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BIT 05-2016

Geschäftsprozesse ECM vs. EIM Paul Hampton, Director Product Marketing bei Alfresco: „EIM löst Probleme der Informationsver - arbeitung und der Information Governance, die es schon sehr lange gibt.“ Manfred Zerwas, Geschäftsführender Gesellschafter der SER-Gruppe: „Wenn man den ITMarkt betrachtet, fällt auf, dass sich bislang nur sehr wenige Software- Hersteller dieser neuen Bezeichnung angeschlossen haben.“ 32 | BIT 5–2016 Paul Hampton, Alfresco Schnelle Entscheidungen EIM als Markttrend: EIM ist durchaus ein relevanter Trend. Schließlich gründet er auf dem konkreten Bedarf, sowohl unstrukturierte Informationen als auch strukturierte Daten aus SQLDatenbanken wie Oracle, MySQL, SQL Server oder auch NoSQL-Datenbanken zu verarbeiten. Dabei liegt der Anteil der strukturierten Informationen bei 20 Prozent, 80 Prozent der Unternehmensinformationen fallen unter die Kategorie unstrukturierte Inhalte. Bedeutung/Stellenwert: Alfresco nutzt moderne Technologien und Techniken, damit unsere Kunden aus ihren unternehmenskritischen Informationen einen Mehrwert generieren können. Wir unterstützen dabei beide Ansätze, ECM wie EIM. Akronym: Kunden interessieren sich für Lösungen und Informationen, die auf ihre Probleme eine Antwort liefern – völlig losgelöst von irgendwelchen Abkürzungen oder Begriffen. Sie suchen nach Partnern, die klar erklären, wie sie komplexe Probleme einer Bran- che lösen. Der Plattform-Ansatz von Alfresco und die schnelle praktische Umsetzbarkeit kommen im Markt daher sehr gut an. Neue Anforderungen & Konzepte: EIM löst Probleme der Informationsverarbeitung und der Information Governance, die es schon sehr lange gibt. Dazu gehört, dass man damit die Kluft zwischen den Silos mit strukturierten und unstrukturierten Daten zu überwinden versucht. Das Ziel muss es sein, aus der Analyse sämtlicher Informationen möglichst schnell Entscheidungen ableiten zu können. Genau darauf arbeiten wir mit der Alfresco Plattform hin. (www.alfresco.de) Manfred Zerwas, SER Ziele unserer Kunden wichtig EIM als Markttrend: Enterprise-Information Management ist lediglich ein neuer Begriff, eines von vielen Akronymen. Mehr nicht! Ausschreibungen und Anfragen aus dem Markt adressieren nach wie vor die Beschaffung von Enterprise-Content-Management- bzw. Dokumenten-Management-Systemen (DMS). Letzterer ist ein eingesessener Begriff, der heute immer noch häufig als Synonym für ECM verwendet wird. Einen marktrelevanten Trend können wir nicht feststellen. Ob es von einigen Herstellern klug ist, sich mit dem Begriff EIM zu schmücken, mag dahin gestellt sein – gerade nachdem es der Branche mit viel Aufwand gelungen ist, den Begriff ECM zu etablieren. Uns sind die Ziele unserer Kunden wichtig und keine Branchen-Nabelschau um neue Akronyme. Bedeutung: Ein ECM-System sammelt und speichert nicht nur Dokumente, sondern schon immer auch Daten. In vielen unserer Kundensysteme werden Datensätze in Terabyte-Größe abgelegt. Nicht alle diese Daten bedürfen der Auswertung. Viele müssen lediglich dokumentiert und Compliance-konform aufbewahrt werden, um auf sie gegebenenfalls in der Zukunft zurückgreifen zu können. Wir stellen unseren Kunden Reportingtools bereit, mit denen sie z. B. Durchlaufzeiten von Rechnungen, Bearbeitungszeiten von Kundenanfragen oder Systemauslastungen anhand von grafisch aufbereiteten Reports dargestellt bekommen. Akronym: Ob sich solche Akronyme durchsetzen, ist schwer zu beantworten. Wenn man den IT-Markt betrachtet, fällt auf, dass sich bislang nur sehr wenige Software-Hersteller dieser neuen Bezeichnung angeschlossen haben. Auch Analysten thematisieren bei ihren Marktanalysen schwerpunktmäßig ECM. EIM spielt dagegen in den weltweit anerkannten Marktanalyse Instrumenten keine bzw. lediglich eine untergeordnete Rolle. Das sind alles Zeichen dafür, dass EIM am Markt (bislang) nicht den gleichen Stellenwert wie ECM genießt. Wir merken in den Gesprächen mit Unternehmen, die beginnen sich für ECM zu interessieren, dass sie Akronyme häufig nicht richtig interpretieren. Deshalb versuchen wir auch nicht über Akronyme herauszufinden, welche Aufgabenstellung unsere Kunden vor sich haben. Erst wenn wir die Herausforderung konkret identifiziert haben und wir technologische Lösungen aufzeigen, kommen Akronyme ins Spiel, um die unterschiedlichen Komponenten darzustellen. Wir als SER identifizieren uns mit ECM und waren 2003 der erste deutsche Hersteller, der sich mit seinem kompletten Produktportfolio mit dem Akronym ECM positioniert hat. Der Begriff ECM hat lange genug gebraucht, um sich in der IT-Branche nachhaltig zu etablieren. Deshalb wollen wir mit EIM nicht noch ein weiteres Akronym auf den Markt werfen, um Anwender dadurch weiter zu verunsichern oder gar zu überfordern. Neue Anforderungen & Konzepte: Der Begriff Information-Management ist zu weit gefasst. Er umfasst eigentlich alles, was wir mit Informationen tun. Deshalb halten wir den Begriff in Abgrenzung zu ERP, CRM etc. für ungeeignet. Er vermischt verschiedenste Software-Anwendungen. Das führt zu mehr Verwirrung als zu mehr Klarheit. Das technologische Konzept hinter EIM – so die Theorie – soll schwach strukturierte, unstrukturierte und strukturierte Informationen ganzheitlich zusammenführen. (www.ser.de)


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