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BIT 01-2016

50 Jahre BIT Jubiläums-Special BIT 1–2016 | 37 ten Firmen Hof hielt. Mit von der Partie war damals der noch junge, 1991 gegründete Verband VOI – Verband Organisations- und Informa - tionssysteme e.V. Dennoch haftete der Initiative – wie könnte es auch anders sein- das Avantgardistische an, was sich in einem überschaubaren Interessentenkreis sowohl auf Anbieter wie auch Besucherseite niederschlug. Zwei Jahre später, 1998, war der Markt reif für eine klar profilierte DMS-Fachmesse in richtig großem Stil. BIT hatte sich zu dieser Zeit bereits als Spezialzeitschrift für Dokumenten- Management und digitale Geschäftsprozesse einen Namen gemacht. Und so unterstützten wir tatkräftig mit umfangreichen Sonderthemen die neue DMS-Messe, die von 1998 bis 2005 in Essen stattfand, 2006 nach Köln wechselte und 2010 wieder in Stuttgart ankam. Inzwischen ist die DMS-Messe in der IT & Business aufgegangen. Auch dies ist ein Symptom für den tiefgreifenden und immer schnelleren Wandel der IT-Märkte. Fokus Geschäftsprozesse Doch zurück ins Jahr 1997. In der Zwischenzeit erreichte die Digitaltechnik auch den Kopierer, als eines der unverzichtbarsten Bürogeräte überhaupt. Angeschlossen an den PC, kann er nun die Funktion eines Druckers erfüllen. Entsprechende Systeme haben die Kopierer-Hersteller bereits Jahre zuvor präsentiert. Doch erst ab Ende 1996, mit zunehmender Vernetzung, war der Markt reif dafür. Auf dem Kopierermarkt kündigte sich ein Generationswechsel an. Mit der Digitaltechnologie fand der Kopierer nicht nur Anschluss an das Dokumenten- Management, sondern wurde zum multifunktionalen Baustein der Bürokommunikation. Damit kamen aber auch die Marktanteile der Drucker - industrie unter Druck. In der Folge entstanden völlig neue Service-Konzepte, wie MPS (Managed-Print-Services) und MDS (Managed-Document-Services), die den Anwenderunternehmen eine Mengte Vorteile versprachen. Versprechungen, die unter die Lupe genommen, erklärt und vermittelt werden mussten. Kurz: die Märkte waren schwer in Bewegung, und die BIT war wieder mitten drin. Was schon bald nicht mehr passte, war der etwas matte BIT-Untertitel „Bürowelt im Trend.“ Denn das BITProfil hatte sich in dreifacher Hinsicht gewandelt: • Von der Produktnutzen-Darstellung zur Lösungs-Orientierung, • von der Problemlösung zur Prozess- Orientierung, • und von den Büroabläufen zu den Geschäftsprozessen. Die längst fällige Anpassung des Untertitels in „BIT – Business Infor - mation Technology“ erfolgte 2001. Denn schon damals wurde deutlich, Geschäftsprozesse können von verschiedenen Seiten angestoßen werden: in den Unternehmen selbst, vom Markt, von den Kunden oder von den Geschäftspartnern. Zunehmend handelt es sich dabei um vernetzte Prozesse. Der Treibstoff, der diese Prozesse in Gang bringt, sind Informationen. Die Werkzeuge, um diese Informationen zu organisieren sind die Informationstechnologien – Hardware wie Software. Ziel ist es, die Wertschöpfung bei Geschäftsprozessen zu verbessern. Dazu wollte BIT ein gutes Stück beitragen – eine Zielsetzung, die sich bis heute nicht geändert hat. Akronymen-Dschungel Fortan machte sich BIT daran, den Dschungel von Funktionalitäten und Akronymen rund um Dokumenten- Management zu lichten. Aus Dokumenten Management Systemen (DMS) wurde später Enterprise-Content- Management (ECM) und gebar noch mehr Funktionalitäten und Akronyme, wie die kleine Auswahl zeigt: Collaboration, EDM, COLD, OMS, Records- Management, WCM, Portale, BPM. Und über all dem thronte der Anspruch an Compliance. Es gab neben DMS und ECM auch neue Ober - begriffe wie Information-Life-Cycle- Management (ILM), Document-Related Technologies (DRT) und zuletzt EIM, das für Enterprise-Information- Management steht. Außerdem kümmerten wir uns um Standardisierungs- Erinnerung 2001 Nichts war wie zuvor Auszug aus dem BIT-Editorial 6-2001: „Nichts war so wie zuvor, als die DMS Expo in Essen den Reigen der diesjährigen Herbstmessen eröffnete. Der 11. September war gerade zwei Wochen her und die Konjunktur, besonders die der IT-Branche, zeigte schon deutlich Schwächetendenzen. Dennoch, die größte europäische Messe für Themen rund um elektronisches Dokumenten-management kam mit einem blauen Auge davon. Nur rund ein Dutzend Aussteller sowie gut 2000 Besucher weniger als im vergangenen Jahr (400 Aussteller, 20000 Besucher) verzeichnete die Schlussbilanz. Ganz anders erging es der Münchener Systems, die einen dramatischen Einbruch hinnehmen musste. Dort lagen die Ausstellerbeteiligung um 550 bzw. 16 Prozent unter der Vorjahreszahl, die Zahl der Besucher ging um 26000 bzw. 18 Prozent zurück. Dass die Anschläge in den USA sich signifikant auf die Messeevents hierzulande auswirken, mag niemand so recht glauben. Eher schon verleidet ein Blick auf die Kosten so manchen Aussteller und Besucher die Lust an einer Messeteilnahme. Das Verhältnis von Kosten und Nutzen steht bei vielen Firmen zunehmend auf dem Prüfstand. Vor allem Messen mit geringer Internationalität und unklarem Profil verlieren bei Besuchern und Ausstellern an Attraktivität.“ Das Verhältnis von Kosten und Nutzen stand bei vielen Firmen zunehmend auf dem Profstand.


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