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BIT 04-2016

BIT 4–2016 | 49 Forschen für eine bessere Zukunft Blick in unsere Vergangenheit Gunter Dech vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gibt einen allgemeinverständlichen Einblick über Forschungsaktivitäten auf unterschiedlichen Gebieten. Fast jeder nutzt täglich das Auto oder ein anderes Verkehrsmittel. Deshalb ist die Entwicklung unserer zukünftigen Mobilität von großem Interesse. Positive wie negative Erfahrungen beim Einsatz von E- und H2-Autos liegen dem KIT und der Uni in Ulm vor. Ein neues Härtungsverfahren von Stählen kann Motorenteile, Getriebe und mechanisch beanspruchte Gelenke stabiler, kleiner und leistungsfähiger machen. Anwendungen finden sich im Industriebereich wie auch bei Haus- und Gartengeräten. Ein simples Verfahren zur Reduktion von Feinstäuben in Kaminen wurde gerade patentiert. Digitale Datenübertragung, Sensorik und Minikameras haben nicht nur die Drucktechnik leistungsfähiger gemacht, sie werden auch in anderen Fertigungsprozessen eingesetzt. Ortungsgeräte und Navis sind längst Bestandteile in unseren PKWs und Handys. Luft- und Satellitenaufnahmen können zeitversetzt über Google Earth abgerufen werden. Archäologen bedienen sich dieser neuen Technik, um über ein verzögertes Wachstum von Pflanzen über nicht sichtbaren alten Fundamenten alter Stätten und sogar einzelner Gebäude zu finden. Gunter Dech selbst hat diese Technik angewandt, um ein seit ca. 800 Jahren untergegangenes Kloster aufzusuchen. Neue Technologien verändern die Zukunft und ermöglichen einen Blick in unsere Vergangenheit. Vortrag: Dienstag, 21. Juni, 9.00 Uhr, Auditorium im UG. Der Dipl.-Ingenieur Gunter Dech, leitet die Abteilung Druckservice im KIT: „Digitale Datenübertragung, Sensorik und Minikameras haben nicht nur die Drucktechnik leistungsfähiger gemacht.“ Keine Angst vor Prozessstandard Digital Erfolgreiche Zertifizierung Der selbstständige Berater Kai Brückel liefert dieses Jahr einen Erfahrungsbericht über die weltweit erste Zertifizierung eines Highspeed-Inkjet Drucksystems nach PSD. Es ist soweit – der Prozessstandard Digitaldruck ist aus der Theorie in der Praxis angekommen und schickt sich an, der Standard für die Bewertung der real erreichbaren und erreichten Druckqualität zu werden. Im Januar 2016 wurde weltweit die erste Zerti fizierung nach dem PSD eines High speed-Inkjet Drucksystems durchgeführt und damit der Nachweis erbracht, dass vergleichbare Druckqualität auch in einem heterogenen Umfeld wie dem Digitaldruck erzielt werden kann. Was jetzt noch etwas „exotisch“ wirkt, wird künftig aus dem digitalen Druckgeschäft nicht mehr wegzudenken sein. Wer sich als Druckdienstleister zukünftig nicht nach dem PSD zertifizieren lassen will, wird in dem scharfen Wettbewerb einen vielleicht entscheidenden Nachteil erleiden. Druckaufträge im Digitaldruck werden zukünftig nicht mehr nach dem Preis entschieden werden, sondern nach einer konformen und reproduzierbaren Druckqualität. Durch die erfolgreiche Teilnahme an der Zertifizierung wird nachvollziehbar dokumentiert, dass die Verfahren zur Sicherung der Qualität auf allen Stufen der Prozesskette beherrscht und eingesetzt werden. Nur durch deren konsequenten Einsatz lassen sich sowohl im Vorfeld realistische Zusagen über die erzielbare Qualität gegenüber dem Kunden machen, als auch belastbare Nachweise für den Reklamationsfall gewinnen. Wer nun die Zertifizierung nach dem PSD lediglich als Drohung empfindet, die zur Knebelung des Druckdienstleisters führt, verkennt die Sicherheit, die durch die Einhaltung der Standards nach Prozessstandard Digital entsteht. Als Consultant habe ich die Digitaldruckerei Esser Print Solutions in Bretten während des gesamten Zertifizierungsprozesses begleitet und unterstützt. Die dabei gesammelten Erfahrungen über die Durchführung der Zertifizierung, auftretende Probleme und Erkenntnisse möchte ich gerne in meinem Vortrag anderen Digitaldruckern vorstellen und helfen, den nicht unerheblichen Aufwand für die erfolgreiche Zertifizierung zu minimieren. Die Umsetzung des PSD Standards ist für jeden Druckzentrenbetreiber und Druckdienstleister hoch interessant, auch wenn von Beginn an klar sein sollte, dass eine Zertifizierung durch die Fogra nicht angedacht ist. Wer aber weiß schon, ob am Ende dann doch der Wunsch besteht, eine Zertifizierung erfolgreich umzusetzen? Vortrag: Dienstag, 21. Juni, 10.00 Uhr, Kongresssaal 1 im 1. OG. Kai Brückel, Experte für Qualitätssicherung im Highspeed-Inkjetdruck: „Was jetzt noch etwas ‘exotisch’ wirkt, wird künftig aus dem digitalen Druckgeschäft nicht mehr wegzudenken sein.“


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