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BIT 06-2016

Kontakt: PDF Association, Thomas Zellmann, Telefon: +49 30/394050-0, E-Mail: info@pdfa.org, www.pdfa.org Die PDF Association informiert Eine klare Orientierung PDF für Barrierefreiheit Der PDF/UA-Standard (UA = Universal Accessibility) definiert in einem Regelwerk, wann ein PDF-Dokument als barrierefrei gelten kann und wie solche barrierefreien PDF-Dokumente dem Nutzer zugänglich zu machen sind. Im Kern fordert die Norm, dass sämtliche Inhalte eines PDF-Dokumentes in der richtigen Reihenfolge und eindeutig strukturiert in Unicode konformer Textform verfügbar sein müssen. Im Einzelnen verlangt der PDF/UAStandard Folgendes: • Sämtliche Inhalte müssen korrekt ausgezeichnet sein. Überschriften, reguläre Absätze, Listen und Tabellen müssen als solche ausgezeichnet sein. • Die Gliederungsebenen der Überschriften müssen die Gliederung des Dokumentes widerspiegeln. • Die Lesereihenfolge für den gesamten Inhalt muss definiert sein. • Bildlichen Darstellungen muss ein Entsprechungstext zugeordnet sein, der den bildlichen Inhalt in Worten wiedergibt. • Die Sprache, in der ein Text verfasst ist, muss ange - geben sein. • Informationen dürfen nicht ausschließlich durch Farbe oder Kontrast dargestellt werden. Die meisten Anforderungen des PDF/UA-Standards werden über zusätzliche, unsichtbare Markierungen, die man als „Tags“ bezeichnet, in den PDFSeitenbeschreibungen realisiert. Durch logisches Verknüpfen dieser Tags kann man eine Struktur über die Inhalte in einem PDF legen und damit allen Inhaltsbestandteilen eine semantische Rolle zuordnen. Diese können dann zu einer logischen Lesereihenfolge verknüpft werden, ganz unabhängig davon, auf welcher Seite an welcher Stelle sie dar gestellt werden. Allen an der Produktionskette Beteiligten bietet der PDF Association PDF/UA-Standard somit eine klare Orientierung – dem Autor eines Dokumentes genauso wie dem Hersteller von Erstellungs- Software, PDF-Darstellungs - programmen oder technischen Hilfsmitteln für Personen mit Behinderungen. Die PDF Association engagiert sich seit Verfügbarkeit als ISO-Norm im Juli 2012 für PDF/UA und unterstützt Entwickler und Anwender bei deren Umsetzung. So veröffentlichte der Verband die kostenfreie Broschüre „PDF/UA kompakt“ und stellte mit dem Matterhorn-Protokoll den ersten Prüfkatalog für barrierefreie PDF-Dokumente und -Formulare zur Verfügung. Jeder Matterhorn-Prüfabschnitt bildet einen speziellen Bereich der Konformitätsanforderungen ab, wie z. B. „Festlegung der Textsprache“ oder „Metadaten“. Die einzelnen Fehlerbedingungen definieren jeweils einen spezifischen Test auf Dokument-, Seiten-, Objekt- oder JavaScript- Ebene. Ein Teil der Fehlerbedingungen kann von einer Software programmatisch geprüft werden, wohingegen eine Reihe anderer Fehlerbedingungen interaktiv geprüft werden müssen. Auch Ein ereignisreiches Jahr 2016 nähert sich allmählich dem Ende und die PDF Association kann auf ein ereignisreiches Jahr zurückblicken. Die PDF Days Europe in Berlin verzeichneten mit mehr als 150 Teilnehmern einen neuen Rekord und sind damit endgültig das PDF-Top-Event. Matt Kuznicki, Chief Technical Officer von Datalogics, ist neuer Vorstandsvorsitzender, der in die Fußstapfen von Olaf Drümmer, Geschäftsführer von Callas Software, tritt. Zu seinem Stellvertreter wurde Scott Mackey, Vice President Customer Success von Adlib Software, gewählt. Das weitere Vorstands-Team setzt sich aus gleich vielen Vertretern nordamerikanischer und europäischer Unternehmen zusammen. Außerdem hat der Verband in diesem Jahr neue Arbeitsgruppen gestartet, wie die enge Zusammenarbeit mit der TWAIN Working Group (TWG) bei einer Spezifikation für PDF/Raster (PDF/R) oder die Gründung des PDF/E Competence Center zur Unterstützung von Engineering- und 3D-Anwendungen. Diese und weitere Initiativen werden auch in der Zukunft dafür sorgen, dass PDF das Format erster Wahl bleibt. Dietrich von Seggern, Geschäftsführer, Callas Software und Vorstandsmitglied der PDF Association: „Außer den extrem ver - breiteten Standards für Archivierung (PDF/A) und Druckdaten (PDF/X) gibt es ja noch eine Reihe weiterer Standards, die in vielen Fällen die Anforderungen der Praxis noch besser adressieren. Mit PDF/E und PDF/Raster sind derzeit gleich zwei weitere Standards in der Pipeline, die viel Potenzial haben – und 2017 wird wohl auch das generalüberholte PDF-2.0 das Licht der Welt erblicken.“ die Weiterentwicklung des Open-Source-Screenreaders NVDA unterstützt der Verband maßgeblich. Dieser stellt eine Neue Mitglieder Die PDF Association freut sich, die Library of Congress als neues Mitglied zu begrüßen. Außerdem sind die Unternehmen Artifex, Kaufman Research assistierende Technologie dar, wie sie bevorzugt von Anwendern mit eingeschränktem Sehvermögen eingesetzt wird. PubCom und The Paciello Group aus den USA sowie Bravea, Schweden, Normex, Slowakei und Pölleritzer, Österreich, dem Verband beigetreten. Die Informationen die ser Seite entstehen in redaktioneller Verantwortung der PDF Association. 50 | BIT 6–2016


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