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BIT 02-2016

Geschäftsprozesse Digitaler Wandel 32 | BIT 2–2016 Digitalisierung: Facts, Figures und Forecasts Epochale Herausforderung Neue Geschäftsmodelle, Industrie 4.0, Vernetzung, Internet of Things, Digitale Transformation – Schlagworte, die Diskussionen entfachen, Konferenzthemen bestimmen, zu Marktanalysen veranlassen und nicht wenige Unternehmen antreiben. So gewaltig der Veränderungs- und Anpassungsdruck auch ist, so wichtig ist es, die langfristigen Veränderungsdynamiken zu erkennen, um Ziele und Wege zu bestimmen. Hilfreich können dabei die Einschätzungen und Empfehlungen sein, die wir aus maßgeblichen Quellen zusammen - getragen haben und hier in Interviewform wiedergeben. BIT Digitalisierung – wodurch kommt die epochale Wirkung zustande? Prof. Hans Jörg Bullinger Digitalisierung treibt die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle an sich voran. Sie ist Treiber disruptiver Innovationen. Digitalisierung bricht gewohnte Strukturen wie Zugang zu Wissen und Macht auf, demokratisiert den Zugang zu Wissensressourcen und trägt zur Verschiebung gesellschaftlich-politischer Gleichgewichte bei. Digitalisierung hat grundsätzlich eine globale Wirkung und setzt sich über Grenzen, Ideologien, Religionen und politische Systeme hinweg. Digitalisierung beschleunigt Innovationen. Kurze Innovationszyklen aus der IT werden in andere Bereiche überführt und revolutionieren Industrien. (Prof. Hans Jörg Bullinger, Mitglied im Fraunhofer Senat, auf dem Zukunftskongress Digitale Transfor - mation des Fraunhofer IAO am 26.11.2015) BIT Was haben die Begriffe In - dustrie 4.0 und Internet of Things gemeinsam, was unterscheidet sie? Arnold Vogt Beide Begriffe – Industrie 4.0 und das Internet of Things – greifen die gleiche Veränderungsdynamik auf, die zunehmende Vernetzung und Automatisierung von Geräten, Maschinen und Produkten, setzen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte. Industrie 4.0 beschäftigt sich mit dem Produktionsprozess in einer „Smart Factory“ auf Basis hoch vernetzter und automatisierten Maschinen, die nicht nur untereinander kommunizieren, sondern auch mit Elementen, die von ihnen verarbeitet werden. Dazu gehören alle Arten von Bauteilen und Rohstoffen, die vorproduziert und über eine Logistikkette bereitgestellt werden. Das Internet der Dinge fokussiert sich dagegen nicht auf die Produktion, sondern auf die Nutzungsphase von digitalisierten und vernetzten Geräten und Produkten. Dadurch wird der Kommunikationsaustausch mit den eigenen Produkten während der Kundennutzung und damit werden neue „digitale“ Kundenservices wie Predictive Maintenance möglich. (Arnold Vogt im Experton Newsletter 1/2016) BIT Welche Marktentwicklung verzeichnen Internet of Things- Plattformen in 2016 und was gilt als wichtigster Erfolgsfaktor? Arnold Vogt IoT-Plattformen schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Sie verbinden Dinge mit User Devices, Unternehmensanwendungen und Web Services. Experton Group geht davon aus, dass es weltweit bereits weit mehr als 100 IoT-Plattformen gibt. Damit nicht genug: Weitere namhafte Player Abb.: Fotolia, Nmedia Karl-Heinz Land vom Beratungs - unternehmen Neuland: „Der digitale Darwinismus setzt immer dann ein, wenn sich durch digitale Technologien die Gesellschaft schneller verändert als die Fähigkeit von Unternehmen, sich diesen Ver änderungen an zupassen.“ „Digitalisierung hat grundsätzlich eine globale Wirkung und setzt sich über Grenzen, Ideologien, Religionen und politische Systeme hinweg.“ (Prof. Hans Jörg Bullinger, Fraunhofer)


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