Page 57

BIT 07-2015

Jörg Vogler, Geschäftsführer Zeutschel GmbH: „Die Kompetenz, die wir bei der analogen Langzeitarchivierung besitzen, werden wir für den Bereich der digitalen Langzeitarchivierung einsetzen.“ Einmal ausführlich in 1000 alten Büchern schmökern: Das auf einem Pressetag in Tübingen erstmals vorgestellte Zeutschel ZED 10 3D Foyer macht es möglich. Zeutschel schlägt neues Innovations-Kapitel auf Virtuell drehen und wenden Allenfalls kann man sie unter Glas bestaunen, meistens sind sie jedoch nur der Wissenschaft zugänglich. Gemeint sind bibliophile Kulturgüter, wie etwa die Gutenbergbibel, der Codex Angelicus oder das Reichenauer Evangeliar. Zeutschel ermöglicht es nun, diese Kostbarkeiten einem großen Publikum zugänglich zu machen. Virtuell, dreidimensional und mit beeindruckenden Effekten. Die Spezialapplikation zeigt, welches große Innovationspotenzial noch im Capturing und Präsentieren steckt und ganz nebenbei auch, warum Zeutschel als weltweiter Marktführer bei Aufsichtsscannern gilt. Museen gewandelt. „Beleg dafür sind ein stetiges Umsatzwachstum und steigende Kundenzahlen sowie eine kontinuierliche Erweiterung des Produkt - sortiments“, wie Jörg Vogler betonte. Demnach verdient Zeutschel heute ca. 15 Prozent des Gesamtumsatzes von 10 bis 12 Mio. Euro mit Software und Dienstleistungen. Von den ins - gesamt 60 Mitarbeitern sind 20 für Forschung und Entwicklung zuständig. Unter der Dachmarke Oscar ist ein umfassendes Sortiment an Software- Anwendungen und begleitenden Dienstleistungen für den Aufbau und Betrieb digitaler Sammlungen entstanden. Ein wichtiger Meilenstein in der Sortimentsentwicklung war die Einführung der integrierten Software-Plattform ‚ZED-Server’ mit Software-Tools für die unterschiedlichsten Digitalisierungsaufgaben, darunter für die Anbindung an OCR-Server oder eine Schnittstelle für den Zugang zu bibliographischen Informationssystemen. Als eines der zentralen Zukunftsthemen hat Zeutschel sich die digitale Langzeitarchivierung auf die Fahnen geschrieben. Jörg Vogler: „Die Herausforderungen der digitalen Langzeit - archivierung sind enorm: Es müssen neben den eigentlichen digitalen In - halten auch die beschreibenden Metadaten und gegebenenfalls die dazugehörige Software archiviert werden. Zusätzlich sind Migrationsszenarien zu definieren, um die langfristige Konsistenz der Daten und Inhalte zu sichern“. Der Zeutschel-Geschäftsführer sieht sein Unternehmen bei diesem Zukunftsthema hervorragend positioniert. „Seit der Firmengründung beschäftigen wir uns mit der Langzeit - archivierung auf Mikrofilm. Wir sind technologischer Trendsetter in diesem Bereich“, erläutert Jörg Vogler und verweist als Beispiel auf den Archive- Writer OP 600, der digitale Bilder und Dokumente auf 16 mm und 35 mm Rollfim schreibt. (www.zeutschel.de) BIT 7–2015 | 57 Das auf einem Pressetag in Tübingen erstmals vorgestellte Zeutschel ZED 10 3D Foyer macht es möglich, mit Gesten virtuell ein Buch zu drehen, darin zu blättern oder Seiten und Einband zu vergrößern. Die Bewegungen der Hände und Finger werden von einer Kamera erfasst und von der Software als Gesten bzw. Eingabebefehle interpretiert. Das System besteht aus einem einfach zu bedienenden Buch-Editor, einer 3D-Präsentationssoftware und einem Interaktionssystem für die Gestensteuerung. Die Lösung ist Ergebnis eines Gemeinschaftsprojektes von Zeutschel, dem Fraunhofer Heinrich Hertz-Institut und der Bayerischen Staatsbibliothek, wo das System bereits im Einsatz ist. Zielgruppen sind Bibliotheken, Museen und Archive. Die Software lässt sich aber auch in der Industrie für Produktpräsentationen einsetzen. Weitere Systeme dieser Art sind laut Zeutschel-Geschäftsführer Jörg Vogler in Planung. Zeutschel hat sich in den letzten fünf Jahren erfolgreich zum Lösungs - anbieter für die Digitalisierungsaufgaben von Bibliotheken, Archiven und


BIT 07-2015
To see the actual publication please follow the link above