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BIT 01-2016

50 Jahre BIT Jubiläums-Special „Informationsmanagement muss als essentielle, übergreifende Disziplin für die Verwaltung, Erschließung und Nutzung von Information positioniert werden.“ „Cloud- und Mobil- Lösungen sind längst nicht mehr Zukunft sondern State-of-the-Art.“ 42 | BIT 1–2016 Aber wie schon in den 90er Jahren werden die Trends aus den USA dominiert und immer mehr Anbieter aus den USA sind auch in Deutschland unterwegs. Ende des Jahrzehnts steht die Branche immerhin recht gut da und es haben sich eine Reihe führender deutscher Mittelständler herauskristallisiert. Schöne neue Welt Aber die nächste Welle der Veränderung ist bereits da: der SMAC-Stack mit Social, Mobile, Analytics und Cloud. Besonders groß ist zunächst der Einfluss von Web 2.0 mit Funktionen aus dem Social-Media-Umfeld, der aber zu Beginn des 2ten Jahrzehnts sehr schnell durch das Smartphone und die Cloud in der Bedeutung für das Thema ECM überrundet wird. Wieder machen sich die Anbieter von ECM-Lösungen auf den Weg und adaptieren diese neuen Funktionen und Technologien. Parallel hat sich bereits eine andere Entwicklung auf den Weggemacht, die die engen Grenzen des Begriffes „Content“ hinter sich lassen will – Enterprise-Information-Management (EIM). Hier sind die Grenze zwischen strukturierten Daten, schwachstrukturiertem Content und unstrukturierten Dokumenten aufgehoben. Es gilt alle Arten von Informationen übergreifend zu erschließen, zu verwalten und zu nutzen. Diese neuen Entwicklungen fallen auch in eine Periode der Neuorientierung der Branche. Der Spaltpilz geht um Der Traditionsverband VOI, nunmehr Verband für Organisations- und Informationssysteme oder auch Voice of Information, spaltet sich auf. Eine Mehrzahl von Mitgliedern bildet im Bitkom eine eigene ECM-Gruppe, der Rest- VOI setzt auf das Thema EIM. Das Schisma der Verbände schadet aber der Branche, weil es nunmehr kein einheitliches Bild mehr am Markt gibt. Und viele Anbieter wollen sich auch nicht mehr in das Korsett von DMS oder ECM zwingen lassen. Letztlich besiegelt wird die Ära im Jahr 2015, wo auch die DMS Expo als eigenständige Messe- und Kongressveranstaltung in einem größeren Messekonzept der IT & Business in Stuttgart aufgeht. Man könnte noch viel über die Vergangenheit der Branche schreiben Es macht aber keinen Sinn, nur zurückzublicken: Der Blick zurück verstellt die Sicht auf die Zukunft. Zum 50jährigen Jubiläum der BIT gilt es also für die Anbieter von Lösungen aus dem DMS-/ECM-EIM-Umfeld sich einmal wieder mehr neu zu erfinden und neu zu positionieren. Die nach dem SMAC-Stack kommenden Themen wie Industrie 4.0, Internet der Dinge, Wissensmanagements und künstliche Intelligenz, Allgegenwärtigkeit der Information, Digitalisierung und Automatisierung usw. neu aufzugreifen und sich zu positionieren. Paradigmenwechsel Angesichts der immer schnelleren, parallelen, sich überschneidenden und sich gegenseitig beeinflussenden Entwicklungen in einer vernetzten globalen Welt der Kommunikation und Informationsverarbeitung ist der Blick nach vorn unerlässlich. Als „Print & Web“-Publikation muss sich auch die BIT diesen Themen stellen, ebenso wie Anwenderorganisationen und Anbieter von Lösungen. In einer Zeit, wo wir von der Verfügbarkeit und der Richtigkeit von elektronischer Information zu 100 Prozent abhängig sind, muss Informations - management als essentielle, übergreifende Disziplin für die Verwaltung, Erschließung und Nutzung von Information positioniert werden. Die traditionellen Anbieter sehen sich hier zunehmend innovativen, mit Venture-Capital ausgestatteten „New comern“ gegenüber, die mit ganz anderen Methoden und Ansätzen an die Verwaltung von Information herangehen. Längst haben alle Anbieter von Standardsoftware viel von der Funktionalität von ECM aufgesaugt und selbst in ihre Produkte als Komponenten eingebaut. Die Menge und Vielfalt der Information steht viele der bisherigen Verwaltungs- und Nutzungsmodelle in Frage. Cloud- und Mobil-Lösungen sind längst nicht mehr Zukunft sondern State-of-the-Art. Ähnlich wie mit dem Aufkommen des Web und dem SMACStack erleben wir in kürzester Zeit erneut einen Paradigmenwechsel für die Technologien rund ums Dokument. Letzteres beginnt sich aufzulösen, wird zu volatilen Daten in Layouts und Apps. Diesen Wandel gilt es mit agilen Softwarelösungen zu unterstützen. Denn nur als notwendige Infrastruktur wird das Thema DMS/ ECM/EIM nicht überleben können. Ein neuer Anlauf ist angesagt! Records-Management wurde seit 2009 als Thema in Deutschland immer wichtiger. Ein Grund waren die Bestrebungen um den Standard MoReq2. Dr. Ulrich Kampffmeyer fungierte im Mai 2009 als Moderator bei der dritten Roadshow zu diesem Thema.


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