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BIT 01-2016

50 Jahre BIT Jubiläums-Special „Die mittelständischen Anbieter in Deutschland sind mit soliden, maturen Produkten unterwegs und bauen auch ihre internationalen Aktivitäten aus.“ BIT 1–2016 | 41 land entwickelt – ein breiter, bunter Markt, den es in dieser Form in Europa nirgendwo anders gab. Besonders als sich auch deutsche Unternehmen befeuert durch die Millionen auf den Weg zu neuen Horizonten machten. Schwung geht verloren Nur leider passten die Strategien und die Produktansätze nicht in die neue Welt, die vom Web zunehmend bestimmt wurde. Für die Branche waren aber die End-90er eine goldene Zeit, wie sich auch mit der nie wieder erreichten Größe und Reichweite der DMS-Messen 1998 bis 2001 in Essen zeigte. Um 2000 kamen als DMS ergänzende Themen Wissensmanagement, das aber mit den damals ver - fügbaren technischen Mitteln nicht adäquat bedient werden konnte, und Business-Process-Management (BPM) auf. Beide konnten die zeitweilige Krise von DMS in Deutschland nicht aufhalten. Mit dem Niedergang des Neuen Marktes und seiner Protagonisten aus der DMS-Branche ging Anfang der 2000er Jahre eine Ära zu Ende. Zwar befeuerten die Vorgaben der GDPdU nach 2001 nochmals die Themen Archivierung und Compliance, aber so richtig innovativ ging es in der Branche nicht weiter. Alte Client- Server-Paradigmen wurden zwar Web-tauglich gemacht, aber die Trends dominierten andere ITK-Themen. Etappensieg für ECM Anfang 2000 war in den USA ein neuer Begriff aufgekommen, der dem Thema zu neuem Glanz verhelfen sollte: ECM Enterprise-Content- Management. Man verband damit die Hoffnung, dass ECM genauso prominent und wichtig wie andere Akronyme wird: ERP, CRM, CMS, PLM usw. Diese neue Vision sollte die bisherigen Felder von Dokumenten- Management und Business-Process- Management mit den aktuellen Trends des Content-Managements und des Web zusammenführen. In Deutschland lebte aber der Begriff DMS weiter. Die Leitmesse, nunmehr DMS Expo genannt, war aber bereits seit 2002 in einem rückläufigen Trend gefangen, der auch durch die Umzüge nach Köln und später nach Stuttgart, nicht aufgefangen werden konnte. Ähnlich wie ECM international wurde auch DMS immer weiter inhaltlich ausgedehnt, ohne sich jedoch als strategisch wichtiges Thema positionieren zu können. Ab 2007 beginnt dann auch in Deutschland Enterprise-Content Management (ECM) das Thema DMS und Dokumenten-Technologien bei den Anbietern in den Hintergrund zu drängen – auch wenn die meisten deutschen Anwender selbst heute noch mehr mit dem Begriff Dokumenten Management als mit den vielfachen Akronymen anfangen können. Die mittelständischen Anbieter in Deutschland sind mit soliden, maturen Produkten unterwegs und bauen auch ihre internationalen Aktivitäten aus. DMS Expo 2009: Dokumenten- Management-Technologien gewinnen auch bei mittelständischen Unternehmen immer mehr an Bedeutung. „Zwar befeuerten die Vorgaben der GDPdU nach 2001 nochmals die Themen Archivierung und Compliance, aber so richtig innovativ ging es in der Branche nicht weiter.“ Leidenschaftlicher Diskurs über die Marktentwicklung – Konsolidierung oder Anbieter-Vielfalt? Dr. Ulrich Kampffmeyer (links) und Bernhard Zöller (rechts) diskutieren über die Zukunft des ECM-Marktes.


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