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BIT 07-2015

Geschäftsprozesse Digitaler Wandel 26 | BIT 7–2015 Digitaler Wandel: Mensch, Motivation, Methodik Wandel beginnt in den Köpfen „Wir werden uns immer mehr bewusst, dass die wichtigsten Fragen nicht technische, sondern menschliche Fragen sind“, schrieb der legendäre Management-Pionier Peter Drucker bereits 1967. Heute, wo wir den digitalen Wandel hautnah erleben, lassen sich aus dieser Mahnung eine Reihe von Fragen ableiten, die Unternehmen sich mit Blick auf die digitale Transformation stellen müssen. BIT sprach darüber mit Steffen Schaar, Mitglied der Geschäftsleitung „The Quality Group“. Das Unternehmen hat sich besonders durch die Kombination von prozess-orientierter Beratung mit technischem Lösungs- Know-how einen Namen gemacht. BIT Herr Schaar, unter dem Schlagwort „Digitale Transformation“ scheint ein neues Zeitalter in Wirtschaft und Gesellschaft anzubrechen. Man denkt sofort an Technologien und die IT-Branche sieht darin auch große Marktpotentiale. Aber sind die Technologien nicht die Spitze des Eisberges? Steffen Schaar Veränderung kommt vom Menschen. Der Mensch muss die Geschäftsprozesse gestalten, sie dürfen ihm nicht übergestülpt werden. Es wird immer viel Geld in IT-Projekte investiert, aber viele Projekte scheitern oder weichen zumindest enorm vom veranschlagten Budget ab. Warum ist das so? Weil vor allem in Technologien gedacht wird, nicht in den Organisationsprozessen, die von den entsprechenden Technologien unterstützt werden sollen. Die Prozesse sind aber eine Angelegenheit der Menschen, insbesondere der Menschen und Mit - arbeiter, die in den Fachabteilungen die Abläufe zugrunde legen. Bei aller Digitalisierung muss doch die gesamte Unternehmensorganisation und die direkt in die Prozesse involvierten Mitarbeiter auf die digitale Reise mit - genommen werden. BIT Menschen hängen oft an den gewohnten Abläufen und Prozessen. Sie tauschen sie ungern gegen neue ein. Schaar Da muss ich Ihnen wider - sprechen. Menschen sind vielmehr interessiert daran, Abläufe effizienter zu gestalten, wenn sie einen Sinn darin sehen. Sie wissen, dass Wissens- Management, Qualitätssicherung und Qualitätsausbau, Transparenz der Prozesse sowie compliantes Handeln zu den herausragenden Wettbewerbsfaktoren gehört. Die Prozesse müssen darauf ausgerichtet sein. BIT Wir erleben gerade, dass eine Reihe dieser Faktoren nicht von allen in der Wirtschaft ernst genommen werden, wie uns das Beispiel VW zeigt. Schaar: Das von Ihnen genannte Beispiel zeigt, dass gerade strukturiertes Informations-Management mit abteilungsübergreifenden Prozessen für ein hohes Maß an Transparenz sorgen können und damit solche weitreichenden strategische Fehlleistungen rechtzeitig erkannt und vermieden werden können. Eine durchdachte Prozess- Organisation hilft beim Bewerten und Analysieren von Risiken, die bei strategischen Maßnahmen auftreten können. Wie auch im aktuellen von Ihnen an - gesprochenen Beispiel hat der Spruch „Gut ist der Feind von exzellent“ – tragische Bedeutung, denn „gut“ war gestern. In Zeiten von Agilität und digitaler Transformation muss mehr denn je die ständige Erneuerungs-und Controlling-Kultur in den Köpfen der Menschen verankert werden. BIT Kommen wir zurück zu den Treibern, die den digitalen Wandel unzweifelhaft beschleunigen: Die mobilen Systeme, vor allem Smartphones, die Vernetzung und das damit verbundene Datenwachstum (Big Data) sowie die Cloud. Wie müssen sich Unternehmen darauf einstellen? Schaar Wir erleben mit der Digitalisierung eine neue Ära im Umgang mit Informationen sowohl mit Blick auf den Verbraucher wie auch auf die Anbieter von Produkten und Dienstleistungen. Auf die Unternehmen bezogen bedeutet dies Integration von Wissen und Prozessen statt Abteilungsdenken, Transparenz statt nur Daten zu sammeln und anzuhäufen und Geschäftsprozess Denken statt IT-Denken. Steffen Schaar, Mitglied der Geschäftsleitung The Quality Group: „Bei aller Digitalisierung muss die gesamte Unternehmens - organisation und die direkt in die Prozesse involvierten Mitarbeiter auf die digitale Reise mitgenommen werden.“ „In Zeiten von Agilität und digitaler Transformation muss mehr denn je die ständige Erneuerungs-und Controlling-Kultur in den Köpfen der Menschen verankert werden.“ „Eine durchdachte Prozess-Organi - sation hilft beim Bewerten und Analysieren von Risiken, die bei strategischen Maßnahmen auftreten können.“ „EIM beschreibt nicht mehr ITLösungen oder Techniken, sondern Werte durch ITLösungen.“


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