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BIT 07-2015

„Ich sehe meine primäre Aufgabe als neuer Geschäftsführer BIT 7–2015 | 13 gen auf die Kosten ausgewirkt. Auch unsere Kundenbeziehungen wurden zum Teil in Mitleidenschaft gezogen. Um das Ergebnis zu verbessern, müssen wir natürlich auch die Kosten in den Griff bekommen. Aber bloßes cost-cutting ist für mich, wie Sie vielleicht schon bemerkt haben, keine veritable Wachstumsstrategie. Deshalb konzentriere ich mich darauf, die Rentabilität in erster Linie durch genuines Umsatzwachstum zu verbessern. Deshalb stellen wir jetzt die Weichen, um unsere Performance ganz auf das Kundengeschäft auszurichten, sowohl operativ als auch strategisch. Auch die Vertriebsunterstützung intern werden wir optimieren. BIT Wie kommt man bei der Neupositionierung der Marke voran? Welches Bild soll von Ricoh in der Außendarstellung vermittelt werden? Cantuniar Was die Positionierung der Marke Ricoh anbelangt, hat unser Mutterkonzern ja mit der Einführung der acht Service-Lines ein ganz deut - liches Zeichen gesetzt. Es geht nun mehr denn je darum, Ricoh als Dienstleistungsunternehmen zu positionieren. In Deutschland sind wir mit der Umsetzung dieser Strategie und der damit verbundenen Marktdurch - dringung ja schon sehr weit. Die Geschäftsentwicklung in Bereichen wie IT-Infrastructure-Services, Communication-Services und Business- Process-Services sowie die inzwischen führende Rolle, die wir am Markt für digitalen Produktionsdruck spielen, sprechen für das herausragende Potenzial, über das wir im Hinblick auf die globale strategische Ausrichtung von Ricoh verfügen. Durch die von mir bereits betonte Fokussierung auf Vertrieb und Kundengeschäft wird sich genau dies ganz zwangsläufig auf die Außendarstellung der Marke Ricoh auswirken. BIT Mit dem Lösungsmodell Pay Per Seat hat Ricoh im letzten Jahr ein Paket geschnürt, das die ITInfrastruktur innerhalb eines Pay- Per-Use-Modells zusammenfasst. Welche Erfolge konnte Ricoh bisher mit diesem Konzept verzeichnen? Welche Kundengruppe steht im Vertriebsfokus? Cantuniar Das Geschäft mit Pay Per Seat entwickelt sich gut. Die Idee, unsere IT-Infrastruktur-Lösungen über dieses Modell zu vermarkten, stößt sowohl bei unseren Kunden als auch bei unseren Fachhandelspartnern nach wie vor auf großes Interesse. Dieses Potenzial müssen wir jetzt einfach noch effektiver ausschöpfen, insbesondere im Segment für kleine und mittelständische Unternehmen, für die das Modell ja vorrangig konzipiert wurde. Auch hier wird es darum gehen, die Integration der Unternehmensbereiche für das Geschäft mit IT-Infrastructure- Services intern weiter voranzutreiben. Die dadurch gewonnenen Synergie - effekte können und werden dazu führen, dass auch der Absatz von Pay Per Seat im Direktgeschäft wie im Fachhandel deutlich angekurbelt wird. BIT Wir haben gerade über sich verändernde Kundenbedürfnisse gesprochen. Im Zeitalter des Digitalen Wandels verändert sich einiges, auch die bisher bekannte Arbeitswelt. Die von Ricoh in Auftrag gegebene Studie „4G Workplace” hat dieses Thema genauer untersucht. Die vor kurzem veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass die Erwartungen der Generation Z an den Arbeitsplatz extrem hoch sind. Es ist auch von einer „immer online”- Mentalität die Rede. Wie wichtig sind Ihrer Ansicht nach diese Erkenntnisse und welche Rückschlüsse ziehen Sie daraus für das Unternehmen Ricoh, aber auch für die Entwicklung der gesamten Branche? Cantuniar Die Erkenntnisse spielen eine ganz wesentliche Rolle, und zwar nicht nur für uns, sondern für die gesamte Branche. Denn im Prinzip machen die von uns in Auftrag gegebenen Studien deutlich, dass sich im Zuge des digitalen Wandels der gesamte Umgang mit Information und auch die Kommunikation ganz grundlegend, um nicht zu sagen radikal ändern. Der Eintritt der Generation Z in die Arbeitswelt stellt ja in diesem Zusammenhang tatsächlich viele Unternehmen vor ganz neue und konkrete Herausforderungen. Nicht nur im Hinblick auf die von Ihnen erwähnte Mentalität. Es geht hierbei nicht nur um neue Erwartungshaltungen in puncto digitaler und mobiler Arbeitsweisen, denen man durch einfache Technologielösungen Rechnung trägt. Die Entwicklung, die sich hier abzeichnet, geht wesentlich tiefer und wirkt sich nicht nur an der Oberfläche, sondern vielmehr ganz grundlegend auf den gesamten geschäftskritischen Betrieb aus. Digitalisierung ist somit mehr als eine Kulturfrage. Sie entscheidet mehr denn je über Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit, sowohl am Arbeitsmarkt als auch in der globalen Wirtschaft. Deshalb suchen und brauchen Unternehmen kompetente Partner, die sie auf diesem Weg langfristig unterstützen und begleiten. Mit innovativen Technologien und, was viel entscheidender ist, ganzheitlichen Lösungs und Service-Konzepten, die von Anfang an die bestehenden Arbeitsweisen und Geschäftsprozesse berücksichtigen und mit in den digitalen Trans - formationsprozess einbeziehen. Genau das ist der Ansatz von Ricoh. BIT Vielen Dank für das Gespräch, Herr Cantuniar. (www.ricoh.de) „Im Zuge des digitalen Wandels ändert sich der gesamte Umgang mit Information und auch die Kommunikation ganz grundlegend, um nicht zu sagen radikal.“ „Bloßes costcutting ist für mich keine veritable Wachstums - strategie.“ vor allem darin, unseren Fokus noch stärker auf das auszurichten, was das Unternehmen insbesondere im Kern geschäft MPS zum Leader gemacht hat.“ „Digitalisierung ist mehr als eine Kulturfrage. Sie entscheidet mehr denn je über Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit, sowohl am Arbeitsmarkt als auch in der globalen Wirtschaft.“ „Unsere Führungsrolle im Kern - geschäft wollen und werden wir ausbauen und konsolidieren.“ „Wir stellen jetzt die Weichen, um unsere Performance ganz auf das Kundengeschäft auszurichten, sowohl operativ als auch strategisch.“


BIT 07-2015
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