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BIT 05-2016

Geschäftsprozesse Enterprise-Content-Management BCT Deutschland: Interview mit der Geschäftsführerin Eva Bischoff Essentielle Entwicklung Weiteres Akronym, markt relevanter Trend oder bereits fest etabliert? Die Rede ist von Enterprise-Information-Management. Eva Bischoff, Geschäftsführerin von BCT Deutschland, spricht im BIT-Interview über die Bedeutung von EIM und betrachtet darüber hinaus das Thema Plattformisierung und die möglichen Auswirkungen des Brexit auf die IT-Branche. BIT Weiteres Akronym, markt - relevanter Trend oder bereits fest etabliert? Wie steht BCT Deutschland zu Enterprise-Information- Management (EIM) und worin liegen die Unterschiede zu Enterprise- Content-Management (ECM)? Eva Bischoff Wie der Schriftzug in unserem Logo zeigt, bildet Enterprise- Information-Management die Basis unseres Unternehmens. EIM ist für uns nicht nur ein Trend oder ein weiteres Kürzel im Fachjargon. Es ist für uns eine essentielle Entwicklung am ITMarkt, die wir bereits seit vielen Jahren erfolgreich voranbringen. Schließlich liegt die Kernleistung von BCT Deutschland darin, Unternehmen aller Branchen mit komponentenbasierten Softwarelösungen ein umfassendes EIM zu bieten, um bestehende Geschäftsmodelle an den digitalen Wandel anzupassen oder gänzlich neu zu definieren. Während ECM workflowbasiert ausgerichtet ist und dafür sorgt, dass Inhalte und Informationen automatisch aus Dokumenten und Daten ausgelesen werden, geht EIM noch einen Schritt weiter. Der Fokus liegt dabei auf dem Wissen, das im eingehenden Content enthalten ist. Dieses wird von der zentralen Software aus allen genutzten IT-Systemen abgegriffen und kann anschließend zielgerichtet weiterbearbeitet werden. EIM ist im Grunde eine evolutionäre Weiterentwicklung von ECM; eine prozessbasierte und vorgangsorientierte Lösung, die darauf ausgelegt ist, interne wie externe Informationsflüsse zu steuern. In cloud - basierter Form kann die Software z. B. als funktionsspezifische Apps genutzt werden, die auf die Arbeitsweisen der jeweiligen Mitarbeiter zugeschnitten sind. Intuitiv zu bedienen, unterstützen sie ihn bei seinen täglichen Abläufen. Eine praktische Alternative sind modulare Webportale. Als Arbeitsplattform ist EIM ein nützliches Omni-Channel- Werkzeug, um Serviceanfragen kanalunabhängig in Echtzeit zu bearbeiten. EIM schließt somit alle Akteure der gesamten Wertschöpfungskette ein sowie alle genutzten Business- und Kommunikationskanäle und ist eine Art virtueller Organisator, mit dem Informationen transparent, benutzerfreundlich und schneller ausgetauscht werden können. In diesem Zusammenhang gewinnen auch Co-Creation, die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen, und Inter-Creation, die Zusammen - arbeit dieser im Netzwerk agierenden Firmen untereinander, an Bedeutung. BIT EIM steht demnach für vernetzte Arbeitsprozesse innerhalb des Unternehmens und darüber hinaus. Wie lässt sich diese Entwicklung mit sinkenden Kosten vereinbaren? Bischoff Die größte Kostenersparnis liegt für Unternehmen darin, Arbeitsprozesse zu standardisieren und dadurch zu beschleunigen. Dies geschieht z. B., indem Sachbearbeiter die von ihnen benötigten Informationen automatisch kontextsensitiv, nachvollziehbar und zum richtigen Zeitpunkt bereitgestellt bekommen. Diese Ver - kettung von Prozess-Sachbearbeiter- Content ist dank einer EIM-Lösung möglich. Redundante Daten und das damit verbundene manuelle Suchen und Sichten von Informationen in unterschiedlichsten Software-Systemen werden auf diesem Weg vermieden, was eine große Zeitersparnis bedeutet. Erfolgen diese Schritte via Cloud-Computing ergibt sich ein weiterer Kostenvorteil: Alle Leistungen, die bisher unternehmenseigene Server tragen mussten, werden in ein Rechenzentrum ausgelagert. Administrative Aufgaben wie die Systemwartung des Servers übernimmt der Cloud-Anbieter; die gewonnene Arbeitszeit kann für Kernaufgaben genutzt werden. Darüber hinaus wird unsere EIM-Software ergänzend zu den bestehenden Lösungen eingesetzt, die wiederum über geschaffene Schnittstellen in die Informationsabfrage und -bereitstellung integriert werden. Die vorhandene IT-Infrastruktur wird somit weiterhin aktiv genutzt. BIT An anderer Stelle sprechen Sie davon, dass Wissen und Informationen zur wichtigsten Handelsware von Unternehmen geworden sind. Bildet EIM das technische Werkzeug, um am Markt zu bestehen? Bischoff Ja, das trifft es sehr gut. Die Fülle der täglich das Unternehmen erreichenden Dokumente und Daten hat in den vergangenen Jahren explosionsartig zugenommen. Die Herausforde- Eva Bischoff, Geschäftsführerin BCT Deutschland: „EIM ist für uns eine essentielle Entwicklung am IT-Markt, die wir bereits seit vielen Jahren erfolgreich voranbringen.“ „EIM ist im Grunde eine evolutionäre Weiterentwicklung von ECM.“ „EIM ist das tech - nische Werkzeug, mit dem Big Data zu Smart Data wird, denn es werden alle Informationssorten ausgewertet.“ 26 | BIT 5–2016


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