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BIT 01-2016

50 Jahre BIT Jubiläums-Special Erinnerung 1998 Die Arbeitswelt von morgen Auszug aus dem BIT-Editorial Oktober 1998: „Arbeitsplätze – davon war in den Wochen des Wahlkampfs viel zu hören. Politiker aller Schattierungen forderten und versprachen sie. Arbeitsplätze, das klingt nach fester Anstellung, Sicherheit und Berechenbarkeit. Dabei liegen hier bereits zwei große Auswirkungen auf den organisatorischen Rahmen der Arbeit. Immer mehr Aufgaben können zukünftig unabhängig von Ort und Zeit erledigt werden. Arbeit erschließt sich damit neue Verteilungsspielräume – dezentralisiert und globalisiert. Zukünftig werden immer mehr Menschen in neuen Strukturen beschäftigt sein, in der die Kommunikationstechnik die Basis für wertschöpfende Prozesse bildet.“ 36 | BIT 1–2016 Missverständnisse vor. Uns geht ja nicht die Arbeit aus, sie muss aber neu verteilt werden … Arbeit wird zunehmend nicht mehr an bestimmten Plätzen stattfinden, ausgeführt von Menschen, die diese Plätze einnehmen und warten, dass man ihnen sagt, was sie tun sollen. Der Wechsel von der Industrie- zur Informationsgesellschaft, der sich quasi innerhalb weniger Jahrzehnte vollzieht, und der Wandel von nationalen zu globalen Märkten und zur vernetzten mulitmedialen Informations- und Kommunikationstechnik schafft neue Anforderungen und Bedingungen an die Arbeitswelt. Wenn Information zum neuen Rohstoff der Wirtschaft wird, digitale Netze diesen Rohstoff transportieren, dann bleibt diese Entwicklung nicht ohne in meinem ersten BIT-Jahr wieder erfolgreich in BIT etabliert hatte. Und so schwammen uns auch hier die Felle wieder davon. Während einige der BIT-Markbegleiter ihre Fahnen einrollten, ermunterte mich mein Verleger, Karl-Heinz Weinbrenner, die BIT wieder auf Kurs zu bringen („Sie schaffen das!“). Noch heute bin ich dem 2013 verstorbenen Geschäftsführer der Weinbrenner-Verlagsgruppe (in der 15 Fachzeitschriften und zahlreiche Fach- und Regionalbücher erscheinen) dankbar für seine unternehmerische Weitsicht, entschiedene Geduld und diese Mutmachung. Erneut machten wir in der BITRedaktion sozusagen Kassensturz. Zusammen mit Peter Kreuzer, meinem damaligen Kollegen in der BIT-Redaktion – heute ist er für alles rund ums Internet im bit-Verlag zuständig – klopften wir in mitternächtlichen Sitzungen die bisherigen BIT-Themenfelder auf ihre Zukunftsfähigkeit ab, warfen den alten Ballast über Bord und fokussierten uns auf das, was die anwendungsbezogenen IT-Märkte in großem Maßstab bewegen wird. Wachstumsmarkt DMS Auch als Nicht-Experten war uns klar, dass in den Unternehmen viel Zeit damit verbracht wird, Akten und Unterlagen zu produzieren, abzulegen, zu suchen und zu transportieren. Folgerichtig nahm ab Mitte der 90er Jahre der Markt für elektronische Dokumenten Archiv- und Management-Systeme sowie Workflow-Technologien und Groupware-Systeme an Fahrt auf. Große Finanzdienstleister, Banken und Versicherungen waren die Vorreiter für elektronisches Dokumenten-Management in Verbindung mit Workflow- Strukturen, aber das Feld war noch lange nicht bestellt. Mit ungeheurem Innovationstempo entwickelt sich der Markt. Der Internationale Dokumenten Management-Fachverband IMC, der später im europäischen AIIM (Association for Image and Information Management) aufging, veranstaltete Messen in Amsterdam, Düsseldorf und Paris. Jack Lacy, damals Präsident des IMC, spornte mich an, die Messen mit BIT-Sonderausgaben zu begleiten. Eine kleine, feine Veranstaltung gab es bereits 1993 mit dem InfoDoc- Kongress, der 1995 und 1996 als erste deutsche DMS-Messe in Stuttgart für die noch überschaubare Zahl der an Dokumenten-Management interessier- Erinnerung 1999 Paradigmenwechsel Auszug aus dem BIT-Editorial 2-1999: „Die letzte CeBIT in diesem Jahrtausend bricht nicht nur erneut alle Rekorde, sondern bestätigt auch eindringlich den technologischen Paradigmenwechsel. Ein wachsender Anteil der wirtschaftlichen Wertschöpfung entfällt zukünftig auf immaterielle Güter. Immer stärker werden auch Arbeitsprozesse nicht mehr von dem Umgang mit physischen Gütern geprägt, sondern Ein wachsender Anteil der wirtschaftlichen Wertschöpfung entfällt zukünftig auf immaterielle Güter. von digitalisierten Informationen. Dass diese Entwicklung mit sich selbst verstärkender Dynamik voranschreitet, zeigt in bemerkenswerter Weise die sich verändernde Austellerstruktur der CeBIT. So wuchs der Bereich Software erstmals zweistellig und stellt mit 36,5 Prozent der Aussteller den stärksten Schwerpunkt der CeBIT dar.“ „Mit dieser ver - heißungsvollen Ausstattung war softwaregestützter Workflow für mich mehr als eine Technologie, es war ein Signal des Aufbruchs, ein Weckruf an die Führungsebene in den Unternehmen.“


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