Page 42

BIT 06-2016

Geschäftsprozesse 42 | BIT 6–2016 ECM vs. EIM Reiner Kappus, DMS Consulting Informationsportal EIM als Markttrend: Ein neuer Begriff macht noch keine neue Disziplin. Der Trend zur ganzheitlichen Betrachtung von Informationen ist sicherlich erkennbar in den Unternehmen. Dennoch sind viele Unternehmen noch weit weg von einer einheitlichen Betrachtung aller Informationen zu einem Kontext, einem Prozess oder Personen und Firmen. Der Trend ist insofern marktrelevant, als dass die bisherigen Besonderheiten einzelner Anwendungen wie DMS- oder ECM-Lösungen zur Unterstützung von Informationsprozessen nach und nach verwischen, da eben genau dies nicht mehr gewünscht ist. Der Markt wird sich also perspektivisch verändern, da es solche Anwendungen schlicht weg nicht mehr benötigt. Viel zu viel davon wird immer mehr von anderen Applikationen „weggesaugt“, wodurch die Besonderheiten und der frühere Mehrwert verschwindet. Doch sehe ich darin noch keine kurzfristige Bedrohung für die Szene, sondern eher eine mittel - fristige Entwicklung. Noch sind die Beratungsmandate stark davon geprägt, Standardfälle wie Aktenlösungen, ver - tikale Prozesslösungen wie Rechnungsleser oder Eingangsverarbeitung zu konzipieren und zu unterstützen. Akronym: Neue Begriffe haben es erfahrungsgemäß immer schwer sich zu etablieren. Im Grunde sind dies auch eher philosophische Diskussionen, die wenig nutzbares für einen Anwender mit sich bringen. Egal um welchen Begriff es sich handelt, er ist immer wieder mit Kunden und Anbietern im Einzelfall zu diskutieren, da jeder etwas anderes darunter versteht oder hineininterpretiert. Es klingt vielleicht etwas konservativ, aber für mich sind neue Begriffe nicht besonders bedeutend und nutzbringend, da es noch nicht einmal lang bestehende Begriffe wie DMS, geschafft haben, eine wirkliche allgemein verständliche Bedeutung auf Kundenseite gewonnen zu haben. Neue Anforderungen & Konzepte: Eindeutig ja. Bei fortschrittlichen Unternehmen oder Unternehmensbereichen steht die ganzheitliche Informationsbedarf zu einem Thema im Mittelpunkt. Dabei fließen Dokumente und deren Inhalte, Fachdaten aus Applikationen, Umfeldinformationen z. B. aus den sozialen Netzen und Kommunikationsdaten aus Officesystemen zusammen. Ein praktisches Beispiel kann ein Personalentwickler sein, der sich auf ein Gespräch mit einem Mitarbeiter vorbereitet. Für das Gespräch bereitet er sich vor, indem er den letzten Mailverkehr mit dem Kollegen heranzieht, die Beurteilungen seines Fachvorgesetzten sichtet, die aktuellen Gehalts- und Vertragsdatden in SAP-HR sichtet und die elektronische Personalakte zu darin enthaltenen Qualifikationsnachweisen, Vertragsinformationen und weiteren dokumentbasierten Informationen sichtet. Und außerdem schaut er z. B. in Facbook, Xing etc. nach, wie der Kollege vernetzt ist, was ihn ansonsten noch interessiert und ob er nicht schon vielleicht mit dem Wettbewerb in Kontakt steht. Wie kann dies zukünftig unterstützt werden? Nun, indem eine Art „Portal“ all diese Informationen – - daten- und dokumentenbasiert – zusammenführt und dem Personalentwickler komfortabel und mobil (z. B. auf einem Tablet) zur Verfügung stellt. Hier fehlen heute noch weitgehend die technischen Werkzeuge, organisatorische Bereitschaft und auch die Praxis - lösungen. Für letzteres sorgen die Berater und regen die organisatorischen Regelungen an. Für die technischen Werkzeuge sind die Anbieter zuständig. Doch da passiert bisher noch wenig. (www.dmsweb.de) Paul Hampton, Director Product Marketing bei Alfresco: „EIM löst Probleme der Informationsver - arbeitung und der Information Governance, die es schon sehr lange gibt.“ Paul Hampton, Alfresco Schnelle Entscheidungen EIM als Markttrend: EIM ist durchaus ein relevanter Trend. Schließlich gründet er auf dem konkreten Bedarf, sowohl unstrukturierte Informationen als auch strukturierte Daten aus SQLDatenbanken wie Oracle, MySQL, SQL Server oder auch NoSQL-Datenbanken zu verarbeiten. Dabei liegt der Anteil der strukturierten Informationen bei 20 Prozent, 80 Prozent der Unternehmensinformationen fallen unter die Kategorie unstrukturierte Inhalte. Bedeutung/Stellenwert: Alfresco nutzt moderne Technologien und Techniken, damit unsere Kunden aus ihren unternehmenskritischen Informationen einen Mehrwert generieren können. Wir unterstützen dabei beide Ansätze, ECM wie EIM. Akronym: Kunden interessieren sich für Lösungen und Informationen, die auf ihre Probleme eine Antwort liefern – völlig losgelöst von irgendwelchen Abkürzungen oder Begriffen. Sie suchen nach Partnern, die klar erklären, wie sie komplexe Probleme einer Branche lösen. Der Plattform-Ansatz von Alfresco und die schnelle praktische Umsetzbarkeit kommen im Markt daher sehr gut an. Neue Anforderungen & Konzepte: EIM löst Probleme der Informationsverarbeitung und der Information Governance, die es schon sehr lange gibt. Dazu gehört, dass man damit die Kluft zwischen den Silos mit strukturierten und unstrukturierten Daten zu überwinden versucht. Das Ziel muss es sein, aus der Analyse sämtlicher Informationen möglichst schnell Entscheidungen ableiten zu können. Genau darauf arbeiten wir mit der Alfresco Plattform hin. (www.alfresco.de) Reiner Kappus, Geschäftsführer DMS Consulting: „Der Trend zur ganzheitlichen Betrachtung von Informationen ist sicherlich erkennbar in den Unternehmen.“


BIT 06-2016
To see the actual publication please follow the link above