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BIT 06-2016

Geschäftsprozesse Arbeitswelt im Wandel 20 | BIT 6–2016 haben die Firmen jedoch den Vorteil der Prozessbeschleunigung, ver - besserten Vernetzung von Daten und Menschen – und letztendlich auch, der Mitarbeiterzufriedenheit. Somit geht die Investition in moderne Arbeitsplätze definitiv auf. Flexibilität: In der Theorie können moderne Technologien und Devices die Notwendigkeit eines stationären Arbeitsplatzes überflüssig machen. Ich sehe aber auch die Vorteile eines direkten, persönlichen Austausches im Büro- oder Projektumfeld als absolut wichtig und Nutzen stiftend. Nicht jede Information kann im digitalen Kontext das richtige Ergebnis beim Empfänger erreichen. Sprachliche und zwischenmenschliche Besonderheiten wie Ironie, Übertreibung oder Ähnliches können – Stand heute – digital noch nicht interpretiert und analysiert werden. Somit sehe ich keine Digitalisierung/Automatisierung des „echten“ Dialogs – auch wenn Webmeetings und Videotelefonie weiterhin verstärkt Einzug in den Arbeitsplatz der Zukunft halten. Revolution und Work-Life-Balance: Eine Revolution ist ein nachhaltiger, struktureller Wandel – und in diesem befinden wir uns ganz sicher. Der Grund, warum aktuell so viel darüber gesprochen und geschrieben wird, resultiert aus der exponentiellen Geschwindigkeit, mit der diese Transformation erfolgt. Technologie und Globalisierung sehe ich hier als Ursache – und dies meine ich positiv. Wie bei jeder Veränderung wird die Frage nach den Konsequenzen gestellt. Die Diskussion rund um die Work-Life-Balance ist dabei ein spannender, kontroverser Aspekt: Ich gehöre nicht zu den Befürwortern einer Reglementierung, sondern ich glaube an und unterstütze die Eigenverantwortung jedes Einzelnen. Denn: Die Trennlinie der beiden Welten wird durchlässiger werden, und sie werden in manchen Branchen vielleicht vollständig zusammenwachsen. Im Fokus sollte jedoch die Flexibilisierung der Arbeitszeit für jeden Einzelnen stehen. (www.cenit.com) Andreas Ahmann, Geschäftsführer der Ceyoniq Technology GmbH: „Ein fester Firmensitz, an dem die Mitarbeiter täglich zusammenkommen, bildet die Basis für eine lebendige Unternehmens - kultur und begünstigt die Identifikation der Angestellten mit ihrem Arbeitgeber.“ Andreas Ahmann, Ceyoniq Keine starren Mediengrenzen Zukunftsorientierte Arbeitsplatzkonzepte: Ein gutes Beispiel für eine neue Technologie, die zukunftsweisende Arbeitsplatzkonzepte prägen wird, ist die virtuelle Realität (VR). Im Kontext des tagtäglichen Informa - tionsmanagements im Unternehmen bietet diese weitreichendes Potenzial. Was sich heute für viele noch anhört wie Zukunftsmusik, ist durchaus vergleichbar mit der Situation vor dem Durchbruch mobiler Endgeräte wie Smartphones. Die vorhandenen Chancen werden für viele erst sichtbar, wenn die Praxiserfahrungen zunehmen – z. B. im Zuge der Verbreitung von VR-Brillen im Konsumentenbereich. Anschließend wird sehr schnell die Einbettung in tagtägliche Geschäftsprozesse voranschreiten. Im Mittelpunkt steht dabei die Usability: Technologie ist nur dann auch nützlich, wenn sie benutzbar ist und einen Mehrwert bietet. Die Herausforderung für Software-Hersteller wie Ceyoniq liegt darin, die Technologie so zu verpacken, dass sie ohne langwierige Einarbeitung bedienbar ist. Deshalb forschen wir gemeinsam mit der Universität Bielefeld schon lange im VR-Bereich. Vorteile: In erster Linie geht es für Unternehmen naturgemäß um eine Erhöhung der Mitarbeiterproduktivität. Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung von Geschäftsprozessen steht dabei immer stärker ein effizientes Informationsmanagement im Mittelpunkt. Technologieaffine Young Professionals sind für Unternehmen besonders attraktiv, da sie in ihrem privaten Umfeld längst die produktiven Potenziale digitaler Kommunikationskanäle ausschöpfen. Viele Unternehmen arbeiten noch daran, moderne Kommunikationsformen wie Chatfunktionen, Microblogs oder Videokonferenzen stärker in die betrieblichen Abläufe einzubinden. Wenn dies gelingt, steigert es umgekehrt die Attraktivität eines Unternehmens für junge, technologiebegeisterte Mitarbeiter, die sich mit moderner Business Collaboration alles andere als schwer tun. Doch damit sich eine effektive Collaboration in Unternehmen flächendeckend etabliert, sind die Lösungs - anbieter nach wie vor in der Pflicht. Sie müssen entsprechend flexible Informationsplattformen bereitstellen, die die ganzheitlichen Prozesse des Anwenders abbilden. Als Konsequenz bedarf es leistungsfähiger Enterprise- Information-Management-Lösungen (EIM), die das Informationsmanagement von starren Mediengrenzen lösen und prozessrelevante Informa - tionen themenzentriert, jederzeit und unmittelbar verfügbar machen. Flexibilität: Weder kurz- noch langfristig wird das ortgebundene Büro zum Auslaufmodell. Trotz aller Vorteile, welche die Digitalisierung mit Blick auf die dezentrale Zusammen - arbeit bietet, besitzt das traditionelle Büro nach wie vor wichtige Funktionen. Ein fester Firmensitz, an dem die Mitarbeiter täglich zusammenkommen, bildet die Basis für eine lebendige Unternehmenskultur und begünstigt die Identifikation der Angestellten mit ihrem Arbeitgeber. Darüber hinaus erweisen sich persönliche Arbeitstreffen immer wieder als besonders fruchtbar, wenn es darum geht, kreative Ideen zu entwickeln, kurzfristige Zuständigkeiten innerhalb eines Teams zu ver - teilen oder grundsätzliche strategische Impulse zu geben.


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