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BIT 06-2015

Zukunft Inkjetdruck Neue Geschäftsfelder warten Was darf es sein: Verpackungen, Etiketten, Großflächen, Textil, Industriedruck, Interieurs, Keramik oder gar 3D? Gewieften Druckdienstleistern, die sich Ertragschancen jenseits ihres Stammgeschäfts erschließen möchten, lässt Inkjet die Qual der Wahl. Attraktivere Preismodelle für Tinte, ein breiteres Angebot von Inkjetoptimierten Substraten, eine neue Generation von Inkjetdruckern, die auch auf gängigen Offsetpapieren brillieren – dies sind aus Sicht von Sean Smyth die wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass Inkjet endgültig von der Nische zum Massenmarkt avanciert. Die Vorteile für Druckdienstleister? Mehr Agilität und höhere Margen im Stammgeschäft, kombiniert mit ungeahnten Chancen zur Ansprache neuer Zielgruppen. Technologisch ist das Verfahren in jederlei Hinsicht zur Reife gelangt, und betriebswirtschaftlich überzeugt es inzwischen nicht mehr nur bei Kleinauflagen. Die Drupa 2016 wird es zeigen. (www.drupa.de) Unit Director in Finnland: „Inkjet als Ersatz für Offset? Bisher war das für mich bestenfalls Zukunftsmusik, doch das Pro VC60000 hat mich eines Besseren belehrt.“ Rund 70 Mio. Euro jährlich erwirtschaftet Hansaprint über ein denkbar breites Portfolio – von POS-Materialien über Direktmarketing hin zu Zeitschriften und Büchern. Inkjet-Pioniere gestalten Trends mit Einige Druckdienstleister sind bereits angekommen in der Zukunft des Inkjetdrucks. Ein Musterbeispiel ist Real Digital International im Süden von London. Sich mit Transaktions- und Mailing-Anwendungen die Flexibilität und Wirtschaftlichkeit des Inkjetdrucks erschließen – mit diesem Anspruch ist das Unternehmen 2004 an den Start gegangen. Zwei Single-Pass-Inkjetdrucksysteme verband es mit einem Bahntransportsystem zu einer richtungsweisenden 650-mm-Inkjet-Duplex-Produktionslinie in Vollfarbe, und als die Farbqualität hinter den Erwartungen anspruchsvoller Markenartikler zurückblieb, entwickelte Real Digital International kurzerhand neue Papierbeschichtungen. Hinzu kommt eine umfassend automatisierte Weiterver - arbeitung (Schneiden, Falzen, Zusammentragen, Kuvertieren). Das Ergebnis: Eine beispiellose Erfolgsgeschichte, von der zahlreiche Auszeichnungen (unter anderem „PrintWeek Company of the Year“) künden. Jüngster Neuzugang im gut auf - gestellten Maschinenpark sind zwei Truepress Jet520-Duplex-Produktions - linien aus dem Hause Screen – doch auch dabei dürfte es nicht lange bleiben. Mit den Worten von David Laybourne, Geschäftsführer bei Real Digital International: „Unser Erfolg hat einen Namen: Inkjet. Wendig und vielseitig agieren wir damit an der Spitze des Marktes – um neue Nachfragetrends nicht nur aufzugreifen, sondern von Anfang an mitzugestalten.“ Zumal das Verfahren zusehends an Reife gewinnt: „Fortschritte gibt es insbesondere bei den Tinten zu verzeichnen: Bei erweitertem Farbraum können wir mittlerweile die unterschiedlichsten Papiere ohne Vorbehandlung in Angriff nehmen.“ Starkes Wachstum erwartet Weiterhin stehen die Zeichen für Inkjet klar auf Wachstum. Von 23 auf 70 Mrd. Euro sieht z. B. Smithers Pira den welt- Inkjet im Urteil von Anwendern Neue Dynamik Die Flexibilität und Wirtschaftlichkeit des Digitaldrucks verbinden sich mit der Produktivität und Bildqualität des Offsetdrucks.“ Peter Wolff, Director Commercial Printing Canon EMEA. „Bei einem Druckbild, das keine Wünsche offenlässt, begeistern sich unsere Kunden für unsere neu gewonnene Flexibilität und Schnelligkeit.“ Jukka Saariluoma, HansaPrint Business Unit Director. „Inkjet stellt heute die bevorzugte Drucktechnik für Keramik und andere dekorative Materialien dar.“ John Harper Smith, Fujifilm Speciality Ink Systems Business Development Manager. „Hinzu kommt das Potenzial des berührungslosen Tintenauftrags, das in der Druckindustrie eine völlig neue Dynamik geschaffen hat.“ Paul Adriaensen, PR Manager Agfa Graphics. „Wenn Kunden sich der Kosteneffizienz der leistungsstärkeren Inkjet- Technologie bewusst werden, ist es leichter sich dem Wandel zu öffnen und den Übergang zu wagen.“ Chris Rogers, Collins Vice President Sales & Marketing. Output-Zentrale und Document-Factory Produktionsdruck 62 | BIT 6–2015


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