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BIT 06-2016

Geschäftsprozesse Arbeitswelt im Wandel 18 | BIT 6–2016 Kontrolle der Arbeit ist nicht mehr möglich, vielmehr treten Teamarbeit und hierarchieübergreifendes Arbeiten in den Vordergrund. Damit der Informationsfluss und die Zusammenarbeit gesichert bleiben, bedarf es eines hohen Maßes an Vertrauen gegenüber den Mitgliedern der Teams und neue Formen der Kommunikation zwischen Führungskräften und Mitarbeitern. Vereinbarungen mit Mitarbeitern zu Fragen von Arbeitsformen und -orten, zur Leistungsbewertung und weiteren Aspekten schaffen Vertrauen und stellen eine notwendige Flankierung für die Modernisierung von Arbeitsplatzkonzepten dar. Auch für die Mitarbeiter sind neue Arbeitsplatzkonzepte mit Herausforderungen verbunden: Besondere Ansprüche werden an die Selbststeuerungskompetenz gestellt und an die Bereitschaft, für die eigene Arbeitsleistung nahezu die alleinige Verantwortung zu übernehmen Vorteile: Dass sich Investitionen in die Digitalisierung lohnen, bestätigen diejenigen Unternehmen, die den Weg zum digitalen Büro bereits beschritten haben. So sagen 74 Prozent dieser Unternehmen, dass sich die Einführung neuer Software-Lösungen in dem Bereich positiv auf die Performance ihrer internen Büro- und Verwaltungsprozesse ausgewirkt hat. Das hat die Bitkom-Studie „Digital Office Index“ ergeben. Auch die Kunden profitieren: Knapp zwei Drittel (63 Prozent) der Unternehmen geben an, dass sie die Kundenzufriedenheit durch optimierte Prozessabläufe deutlich steigern konnten. Gut die Hälfte (51 Prozent) konnte außerdem die Datensicherheit erhöhen. Freisetzung von Potenzialen durch Automatisierung und Einsparung von Kosten spielen also auf jeden Fall eine Rolle. Gleichzeitig erwarten Young Professionals ein hohes Maß an Flexibilität von ihren Arbeitgebern: Für diese potenziellen Mitarbeiter wird es ein konkretes Argument bei der Entscheidungsfindung für oder gegen einen Arbeitgeber sein, inwieweit das Unternehmen bereit ist, starre Strukturen aufzubrechen und mehr Flexibilität und Freiheit zu gewähren. Dies gilt sowohl für Arbeitszeit und Arbeitsort, aber auch die Art und Weise der Kommunikation. Flexibilität: Neben Home Office und Office-as-a-Service wird und darf auch der klassische Büroarbeitsplatz nicht vollkommen verschwinden. Denn persönlicher Kontakt fördert Vertrauensbildung insbesondere zu Beginn einer Team- bzw. Projektarbeit. Der Arbeitsplatz muss so ausgestattet werden, dass auch im unternehmenseigenen Bürostandort ein größtmögliches Maß an Flexibilität unter Einsatz der genannten Technologien gewährleistet werden kann. Revolution und Work-Life-Balance: Unstrittig ist: Die Arbeitswelt befindet sich derzeit in einem tiefgreifenden Wandel. Neue Prozesse und Techno - logien verändern nicht nur unsere Wirtschaft, sondern auch die Art und Weise, wie wir heute und in Zukunft arbeiten. Die allgegenwärtige Nutzung von ITK-Systemen im Westentaschenformat führt zu einer Verschränkung von Leben und Arbeiten. Aber: Die „Always-On“-Mentalität der Gründerjahre des Internet-Zeitalters weicht einer neuen Kultur der souverän bestimmten digitalen Präsenz. Sie ist gekennzeichnet durch Erfahrungen im Umgang mit dezentralen und virtuellen Teams, durch das Bewusstsein, Technik zur Arbeitsprozessgestaltung nutzen zu können anstatt von Technik selber gesteuert zu werden. Wer die Chancen auf individuelle Arbeitszeiten ausschöpfen möchte, darf nicht durch starre Organisationsmodelle im Bereich von Kinderbetreuung und Schule eingeengt werden. Die Zukunft der Wissensgesellschaft kann sonst nur durch diejenigen aktiv gestaltet werden, die auf Familie verzichten. Staat, Gesellschaft und Wirtschaft müssen daher Hand in Hand arbeiten, um die Zukunft der Arbeit eng mit der Zukunft des Bildungssystems zu verknüpfen. (www.bitkom.org) Dirk Meier, Canon Umbau zum Living Office Zukunftsorientierte Arbeitsplatzkonzepte: Cloud, Mobility und Big Data sind nur einige Stichworte der digitalen Welt. Für Unternehmen bedeutet dies, sich damit auseinanderzusetzen und selbst eine Transformation hin zu digitalen Geschäftsmodellen zu vollziehen – in diesem Veränderungsprozess befindet sich Canon derzeit auch. Das beginnt bei der Kommunikation mit unseren Kunden über Social- Media-Kanäle, geht weiter über operative Geschäftsprozesse wie digitale Archive, ERP-Systeme, intelligentes Scannen, mobiles Drucken und reicht bis hin zu Business Intelligence und Big Data. Außerdem schließt es unsere Mitarbeiter und ein zukunftsorientiertes Arbeitsplatzkonzept mit ein. Wir befinden uns derzeit kurz vor der Fertigstellung eines ambitionierten Dirk Meier, Finance Director, Canon Deutschland: „Die für eine digitale Transformation nötigen Schlüsselfaktoren Zusammenarbeit und Transparenz spiegeln sich bei uns von der ITStruktur bis zur Architektur unseres Krefelder Headquarters wider.“ Umbauprojekts am Standort Krefeld. Im neuen Headquarter entstehen Plätze für alle Verwaltungsmitarbeiter und viel Raum für Besprechungen und Zusammenarbeit. Es entsteht ein Living Office mit einem modernen, offenen Büro-Design und mit digitalen


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