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BIT 07-2015

BIT 7–2015 | 33 besten passt. Ob das nun zu Hause, im Büro, im Café oder im Park ist. Diese Wahlfreiheit ist für viele ein ganz zentrales Kriterium. Das Büro bleibt wichtig – aber es kommen weitere Arbeitsorte gleichberechtigt hinzu. Berthold Auch wenn diese Entscheidungsfreiheit wichtig ist, verliert das Büro keinesfalls an Bedeutung. Im Büro laufen auch künftig alle Fäden zusammen. Hier tauschen sich die Mitarbeiter persönlich aus, drucken ihre Unterlagen aus und stimmen sich gegenseitig ab. BIT Welche Vorteile versprechen sich Unternehmen davon, moderne Arbeitskonzepte einzuführen? Schulte Am wichtigsten ist, dass die Mitarbeiter produktiver sind. In unserer Studie sagen das fast zwei von drei befragten Firmen. An zweiter Stelle: die Mitarbeiter durch automatisierte Prozesse zu entlasten. So können die sich stärker mit ihren Kernthemen beschäftigen. Ein dritter Punkt ist das Thema Kosten. Wenn Mitarbeiter seltener im Büro arbeiten und ihren Arbeitsplatz frei wählen können, können Unternehmen die Zahl der Schreibtische verringern und Kosten reduzieren – denn es sind ja nie alle Mitarbeiter gleichzeitig anwesend. BIT Geht es also nur darum, die Produktivität zu erhöhen und Kosten zu optimieren? Schulte Nein, es geht um mehr: Nämlich auch darum, bestehende Strukturen aufzubrechen, nicht mehr die ständige Präsenz des Mitarbeiters im Büro zu verlangen. Der dann auch mehr Selbstbestimmung als früher hat. Dafür brauchen die Mitarbeiter das Vertrauen des Arbeitgebers, dass sie auch außerhalb des Büros Leistung bringen können. Unternehmen müssen das wollen und leben, vor allem die Führungskräfte. Sonst funktioniert es nicht. Berthold Das trifft den Kern der Sache. Unternehmen müssen ihren Mitarbeitern zutrauen, dass sie auch gute Arbeit abliefern, wenn sie nicht in direkter Reichweite ihres Vorgesetzten sitzen. Als Vertriebs- und Serviceorganisation kennen wir das. Wir sind somit in der Lage, unsere Kunden dahingehend bestens zu beraten. BIT Für manchen ist das vielleicht trotzdem nur ein Strohfeuer. Schulte Wer so denkt, ist schlecht beraten. Dass sich der Arbeitsplatz längst im Wandel befindet, ist keine Plattitüde, sondern ein Fakt. Die Unternehmen müssen sich damit auseinandersetzen, wenn sie nicht im Wettbewerb zurückfallen wollen. Wer das nicht tut, dem wird bald die Basis für talentierte Mitarbeiter fehlen. Wir haben auf unserer Eventreihe mit Triumph-Adler gemerkt, dass dieses Thema in der Wirtschaft bereits angekommen ist. Berthold Der Wandel der Arbeitswelt ist im vollen Gange. Für viele Führungskräfte ist es bereits heute gang und gäbe, zu jeder Zeit von überall auf benötigte Informationen zuzugreifen. Dies erfordert, dass die IT-Abteilung näher an die Fachabteilungen heranrückt. Nur so lässt sich der Umgang mit Daten und Informationen effizienter gestalten. Denn ein solcher wird immer mehr zu einem entscheidenden Faktor für den Unternehmenserfolg. BIT Der Arbeitsplatz der Zukunft wird also vor allem durch Flexibilität gekennzeichnet sein. Auf was kommt es bei der Umsetzung flexibler Arbeitsmodelle Ihrer Meinung nach besonders an? Berthold Neue Arbeitsplatzmodelle zeichnen sich dadurch aus, dass diese, wie bereits erwähnt, noch stärker auf die Mobilität von Beschäftigten zugeschnitten sind. Neue Technologien ermöglichen, dass wir von überall aus produktiv sein können. Speziell jüngere Generationen wollen ihren Arbeitsplatz und ihre Arbeitszeit stärker selbst gestalten. Das alles setzt Vertrauen voraus und die Messung der Ergebnisse, nicht der Präsenzzeit. Flexible Arbeitsmodelle bedeuten auch eine Veränderung etablierter Abläufe. Unser Appell ist, frühzeitig Konzepte zu entwickeln und alle Generationen mitzunehmen. BIT Herr Berthold, Herr Schulte, vielen Dank für das Gespräch. (www.talking-future.de www.triumph-adler.de) „Mitarbeiter wollen aber heute an dem Ort arbeiten, der für sie in der jeweiligen Situation am besten passt. Ob das nun zu Hause, im Büro, im Café oder im Park ist.“ (Mark Schulte) „Unternehmen müssen ihren Mitarbeitern zutrauen, dass sie auch gute Arbeit abliefern, wenn sie nicht in direkter Reichweite ihres Vorgesetzten sitzen.“ (Kurt Berthold) „Dass sich der Arbeitsplatz längst im Wandel befindet, ist keine Plattitüde, sondern ein Fakt.“ (Mark Schulte) Auch wenn flexibles Arbeiten wichtig ist, verliert das Büro keinesfalls an Bedeutung – hier laufen auch künftig alle Fäden zusammen. Abb.: TA Triumph-Adler. „Neue Arbeitsplatzmodelle zeichnen sich dadurch aus, dass diese noch stärker auf die Mobilität von Beschäftigten zugeschnitten sind.“ (Kurt Berthold)


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