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BIT 06-2016

Thomas Kuckelkorn, Manager PR & Kommunikation, BCT Deutschland GmbH: „Zukunftsorientiertes Arbeiten ist eine Frage der Einstellung, kein Ort!“ BIT 6–2016 | 17 Thomas Kuckelkorn, BCT Längst überfällige Entwicklung Zukunftsorientierte Arbeitsplatzkonzepte: Wir erleben aktuell eine begrüßenswerte, weil längst überfällige Entwicklung! Intelligente Soft- und Hardware, die miteinander kommuniziert und so die Mitarbeiter während der gesamten Arbeitsabläufe unterstützt, sind in der Industrie schon längst Realität. In vielen Büros wird diese Option allerdings immer noch als Science-Fiction empfunden. Das ist insofern paradox, als dass mittlerweile fast 50 Millionen Deutsche ein Smartphone besitzen. Der Umgang mit den Tools der Digitalisierung – und damit auch mit dem Faktor Information – ihnen privat also nicht fremd ist. Und dennoch arbeitet man beruflich wie zu einer anderen, vergangenen Zeit. Dieses Verhalten liegt allerdings weniger in der Einstellung des Einzelnen begründet, als vielmehr in der Tatsache, dass nur wenige Unternehmen überhaupt über das notwendige Personal verfügen, um eine unternehmensweite Digitalisierungsstrategie voranzutreiben. Vorteile: Den einen Grund können wir – meiner Meinung nach – nicht definieren. Stattdessen spielen eher viele verschiedene Faktoren – auch in ihrer Kombination – eine wesentliche Rolle. Automatisierung von Prozessen, Verbesserung der Verwaltungsperformance und Reduzierung der Papierlast sind natürlich allesamt Faktoren zur Kostensenkung, die gerade durch ECM- und EIM-Lösungen erreicht werden. Jedoch sollte man die Bedeutung des Menschen nicht unterschätzen; er steht schließlich im Zentrum der Workplace-Modernisierung. Mitarbeiterproduktivität ist ein Stück weit auch generations- und damit einstellungsbedingt. Einige drucken ihre Dokumente beispielsweise nach wie vor lieber aus, als sie am PC-Bildschirm zu lesen. Die nachrückende Generation der Digital Natives, für die Internet, digitale Zusammenarbeit und Social Media zum Alltag – privat wie beruflich – gehören, stellt wiederum andere An - forderungen an einen attraktiven Job. Laut Bitkom Digital Office Index nutzen deutsche Unternehmen beispielsweise noch weitaus häufiger Faxgeräte als soziale Netzwerke. Die Herausforderung liegt also darin, alte wie neue Generationen zu einem heterogenen Team zusammenzubringen und die Möglichkeiten der digitalen Transformation optimal auszuschöpfen. Flexibilität: Ich denke, das klassische 9-bis-17-Uhr-Arbeitsmodell ist mittlerweile genauso überholt wie die traditionelle Büroarchitektur. Und das ist gut so: Dank virtueller Kommunikation, leistungsfähiger Hard-und Software sowie der zunehmenden Verbreitung von Cloud-Computing kann unterschiedlich ausgeprägten Produktivphasen bei Mitarbeitern durch flexible Arbeitszeiten und -orte Rechnung getragen werden. Zukunftsorientiertes Arbeiten ist eine Frage der Einstellung, kein Ort! Das bedeutet natürlich keineswegs, dass das ortsgebundene Büro künftig überflüssig wird, im Gegenteil: Es bleibt meiner Meinung nach in modifizierter Form nach wie vor das „Zentrum des Geschehens“, um flexibler und agiler arbeiten zu können. Ein „Smart Workplace“ eben. Revolution und Work-Life-Balance: Da das Thema Digitalisierung hierzulande viel zu lange allenfalls stief - mütterlich behandelt wurde und sich neue Arbeitskonzepte nur schleppend durchsetzen, muss man sich nicht wundern, dass nun vermehrt der Ausdruck „Revolution der Arbeitswelt“ fällt. Häufig werden in diesem Zusammenhang aber nur die Auswirkungen, die sich durch die Etablierung intelligenter und vernetzter Systeme in der Arbeitswelt ergeben, als revolutionär empfunden. Das war schon bei den vorangehenden industriellen Umbrüchen so. Dabei sind Workplace-Strategien vielmehr die Folgen evolutionärer Technologieentwicklungen, die nun sukzessiv Einzug in die Geschäftswelt halten. Für die Work-Life-Balance jedes Mitarbeiters bedeutet dies, dass er – z. B. durch die Möglichkeit im Home- Office zu arbeiten – Freiheiten gewinnt, sich seine anfallenden Aufgaben zeitlich und räumlich individuell zu organisieren. Dieser größere Freiraum funktioniert aber vor allem gemäß vereinbarter Absprachen zwischen Arbeitgeber und -nehmer. (www.bctsoftware.com) Adél Holdampf- Wendel, Bereichsleiterin Arbeit 4.0 beim Bitkom: „Neben Home Office und Officeas a-Service wird und darf auch der klassische Büroarbeitsplatz nicht vollkommen verschwinden.“ Adél Holdampf-Wendel, Bitkom Tiefgreifender Wandel Zukunftsorientierte Arbeitsplatzkonzepte: Neue Technologien ermöglichen es den Mitarbeitern zu arbeiten, wann und wo sie wollen. Statt eigene Büroräume vorzuhalten, setzen Unternehmen immer mehr auf die gemeinsame Nutzung von Büros (Office-as-a- Service). Auch Home-Office-Lösungen werden durch die Ausstattung privater Haushalte mit modernsten Kommunikationstechnologien alltagstauglich. Virtuelle Kooperationen und Kollaboration werden mit der Verfügbarkeit entsprechender Technologien weiter zunehmen; persönliche und virtuelle Präsenz nähern sich zunehmend an. Hochwertige Videokommunikationstechnologie, die die Anwesenheit von Personen simuliert und dadurch eine realitätsnähe Gesprächsatmosphäre erzeugt (Telepresence), wird sich zur Standardausstattung in modernen Büros entwickeln. Unternehmen haben künftig die Aufgabe, die Rahmenbedingungen für flexible Arbeitsformen neu zu definieren. Die direkte


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