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BIT 07-2015

der Wert einer Information nicht ausschließlich vom Inhalt bestimmt wird, sondern von der Art und Weise, wie sie übermittelt wird. Bezogen auf das Dokumenten- und Output-Management bedeutet das: Nicht jede Darstellung eignet sich für jeden Kommunikationskanal und umgekehrt. Und da immer mehr der Empfänger den Versandweg, ob nun digital oder analog, bestimmt, müssen Unternehmen alle heutigen und zukünftigen Kommunikationskanäle bedienen können. Was bedeutet dies für die Anwendungen? Harald Grumser führt dazu fünf wesentliche Anforderungen auf: • „Wenn wir Komplexität nicht ausmultiplizieren wollen, dürfen Anwendungen keine kanalspezifische Logik enthalten.“ • „Streng genommen dürfen Anwendungen noch nicht einmal sprachabhängig sein.“ • „Nur Batch-Verarbeitung bei transaktionsaktionalen Jobs geht nicht mehr.“ • Höhere Modularisierung von Komponenten ist erforderlich.“ • Der komplexeste Kanal bestimmt den Umfang des Outputs.“ Mehrkanalfähigkeit ist Trumpf Die Mehrkanalfähigkeit spielte auch in den anderen Fachvorträgen immer wieder eine Rolle. So berichtete die Allianz Deutschland von einem ihrer größten IT-Projekte der letzten Jahre. Der Finanzdienstleister hat ein komplett neues Output-Management-System etabliert, das nun kontinuierlich weiterentwickelt wird. Kernstück ist eine zentrale Datenplattform, über die der Versand für alle Kanäle gesteuert wird – Medien wie E-Post, De-Mail und Short Message Service (SMS) eingeschlossen. Als Marktführer der deutschen Versicherungsbranche habe man sich den Anforderungen einer neuen digitalisierten Welt zu stellen und müsse auch im Bereich Dokumentenverarbeitung ein Vorreiter sein, unterstrich Referent Ulrich Schäck. Warum ist die Trennung von Inhalt und Form zukünftig so wichtig? Dieser Frage widmete sich auch Jeremiaas Märki. Der namhafte Software- Entwickler und Berater aus Luzern erläuterte diesen Trend am Beispiel Lokalisierung von Inhalten. Für manche mag das ein Randthema sein, doch in vielen Ländern geht es nicht ohne Mehrsprachigkeit. Die Entkopplung von Inhalt und dessen Darstellung sei in diesem Zusammenhang ein wichtiger Aspekt, so Jeremias Märki. Prozess-Automation als Wachstumstreiber Auch im Vortrag der Swiss Post Solutions (SPS) wurde deutlich, dass die Verbindung von physischer und digitaler Welt in der Kommunikation unvermeidlich ist. Die hundertprozentige Tochtergesellschaft der Schweizer Post bespielt nicht nur alle Kanäle sondern bietet ein umfassendes State-of-the-Art- Leistungspaket für Business Process Outsourcing. Seinen Vortrag schloss SPS-Manager Alexander Schäfer mit einem spannenden Ausblick auf neue Wachstumsfelder durch Prozess-Automation, Systeme auf Basis künstlicher und adaptiver Intelligenz, die kognitive Verfahren ermöglichen. Die 11. Comparting zeigte eindrucksvoll, warum mehrkanalfähige Dokumentenverarbeitung zunehmend zur Drehscheibe in der Kundenkommunikation wird. Das nächste Comparting findet am 17. und 18. November 2016 statt. (www.compart.com) Harald Grumser, Vorstandsvorsitzender der Compart AG: „Wenn wir Komplexität nicht ausmultiplizieren wollen, dürfen Anwendungen keine kanalspezifische Logik enthalten.“ Compart im Erfolgsmodus Auf die Zielgerade des Geschäftsjahres 2014/15 konnte die Compart AG, nach den Worten von Harald Grumser, „sehr entspannt einbiegen“. Der Gründer und Vorstand des Output-Spezialisten aus Böblingen berichtete auf dem Comparting-Kongress von einer außergewöhnlich erfolgreichen Entwicklung. Mittlerweile ist das Unternehmen in 35 Ländern vertreten. Über die Hälfte des Umsatzes wird mit dem Kernprodukt DocBridge Pilot und der Plattform-Lösung DocBridge Domtrac erzielt. Alle Softwarelösungen sind auch cloud-fähig. Die einzelnen Lösungskomponenten sollen noch weiter modularisiert werden. Dennoch liegt der Fokus der Aktivitäten auf dem Angebot kompletter Lösungsplattformen. Grumser: „Unser Ziel ist es nicht, das Anhängsel zu sein, sondern die Plattform zu stellen.“ Des Weiteren will man die Lösung mit, laut Grumser, „inhaltsorientierten Komponenenten“ ausbauen sowie „Komponenten für die Vorgangsbearbeitung“ hinzufügen. Die Compart AG sieht sich längst nicht mehr als Produktanbieter sondern als Technologieunternehmen und Lösungsanbieter. Zum Ausdruck kommt das auch in dem neuen Unternehmensclaim „Document & Content Technology Solutions“. Da die Dokumentenverarbeitung immer mehr zu einer Drehscheibe in der Kundenkommunikation wird, muss die Dokumentenaufbereitung den Anforderungen an den mehrkanaligen Versand konsequent folgen. Unverzichtbar ist dabei das responsive Design bei der Präsentation, dem auch Compart jetzt mit neuer Website gerecht wird. Was Multichannel-Output in letzter Konsequenz bedeutet, war Kernthema des 11. Comparting, das am 15. und 16. Oktober in Böblingen stattfand. Mit 375 Teilnehmern erreicht die Veranstaltung einen neuen Rekordzuspruch. BIT 7–2015 | 65


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