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BIT 05-2016

Geschäftsprozesse 38 | BIT 5–2016 ECM vs. EIM Andreas Ahmann, Geschäftsführer der Ceyoniq Technology GmbH: „Neben ERP- und CRM-Systemen werden EIM-Systeme künftig die dritte zentrale Säule innerhalb der Software Landschaft von Unternehmen darstellen.“ Andreas Ahmann, Ceyoniq Dritte zentrale Säule EIM als Markttrend: Der Trend in Richtung eines allumfassenden Enterprise Information-Managements zeichnet sich bereits deutlich ab. Dabei rücken die ganzheitlichen Prozesse des Anwenders noch stärker als bisher in den Vordergrund. EIM ergänzt ECM um weitere Funktionalitäten. Auch Business Intelligence (BI) gewinnt in diesem Zusammenhang immer mehr an Bedeutung. Ziel dieser Entwicklung ist es, das Informationsmanagement von starren Mediengrenzen, z. B. einer E-Mail oder einzelnen Dokumenten, zu lösen und prozessrelevante Infor - mationen themenzentriert, jederzeit und unmittelbar verfügbar zu machen. Bedeutung/Stellenwert: Wir ordnen unsere Informations-Plattform bereits heute in der Kategorie EIM ein und arbeiten in diesem Kontext kontinuierlich am weiteren Ausbau unserer Lösung. Unsere Plattform ist hochgradig skalierbar und flexibel. Das bedeutet, dass nicht jeder Kunde die Lösung als EIM im vollen Funktionsumfang nutzen muss. Es gibt durchaus Kunden, die sie zunächst als reine DMS-Lösung nutzen und je nach Bedarf flankierende EIM-Features sukzessive in ihre Geschäftsabläufe integrieren. Akronym: Das kommt sicherlich immer darauf an, mit welchen Anwenderunternehmen und mit welcher Zielgruppe innerhalb der Anwenderunternehmen Sie kommunizieren. Sicherlich sind die Begriffe DMS und ECM bereits stark etabliert. Aber vor allem in innovationsgetriebenen Unternehmen, die in einer modernen und leistungsfähigen IT-Infrastruktur den Schlüssel für ihren zukünftigen Erfolg sehen und daher neue Technologien früh adaptieren, ist auch der Begriff EIM durchaus gängig. Und zwar nicht nur bei den IT-Spezialisten, sondern auch im Management. Neue Anforderungen & Konzepte: Neben ERP- und CRM-Systemen werden EIM-Systeme künftig die dritte zentrale Säule innerhalb der Software- Landschaft von Unternehmen darstellen. Die drei Systeme werden immer mehr zusammenwachsen, weshalb künftig ein noch höherer Grad an Integrationsmöglichkeiten erforderlich sein wird. Zum anderen werden Insellösungen für einzelne Fachabteilungen oder Prozesse überflüssig, weil sie durch mindestens eines der drei Systeme abgelöst werden können. Da es durchaus Überschneidungen hinsichtlich der Funktionalitäten zwischen ERP, CRM und EIM gibt, wird es in den nächsten Jahren sicherlich noch zu einer Bereinigung bzw. klareren Abgrenzung kommen. (www.ceyoniq.com) Karl Heinz Mosbach, Geschäftsführer ELO Digital Office GmbH: „Einen marktrelevanten Trend sehe ich bei der digitalen Transformation, der Digitalisierung der Geschäfts - prozesse.“ Karl Heinz Mosbach, ELO Digital Office EIM als Akronym zu schwach EIM als Markttrend: Einen marktrelevanten Trend sehe ich bei der digitalen Transformation, der Digitalisierung der Geschäftsprozesse. Hierfür brauchen die Kunden Lösungen, um in Zukunft ihr Business schneller, effizienter und kostengünstiger abwickeln zu können. Welches Etikett oder welchen Oberbegriff man dafür verwendet, spielt für den Kunden keine Rolle. In den allerwenigsten Fällen tätigen Kunden die Aussage, dass sie eine ECM-Lösung für ihr Business suchen. Bedeutung: Digitales Informations - management, ob mit Enterprise oder ohne, nimmt natürlich im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung der Geschäftsprozesse einen immer höheren Stellenwert ein. Es wäre also falsch zu glauben, dass sich damit automatisch neu ausgerufene Branchen-Akronyme in den Köpfen der Menschen etablieren. Dies braucht eine lange Zeit, insbesondere wenn die Abkürzung für weit über 20 anderweitige Begriffe steht. Akronym: Meiner Meinung nach nicht. Dies bedürfte eines geschlossenen Auftretens der Anbieter sowie einer intensiven Verinnerlichung der Begrifflichkeit und ihrer Bedeutung – sicherlich über viele Jahre hinweg. Selbst die ECM-Branche hat es nicht wirklich geschafft, dieses Verständnis in den Köpfen der Menschen zu verankern. Allerdings gelingt mittlerweile der Mehrheit der Akteure zumindest eine grobe Zuordnung, wenn man danach fragt, was denn konkret unter einer ECM-Lösung zu verstehen ist. EIM ist als Akronym zu schwach, um tatsächlich der Thematik gerecht zu werden, für die sie steht. Ein weiteres Akronym läuft Gefahr, die Menschen vielmehr zu verwirren, ganz nach dem Motto „noch eine inhaltslose Abkürzung mehr im Markt“. Neue Anforderungen & Konzepte: Der Markt braucht ständig neue Lösungen, die dazu beitragen, die Prozesse noch effizienter zu gestalten und alle neuen technologischen Möglichkeiten auszuschöpfen. Der Begriff Informationsmanagement greift hier bereits viel zu kurz. Es geht heute bei weitem nicht mehr nur um die Herausforderung, die schlichte Information effektiv zu managen, sondern vielmehr auch darum, die komplette Logik unserer Geschäftsprozesse effizient abzubilden. Daher bezweifle ich, dass es den Aufwand rechtfertigen würde, wieder einmal ein neues Akronym in den Köpfen der Menschen zu etablieren. (www.elo.com)


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