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BIT 01-2016

Geschäftsprozesse Digitaler Wandel 70 | BIT 1–2016 Digitalisierungsstrategien – Einblicke und Ausblicke Like a Rolling Stone Die digitale Revolution erfasst Märkte und Unternehmen mit Wucht und Tempo. Die Wettbewerbsspirale dreht sich immer schneller, der Effizienzdruck steigt. Organisationen müssen daher im Stande sein, sich kontinuierlich an Veränderungen anzupassen. Das Bild vom rollenden Fels, das einer der zahlreichen Referenten der d!conomy-Konferenz bemühte, nahm in Düsseldorf beindruckend Gestalt an. Eine der ersten Großkonferenzen zum Mega-Thema Digitalisierung fand Anfang November 2016 in Düsseldorf statt, veranstaltet von der Deutschen Messe AG und dem Euroforum. Die zugkräftige Losung d!conomy brachte rund 300 Interessenten aus mittelständischen Unternehmen zusammen, die sich über den Stand der Digitalisierungs Trends informierten. Wie immens der Handlungsbedarf für deutsche Unternehmen im internationalen Wettbewerb ist, demonstrierte Stefan Sanktjohanser, Mitgründer der Unternehmensberatung Goetzpartners, an einer simplen Rechnung: Aktuell sei Apple an der Börse zweieinhalb Mal so viel wert wie BMW, Daimler, Siemens und Volkswagen zusammen. Er prophezeite, „in den nächsten 10 Jahren wird mindestens ein Dax- Konzern von US-amerikanischen oder chinesischen Unternehmen übernommen“. Gemessen an traditionellen Maßstäben sei die digitale und deshalb grenzenlose Ökonomie schon heute Die erstmals von Deutscher Messe und Euroforum veranstaltete CeBITTopthema Konferenz zum Thema d!conomy zeigte die vielfältigen Chancen auf, die sich für verschiedene Wirtschaftszweige durch die Digitalisierung ergeben. die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt. „Traditionelle Unternehmen, benötigen innovative Geschäftsmodelle, genügend Investitionsbereitschaft und echte Change-Maker-Persönlichkeiten, die den digitalen Wandel vorantreiben.“ Die erste Halbzeit der Digitalisierung hätten die Europäer verschlafen – „aber sie haben gute Chancen in der zweiten!“ Die Struktur der Unternehmen entscheidet in hohem Maße darüber, wie flexibel und erfolgreich eine Organisation und seine Mitarbeiter Veränderungen tragen können. Stefan Sanktjohanser: „Ob Industrie, Handel, Banken, Hightech oder Medien: Unternehmen sind weltweit und branchenübergreifend von der Digitalisierung betroffen. Cloud-Computing, mobile Technologien, das Internet der Dinge und Big Data Analytics sind die vier zentralen Technologietreiber der Digitalisierung. Sie verändern die Beziehungen zwischen Kunden und Unternehmen strukturell. Kunden stellen neue Ansprüche an Preis, Angebot, Komfort und Qualität. Beschaffungs-, Produktions-, Vertriebsund Marketingkanäle müssen entsprechend ausgerichtet und den neuen Kundenanforderungen angepasst werden. Der Umgang mit Daten, die es zu sammeln, analysieren und auszutauschen gilt, wird zu einem zentralen Erfolgsbaustein für die Kundenansprache, Individualisierung und Markteinführung. Zudem werden die Daten selbst zum Geschäft. Digitaler Darwinismus „Alles was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert, alles was automatisiert werden kann, wird automati-


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