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BIT 07-2015

Geschäftsprozesse „Das Netz“ – Ein Bookeye 4 verknüpft die analoge und digitale Welt des Wissens Vom Rosinenbomber bis zum Buchscanner Seit September 2015 ist das Deutsche Technikmuseum in Berlin um eine Attraktion reicher. Ebenso aufwendig wie liebevoll gestaltet, versammelt die neue Dauerausstellung „Das Netz“ auf 1600 Quadratmetern alles, was für normale User sonst hinter Router und Telefonsteckdose in der Wand verschwindet. Höhe- und Endpunkt der kurzweiligen vielfältigen Reise durch die Datenwelt ist ein Bookeye 4 von Image Access. Mehr Dynamik lässt sich in der Architektur eines Museums kaum vorstellen. Über dem Hauptgebäude schwebt, fest am Dach montiert, der 70 Jahre alte Rosinenbomber „Skytrain“ vom Typ Douglas C-47 B, als befinde er sich im permanenten Landeanflug auf den Potsdamer Platz nebenan. Einst gehörte diese Maschine zur Luftbrücke, die West-Berlin mit ihren Versorgungsflügen am Leben hielt. Inzwischen begrüßt sie jährlich weit mehr als eine halbe Million Besucher in Berlins erfolgreichstem Landesmuseum. Themen statt Sammlungen Hinter der auffälligen Hingucker- Fassade wächst das Deutsche Technikmuseum nicht minder dynamisch weiter. Zug um Zug entsteht auf dem historischen Bahnhofsgelände dahinter ein neues Museumsquartier, das so genannte Technoversum, auf einer Baufläche von 25000 Quadratmetern. Während die Exponate bisher sammlungsbezogen gezeigt wurden – also etwa Energie, Druck, Textilproduktion, diverse Verkehrsmittel –, geht es nun um einen neuen „themenbezogenen Ansatz“, der Technik als Teil unserer Kultur analysiert und darstellt. Anders ausgedrückt: Statt einzelne Exponate zu bestaunen oder zu belächeln, sollen Besucher erfahren, was Menschen mit Technik machen, wie sie ihnen dient – und natürlich auch, wo Risiken lauern. Einen ersten großen Schritt in diese ehrgeizige Zukunft geht die Ausstellung „Das Netz“. Sie belegt zwei langgezogene, weitläufige Hallen an der Ladestraße des Anhalter Güterbahnhofs. „Warum vernetzen wir uns eigentlich? Und wie? Vor allem diese Frage wollen wir beantworten“, erläutert der junge Historiker Jörg Rüsewald das Projekt, das er gemeinsam mit fünf weiteren Kuratoren und einem wissenschaftlichen Volontär realisierte. Gleich am Eingang macht ein drei - dimensionales Modell die Schau im wahrsten Sinn des Wortes „begreifbar“; denn alle Teile und Themen - inseln lassen sich wie Bauklötzchen ertasten, einschließlich Erläuterungen in Braille-Blindenschrift. Unverbindliches Anbandeln Ja, warum vernetzen wir uns eigentlich? Na, zum Flirten beispielsweise. In der Abteilung „Connect“ beweisen das zwei riesige Tischtelefone mit Nummernschildern aus dem legen - dären Ballhaus Resi an der Berlin- Neuköllner Hasenheide. So konnten kontaktfreudige Damen und Herren aus sicherer Distanz miteinander unverbindlich anbandeln. Überrascht lernt der Besucher, welch wichtige Rolle trotz aller Satelliten- und Sendetechnik weiterhin klassische Seekabel spielen und wie riesig der Aufwand ist, mit dem ein komplexes Geflecht von Wetterstationen gigantische Datenmengen verarbeitet, um damit Veränderungen im Weltklima festzustellen oder das regionale Wetter vorherzu - sagen. Beim Rundgang eine Ecke weiter steht er zunächst irritiert vor einer alarmgesicherten Vitrine mit Elektroschrott. Darin liegt ein arg ramponiertes Computer-Mainboard, das die Spuren brutaler Zerstörung zeigt. Was es so wertvoll macht? Die Hauptplatine enthielt einmal Dateien des NSAWhistleblowers Edward Snowden, die beim Londoner Guardian gespeichert waren. Sie musste 2013 unter Aufsicht des britischen Geheimdienstes GCHQ zerstört werden. Die Hardwarereste wurden dem Deutschen Technikmuseum nur unter strengen Sicherheitsauflagen zeitlich befristet zur Verfügung gestellt. Ein Exponat, das viel Image Access- Geschäftsführer Rüdiger Klepsch (rechts): „Dieses Museum der Zukunft ist etwas Richtungweisendes, das hervorragend zur Philosophie unseres Unternehmens und zu unseren Produkten passt“. Kurator Jörg Rüsewald (links): „Dieser Buchscanner ist für uns so wichtig, weil er das Analoge mit dem Digitalen verbindet.” Scannen 54 | BIT 7–2015


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