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BIT 06-2016

Geschäftsprozesse Scannen, Capturing, PDF 48 | BIT 6–2016 EU-Verordnung eIDAS: Mobile Signatur fürs Internet Papierlose Abläufe im Fokus Die „Verordnung über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen im EU-Binnenmarkt“, kurz eIDAS, bietet Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen große Chancen, bisher papiergestützte Abläufe durch vollständig elektronische Workflows abzulösen. Enrico Entschew, Senior Business Developer bei der Bundesdruckerei, erläutert die wichtigsten Neuerungen und Nutzenvorteile der Verordnung im folgenden Beitrag. Trotz aller Digitalisierungsbestrebungen basieren viele Abläufe heute immer noch auf Papier. Laut einer aktuellen Studie der Marktforscher von IDC (International Data Corporation) liegt jedes zweite Unternehmens - dokument im Papierformat vor. Eine der größten Hürden auf dem Weg hin zu elektronischen Prozessen sind per Hand geleistete Unterschriften – ob rechtlich vorgeschrieben oder organisationsintern festgelegt, z. B. bei Freigabe-Prozeduren. 65 Prozent der IT-Anwender weltweit unterzeichnen weiter auf Papier, so das Ergebnis der neuesten Umfrage des ECM-Fachverbandes AIIM (Association for Information and Image Management). Dabei werden die Dokumente zunächst digital erzeugt, in teilweise mehreren Kopien ausgedruckt, unterschrieben und danach wieder eingescannt – eine ebenso unproduktive wie ressourcenverschwendende Vorgehensweise. Treiber für elektronische Kommunikation Zwar gibt es mit der elektronischen Signatur eine rechtlich anerkannte Alternative, doch haben unterschiedliche Qualitäts- und Sicherheits-Niveaus sowie der hohe Umsetzungsaufwand eine breite Nutzung im EU-Raum bisher verhindert. Genau an diesem Punkt setzt die eIDAS-Verordnung an, die seit Juli 2016 im gesamten EU-Raum praktisch umgesetzt wird und die bisherige EU-Signaturrichtlinie (1999/93/EG) ablöst. Sie legt einen einheitlichen, europaweit gültigen rechtlichen und organisatorischen Rahmen für eine vertrauenswürdige elektronische Kommunikation fest. Ein zentraler Bestand der EU-Verordnung sind die so genannten Vertrauensdienste. Zu diesen gehören elektronische Signaturen, Siegel und Zeitstempel, aber auch elektronische Zustell- und Bewahrungsdienste sowie Zertifikate für die Website-Authentifizierung. Die elektronische Signatur wird mobil Was bedeutet eIDAS für die elektro - nische Unterschrift? Zum einen sorgt die Verordnung für eine hohe Rechtssicherheit beim Einsatz. So billigt eIDAS der digitalen Unterschrift mit dem höchsten Sicherheits-Niveau, der Qualifizierten Elektronischen Signatur (QES), die gleiche Rechts - wirkung zu wie einer per Hand getätig-ten Unterschrift. Wichtig für die europaweite Nutzung: Eine QES, die in einem EU-Staat eIDAS-konform erstellt wurde, muss in allen anderen EU-Mitgliedsstaaten anerkannt werden. Zum anderen stellt eIDAS durch innovative technische Ansätze neue komfortable Anwen- Whitepaper zur eIDAS-Verordnung Detaillierte Informationen rund um die eIDAS-Verordnung bieten zwei Whitepaper der Bundesdruckerei, die auf folgender Website erhältlich sind: www.bundesdruckerei.de/ digitalisierung Enrico Entschew, Senior Business Developer bei der Bundesdruckerei GmbH: „Die Vorteile der eIDASVerordnung ziehen sich durch alle Branchen und Wertschöpfungsprozesse.“ Abb.: iStockphoto.


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