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BIT 06-2015

Durchschnitt sowie in allen Segmenten zu beobachten. Im Drucktechnologie-Mix sind erhebliche Verschiebungen zu verzeichnen. Beim Rollen-Offset-Druck für Großauflagen ist ein leichter Rückgang festzustellen, der Bogen-Offset-Druck liegt knapp im positiven Bereich; sehr positiv steht der Einzelblatt-Digitalfarbdruck weltweit da. Der Wachstumstrend beim Flexodruck für Verpackungen hält an, und insbesondere in Übersee gibt es ein stärkeres Interesse an hybriden Technologien. Während das rasante Wachstum beim Digitaldruck noch keine Anzeichen für eine Verlangsamung erkennen lässt, muss darauf hingewiesen werden, dass dieser für die Mehrzahl nur einen geringen Umsatzanteil ausmacht: Die meisten Druckereien erwirtschaften den überwiegenden Teil ihres Geldes immer noch mit konventionellem Druck. Viele Branchen-Kommentatoren fordern die Druckereien auf, sich zu diversifizieren und druckfremde Umsätze zu generieren. Obwohl das auch langsam erfolgt, haben sich die Zahlen gegenüber dem vergangenen Jahr nicht verändert: Weltweit erwirtschaften nur 27 Prozent der Unternehmen mehr als 10 Prozent ihres Umsatz im Non-Print-Bereich. Die jüngsten Umfrageergebnisse zeigen, dass die Auswirkungen von Web-to-Print zwischen den einzelnen Segmenten unterschiedlich ausfallen. So ist Web-to-Print im Akzidenzdruck und im Functional Printing gang und gäbe. Doch das sind die Ausnahmen. Weiterhin haben nur wenige einen signifikanten Anteil ihres Umsatzes auf diese Weise erwirtschaftet. Lediglich 17 Prozent der Web-to-Print-Installationen weltweit erzielen mehr als 25 Prozent des Unternehmensumsatzes. Investitionspläne der Druckdienstleister Wenn man die Ergebnisse der ersten Umfrage im Oktober 2013 mit den aktuellen vergleicht, ist zu erkennen, dass sich die Erwartungen weltweit nicht ganz erfüllt haben. Trotzdem hält der Trend zu Investitionen erfreulicherweise weiter an. Die Prognosen für die nächsten Monate sind immer noch positiv, aber verhaltener. In welche Drucktechnologien investieren die Druckdienstleister? Schon im ersten Drupa Global Trends Report standen digitale Einzelblatt- Farbdruckmaschinen bei allen Druckereien an erster Position, der Bogen- Offset-Druck folgte an zweiter Stelle – mit Ausnahme der Verpackungsdruckereien, die auf Flexodruck setzen. Im aktuellen Report ist ein ähnliches Bild zu erkennen – wobei Bogen- Offset-Druck etwas beliebter geworden ist als digitaler Einzelblatt-Farbdruck. Das Tempo der Konsolidierungen in der Druckindustrie hält unvermindert an. 31 Prozent gaben an, dass sie im vergangenen Jahr eine Fusion, Übernahme oder einen Verkauf des Unternehmens in Erwägung gezogen hatten. Das sind 3 Prozent mehr als der Vergleichswert aus der vorherigen Befragung. Davon haben 46 Prozent im letzten Jahr eine Transaktion abgeschlossen oder gehen davon aus, es im kommenden Jahr zu tun. Vor dem Hintergrund des aktuellen Wirtschaftsklimas, in dem ein organisches Umsatzwachstum mit angemessenen Margen nur schwer zu erzielen ist, werden strategische Partnerschaften sowie Fusionen und Übernahmen wahrscheinlich zunehmen. Dadurch werden Druckereien eher in der Lage sein, ihr Kerngeschäft zu stärken und sich mit geringem Risiko zu diversifizieren. Der Wettbewerb und die mangelnde Nachfrage waren für Druckereien und Maschinenbauer/Zulieferer die größten Wachstumshemmnisse. Angesichts des labilen Marktes und des trotzdem notwendigen Wachstums war es klar, dass für die Maschinenbauer/ Zulieferer die Markteinführung neuer Produkte sowie die Entwick - lung neuer Vertriebskanäle höchste Priorität hatten. Schon im letzten Jahr verzeichneten viele Druckereien einen erheblichen Nachfragerückgang nach ihren Drupa Global Trends Report Mit dem Drupa Global Trends Report – dem zweiten einer Serie – wollen die Drupa-Veranstalter bis zur Drupa 2016 und darüber hinaus die Wirtschafts und Marktentwicklung in der globalen Printindustrie analysieren. Der Report wurde auf Grundlage einer Umfrage erstellt, die im Oktober 2014 durchgeführt wurde und an der mehr als 1100 Entscheidungsträger aus allen Weltwirtschaftsregionen teilgenommen haben. (www.drupa.de) Kernprodukten. Von daher ist es nur logisch, sich zu diversifizieren und neue, profitable Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Gegenüber dem vergangenen Jahr ist ein Anstieg von Unternehmen zu verzeichnen, die zusätzliche Dienstleistungen (meist im Bereich digitaler Kanäle) anbieten. Hier hat Nordamerika eine Vorreiterrolle übernommen. Andere Regionen – wie der Mittlere Osten und Süd-/Mittelamerika – bleiben dagegen zurück, was möglicherweise auf regionale Unterschiede in der Nutzung von Internet-Diensten zurückzuführen ist. Fazit: Trotz der in vielen Teilen der Welt schwierigen Wirtschaftslage äußern sich die Druckereien und Maschinenbauer/Zulieferer des Drupa Experten-Panels optimistisch zu den wirtschaftlichen Aussichten ihrer Unternehmen – auch wenn viele einzelne Parameter eher einen negativen Trend implizieren. Dieser Optimismus wird durch die erheblichen Investitionspläne gestützt, die sowohl Druckereien wie auch Maschinenbauer/Zulieferer für 2015 angegeben haben. Sie sind sich bewusst, dass sie nur mit einer positiven Entwicklungsstrategie in einer Welt der multimedialen Kommunikation relevant und konkurrenzfähig bleiben können. (www.drupa.de) BIT 6–2015 | 67


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