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BIT 04-2016

Output-Zentrale und Document-Factory Output-Management 28 | BIT 4–2016 Compart: Strategieinterview mit Harald Grumser Treiber des Umdenkens Batch versus transaktional ist im Wesentlichen auch das Gegensatzpaar papiergebundene versus elektronische Dar reichung. Harald Grumser, Gründer und CEO von Compart, erklärt im Gespräch mit BIT, warum wir zukünftig beides beherrschen müssen, welche Veränderungen und Heraus - forderungen generell auf uns zukommen und was uns bei nächsten Comparting Mitte November erwartet. BIT Herr Grumser, Sie haben mehrfach betont, dass sich nicht nur das Output-Management, sondern auch die Dokumenten - verarbeitung insgesamt verändert. Und dass sie zur Drehscheibe in der Kundenkommunikation werden muss. Welche Voraussetzungen bedarf es hierzu? Harald Grumser Letztendlich geht es fast immer um die Abarbeitung von Geschäftsprozessen, d. h. der Kunde oder das Unternehmen startet eine Anfrage, auf die eine Antwort folgt und das gerne mehrfach: Output generiert Input und Input generiert Output. Die am ehesten asynchrone Form dieser Kommunikation läuft über Papier, eine schnellere Version wäre Mail- Austausch oder noch schneller ein Web-Portal. Wir brauchen Systeme, die die Datenbewirtschaftung und die menschengefällige Aufbereitung und deren Abgriff intelligent, zentral und kanalunabhängig bewerkstelligen. BIT Die Trennung von Inhalt und Layout ist demnach unumgänglich, um auf allen physikalischen und elektronischen Kanälen transpor - tieren zu können. Welchen Beitrag leistet Compart dabei? Wie unterstützen Sie die Unternehmen? Grumser Mit unseren Formatierern erzeugen wir aus Daten Dokumente, sowohl in A4 als auch in HTML. Mit unserer Konvertierungsplattform können wir bestehende Dokumente beliebig anreichern und verändern und mit unseren jüngsten Technik zur Deformatierung können wird aus seitenorientierten Dokumenten wieder layout-unabhängige Daten erzeugen. Damit stellen wir nahezu alle Funktionen zum Thema Kommunikations - plattform bereit. BIT Im Zusammenhang mit HTML5 als Format für „Responsive Documents” sprechen Sie des Öfteren davon, dass Unternehmen aufhören sollen, Dokumente zu „malen”. Was genau meinen Sie damit? Grumser Nahezu alle klassischen Formatierungslösungen fangen mit der Frage nach der Seitengröße an. Wenn ich meine Dokumente aber auf einem Smart-Phone, einem Tablett, einem großen Bildschirm und einem Blatt Papier darreichen möchte, muss ich das Dokument beschreiben und nicht auf eine A4-Leinwand malen. Ich kann relativ leicht aus HTML5 ein Seiten - format erzeugen, der umgekehrte Weg ist aber sehr schwierig. Das hat aber weitreichende Folgen und wir müssen so manchem Sachbearbeiter oder ITVerantwortlichen erst noch erklären, dass er mit seinem Wunsch „ich möchte es aber so wie in Word“ eigentlich in der alten Welt steckenbleibt. BIT Auf dem letzten Comparting sprachen Sie davon, dass „Anwendungen streng genommen nicht einmal sprachabhängig sein dürfen“ und dass das „Ziel einer modernen Kommunikation der Austausch von Rohdaten“ sei. Wie kann dieses Ziel erreicht werden? Grumser Diese Forderung hilft zunächst einmal beim Denken: Wenn ich beim Anwednungsdesign davon aus - gehen, dass die Korrespondenzsprache als Variable gesetzt wird, werde ich zu bedeutend besseren Architekturen kommen. Daneben werden sich viele Unternehmen aber zunehmend in die Lage versetzen müssen, einzelne Harald Grumser, Gründer und CEO der Compart AG: „Wir brauchen Systeme, die die Datenbewirtschaftung und die menschengefällige Aufbereitung und deren Abgriff intelligent, zentral und kanal-unabhängig bewerkstelligen.“ „Batch versus transaktional ist im Wesentlichen auch das Gegensatzpaar papiergebundene versus elektronische Darreichung.“ Harald Grumser: „Interaktive Briefschreibung und Web-Portale sind die Treiber des Umdenkens.“


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