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BIT 07-2015

Output-Zentrale und Document-Factory Output-Management Comparting 2015 ganz im Zeichen der Digitalisierung Weitblick auf das Naheliegende „Das Internet ist für uns alle Neuland“ behauptete die Bundeskanzlerin vor nicht allzu langer Zeit und machte sich damit zum Gespött im Web. Un - abhängig von der Intention dieses Ausspruchs (mit dem der NSA-Lauschangriff erklärt werden sollte), lag Merkel nicht falsch. Letztendlich geht es um die Digitalisierung, die komplette Vernetzung von Menschen, Unternehmen und Gegenständen. Mittlerweile bemühen sich zahlreiche Studien darum, die Komplexität des Themas aufzudröseln. Dirk von Gehlen, der erste Referent des diesjährigen Comparting, nach der Begrüßung durch Compart-Vorstand Harald Grumser, tastet sich mit ebenso einfachen wie erkenntnisreichen Feststellungen an das, was für uns alle doch irgendwie Neuland ist: die allumfassende Konnektivität, nicht nur als ökonomisches Netzwerk, sondern auch als prägender neuer Faktor für das Leben der Menschen und ihr Verhalten. Für alle Zuhörer, die sich von der Digitalisierung mitunter überfordert fühlen und neidvoll den unbefangenen Technologie-Gebrauch jüngerer Generationen bestaunen, hat der New-Media-Experte eine verblüffende Erklärung parat. Die Frage, wie die Menschheit seit jeher mit Neuerungen umgeht, beantwortet er in drei Sätzen: „1. Was da ist, wenn man geboren wird, gilt als normal. 2. Was erfunden wird, bis man etwa 30 Jahre alt ist, gilt als Chance und Job-Option. 3. Was nach dem 30. Geburtstag erfunden wird, gilt als Angriff auf die natürliche Ordnung der Dinge.“ Spannend war vor allem, wie der Referent die Frage beantwortet: Wie verändert die Digitalisierung Wirtschaft und Gesellschaft und was bedeutet all das für mögliche Geschäftsmodelle?. Von Gehlens zentrale Aussage: „Die Digitalisierung ist das Ende des Durchschnitts“, denn sie ermögliche und verlange nach höchstmöglicher Individualisierung, was der Kommunikationswissenschaftler an alltäglichen, aber verblüffenden Beispielen darstellte. Damit steuerte der Referent auf das Leitthema der Böblinger Tagung zu: „Impulse für die digitale Kommunikation“, so der erste Teil des Mottos. Auch Dokumente müssen sich anpassen Dem weiteren Teil des Leitspruchs „… weg von den Seiten hin zu den Inhalten“ widmete sich ausführlich Harald Grumser in seinem zentralen Vortrag am zweiten Konferenztag. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Unternehmen für die rasant zunehmende Digitalisierung in der Kundenkommunikation wappnen können. Entscheidend sei vor allem die Loslösung von A4 als Standard in der Dokumentenerstellung. Das Seitenformat sei denkbar ungeeignet für die neue Welt der Kommunikation, denn ein am A4-Format orientiertes Dokument lasse sich auf Smartphone & Co. schlecht darstellen, geschweige denn verarbeiten. Vielmehr komme es im Dokumenten und Output-Management darauf an, die Inhalte unabhängig vom Versandweg zu transferieren. Dazu müssten Erstellung und Versand aber entkoppelt werden und außerhalb der jeweiligen Fachanwendung stattfinden. Grumser überraschte in diesem Zusammenhang das Auditorium damit, dass selbst aktuelle Trends wie HTML5 nur eine Etappe auf dem langen Weg zur mehrkanalfähigen Dokumentenverarbeitung sind. Damit schloss er unmittelbar an die Aussage Dirk von Gehlens an, der beispielhaft zeigte, dass Nach seinem Vortrag ging ein leises Raunen durch den Saal. Dirk von Gehlen, Leiter Social Media bei der Süddeutschen Zeitung, stiftete an zu einem neuen Blick auf das vielbe - schworene Thema Digitalisierung. Der Vortrag des Bloggers und Buchautors war jedoch nur eines von vielen inhaltlichen Glanzlichtern der diesjährigen Groß-Konferenz des Output- Spezialisten Compart. Wie die Digitalisierung Wirtschaft und Gesellschaft verändert, und was all das für mögliche Geschäftsmodelle bedeutet, skizzierte Dirk von Gehlen von der Süddeutschen Zeitung in seinem Eröffnungsvortrag auf dem 11. Comparting. 64 | BIT 7–2015


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