschlag vom Jazz zum Pop. Etliche seiner Kompositionen tauchten immer wieder auch in den Pop-Charts auf. Nun hat die schwedische Jazz-Vokalistin Victora Tolstoy dem Jazz-Pop-Pionier mit dem Album „Letters to Herbie“ eine Homage gewidmet. Zwölf Songs für (und zumeist von) Herbie Hancock interpretiert die Sängerin auf ihre ganz persönliche Weise. Tolstoy wurde vor allem durch ihre melodiösen von skandinavischer aber auch russischer Volksmusik durchdrungenen Jazz-Einspielungen bekannt. Damit konnte sie ihre stimmlichen Stärken, die vor allem in der melancholischen Melodiengebung und gefühlsbetontem Ausdruck liegen, ausspielen. Was auf ihren bisherigen CDs besonders gut vermittelt wird gerät erst recht im Live-Act zu einem unvergesslichen Erlebnis. Victoria Tolstoy verzaubert mit hinreißender Bühnenpräsenz ihr Publikum, so z. B. bei ihren Stuttgarter Auftritten im Theaterhaus oder im Jazzclub BIX. Nicht enden wollende Zugaben-Rufe und Standing Ovations sind der Sängerin sicher. Es ist davon auszugehen, dass ihr dies auch bei der Präsentation ihres neuen Albums gelingen wird.
Beim Hören der aktuellen CD kann sich der Rezensent jedoch des Eindrucks nicht erwehren, dass Tolstoy bei all ihrer Verehrung für Hancock auf diesem Album nicht ihren Stil findet oder vielmehr ihr persönlicher Stil dem kompositorischen Ausdruck von Herbie Hancock nicht entspricht. Anders als der Tasten-Künstler, der mit Funk- und Elektronik-Elementen in seiner Musik sowohl dem Jazz-Anspruch wie populären Avancen immer wieder gekonnt ausspielt, gelingt es der schwedischen Sängerin nicht, Hancocks Kompositionen zu einem Hörgenuß
Jacques Ziegler
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