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BIT 03-2017

BIT 3–2017 | 31 stand zu einem Zeitpunkt, als PDF/A in der Praxis noch nicht so verbreitet war. Von daher war es ein größerer Kraftakt mit viel Theorie. Sie beinhaltete am Ende mehr als 200 Dateien, die systematisch Anforderungen von PDF/A-1b verletzen. Da die Interpretation von PDF/A und seine praktische Implementierung nicht zuletzt durch die Arbeit der PDF Association sehr viel klarer definiert ist, mußte in veraPDF über viele Dinge nicht mehr diskutiert werden, so dass die Erstellung des neuen Test-Corpus deutlich einfacher war. Dieser umfasst übrigens über sieben Mal so viele Test-Dateien wie die Isartor-Testsuite und deckt alle PDF/A-Normteile inklusive sämtlicher Konformitätsstufen ab. Zudem bein - haltet er neben den Fehler- auch so genannte Pass-Tests, also Dateien, die veraPDF-kompatibel sind und die Validatoren dann auch dementsprechend „durchwinken“ müssen. BIT PDF 2.0 ist in aller Munde. Wie ist hier der aktuelle Stand? von Seggern Zunächst einmal ist zu sagen, dass PDF 2.0 die erste komplett eigenständige Weiterentwicklung von PDF seitens der ISO ist. Der Vorläufer ISO 32000-1 basierte, was die PDFFeatures betrifft, im Wesentlichen noch auf der letzten PDF-Version 1.7 die 2008 von Adobe veröffentlicht wurde. Mit der Verfügbarkeit von PDF 2.0 – ISO 32000-2 – ist nahezu täglich zu rechnen. Nach meinem Dafürhalten enthält er keine revolutionären neuen Dietrich von Seggern: „Für uns ist die Etablierung der auf PDF basierenden ISO-Standards von zentraler Bedeutung.“ Features, aber viele Detailverbesserungen und einige sehr bedeutende Klarstellungen. Eine ganze Reihe von Kapiteln wurde komplett neu geschrieben, um die Verständlichkeit und Eindeutigkeit der Beschreibungen für die im Großen und Ganzen aber unverändert gebliebenen PDF Konstruktionen zu verbessern. BIT Welche Auswirkungen hat PDF 2.0 auf PDF/A? von Seggern Das aus meiner Sicht Wichtigste ist, dass Teile, die in PDF/A bisher eine Rolle gespielt haben, vollständig entfallen. Beispielsweise wurden in der Vergangenheit bestimmte Font-Angaben verlangt, die bei der Konvertierung relativ viel Aufwand verursacht haben, aber in der Praxis kaum von Bedeutung waren. Deshalb hat man sich in PDF 2.0 entschieden, diese komplett rauszunehmen, so dass die PDF/A Konvertierung einfacher wird. Ein ähnlicher Fall sind die Metadaten der so genannten Dokument - information. Auch diese entfallen in PDF 2.0 vollständig und die Anforderung in PDF/A, diese mit den anderen XMP Metadaten synchron zu halten, entfällt daher. Es gibt ja nicht wenige konkrete Projekte in denen PDF/A mit Signaturen kombiniert wird. Hier ist zu erwähnen, dass PDF 2.0 in dieser Hinsicht modernisiert und an aktuelle Entwicklungen wie PAdES (PDF Advanced Electronic Signatures) angepasst wurde. Auch bei den Anforderungen an die Definition von Farbe gibt es neue Möglichkeiten, die aber für PDF/A in der Praxis nur selten größere Relevanz haben. Für die Konformitätsstufe A, sprich Accessibility, also der Bereich, der sich auf das Tagging – dem Auszeichnen von Dokumenten – ist zu sagen, dass PDF 2.0 hier neu geschrieben und damit verständlicher geworden ist. Die Auswirkungen der erweiterten oder hinzugekommenen Features aus PDF 2.0 auf PDF/A halten sich aber insgesamt in Grenzen. In PDF/A Einzug halten können sie erst dann, wenn die ISO einen neuen PDF/A Standardteil auf Basis von PDF 2.0 veröffentlicht. Die aktuellen PDF/A Standardteile basieren ja alle noch auf älteren PDF-Versionen. Als erstes müssen sich also vor allem die PDF/A Hersteller darauf vorbereiten, mit ihren Produkten aus einer PDF-2.0-Datei beispielsweise eine PDF/A-1 Datei erstellen zu können. BIT Vielen Dank für das Gespräch, Herr von Seggern. (www.callassoftware.com/de) „PDF 2.0 ist die erste komplett eigenständige Weiterentwicklung von PDF seitens der ISO.“ Dietrich von Seggern: „Der große Gewinn des Projektes ist darin zu sehen, dass es zu einer Vereinheitlichung führt.“


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