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BIT 03-2017

BIT 3–2017 | 23 Cocq Datendienst: Carl Rainer Cocq und Martin Echt im Interview Wesentlicher Dialog BIT Herr Cocq, was hat Sie be wogen, das Unternehmen 1967 zu gründen? Carl Rainer Cocq Damals war ich Centermanager in einem IT-Unternehmen. Als sich um mich herum alle selbstständig machten, wollte ich das auch ausprobieren und habe als „Be - rater für Organisation sowie elektronische Datenverarbeitung“ als Ein-Mann- Show im Wohnzimmer begonnen. BIT Wie sah die Arbeit zu Beginn Ihrer Unternehmung aus? Wer war Ihr erster Kunde? Cocq Mein Plan war, drei Monate durchzuhalten und falls es nicht klappen sollte, mir dann einen Job zu suchen. Es kam aber anders. Ich rief beim Briefmarkenversand Globus in Geesthacht an, der seine vielen Adressen per Adrema-Verfahren verwaltete. Das heißt, die Adressen waren in Metalllatten geprägt, die bei Rückläufern aufwendig erneut werden mussten. Als ich erklärte, dass dies mit EDV besser möglich ist, hatte ich den Auftrag und damit den Start für das operative EDV-Geschäft. BIT Wie haben sich Ihre Arbeit und die Technologien im Laufe der Zeit verändert? Cocq Anfang der 70er Jahre waren das Rechenzentrum und die COM-Verfilmung meine Standbeine. Im Rechenzentrum stand eine speicherprogrammierte Maschine von Siemens, eine 4004/134 und eine Rand-COM-Anlage. Neben allgemeiner Datenverarbeitung ermöglichte diese Kombination es in Zeiten von defekten Magnetbändern und Stapeln von Papier, Daten preisgünstig auf Mikrofilm zu bringen. Anfang der 80er Jahren kaufte ich eine moderne COM-Anlage für die hochauflösende Ausgabe von CADZeichnungen auf 35mm Mikrofilm, z. B. für den Airbus-Vorgänger MBB. Parallel dazu begann ich, Ersatzteil - kataloge, Unterschriftenverzeichnisse, Preislisten und andere schnelllebige Sammelwerke auf der 4004 zu ver - walten und dann auf Mikrofilm zu übertragen. Da es für das Bild- Material noch keine brauchbaren Scanner, so wie wir sie heute kennen, gab, wurden zunächst so genannte Trommelscanner aus dem grafischen Gewerbe eingesetzt. Der Datenverarbeitungsbetrieb nahm bis 1986 immer weitere Ausmaße an. Als sich unser größter Rechenzentrumskunde dann entschied, die Daten in Eigenregie zu verarbeiten, mussten wir erhebliche Reduzierungen vornehmen. Aber wir waren mit den diversen anderen Diensten gut darauf vorbereitet, zumal mit der Ablösung der Mikrofilmkameras durch leistungsstarke Scanner in den 90er Jahren die Nachfrage vor allem nach Archivierungsdienstleistungen zunahm. Die Kombination von Datenverarbeitungsund Digitalisierungs-Anwendungen ist erfolgreich. Bis heute summen zahlreiche Datenverarbeitungssysteme im Rechenzentrum vor sich hin. Alles in allem hat sich daraus eine Dienstleistung entwickelt, die man rechnerbasiertes Dokumentenmanagement nennen kann. BIT Wie ist die Situation heute? Worauf kommt es hauptsächlich an? Martin Echt Die Digitalisierung ist Mittel zum Zweck. Die zentrale Herausforderung besteht darin, Daten in verschiedenen Formaten aus diversen Eingangskanälen zu einem homogenen Bestand zusammenzuführen, die entscheidenden Informationen zu extrahieren und Mehrwert daraus zu generieren. Dabei kommt man mit Standards nicht weit. Bei den unterschiedlichen Rahmenbedingungen in den Unternehmen braucht es auch Spezialverfahren sowie Markterfahrung, um zu erkennen, welche Lösung ein Kunde benötigt. BIT Immer wieder zeigt sich, dass einige Entwicklungen sich langfristig durchsetzen, während andere kurzlebige Trends sind. Wie unterscheiden Sie das eine vom anderen? Cocq Man muss mit den Anwendern Das Hamburger Traditionsunternehmen Cocq Datendienst wird am 1. Juli 50 Jahre alt. Ebenfalls in diesem Jahr feiert ihr Gründer Carl Rainer Cocq seinen 80. Geburtstag. Noch immer arbeitet er in dem Unternehmen, das nun Martin Echt als Prokurist leitet. BIT hat die beiden in Hamburg Bergedorf besucht und mit ihnen über die Arbeit eines Scan- und Datendienstleisters früher und heute gesprochen. Carl Rainer Cocq gründete 1967 das Hamburger Traditionsunter - nehmen Cocq Datendienst GmbH: „Ich habe als ‘Berater für Organisation sowie elektronische Daten - verarbeitung’ als Ein-Mann-Show im Wohnzimmer begonnen.“ Der Prokurist Martin Echt führt seit 2015 als Mitglied der Geschäftsführung die Erfolgsgeschichte von Cocq Datendienst fort: „Deutlich erkennbare Tendenzen sind der Weg weg vom Papier und hin zur Generierung von Mehrwert durch Informationen.“ Cocq: „Mit der Ablösung der Mikrofilmkameras durch leistungsstarke Scanner in den 90er Jahren nahm die Nachfrage vor allem nach Archivierungsdienstleistungen zu.“ Cocq: „Alles in allem hat sich daraus eine Dienstleistung entwickelt, die man rechnerbasiertes Dokumentenmanagement nennen kann.“


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