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BIT 05-2015

BIT 5–2015 | 59 gen, die man behalten möchte, andernorts ablegen. In Dänemark gibt es seit neuestem gar eine elektronische Meldepflicht. Danach muss jeder Einwohner ab 15 Jahren einen digitalen Briefkasten für die Kommunikation mit Behörden einrichten. Bis Ende 2015 sollen 80 Prozent des Schriftverkehrs nur noch auf digitalem Weg erfolgen. Warum nicht Policen als De-Mail verschicken? Kein Grund also, das Ende der elektronischen Post herbeizureden, auch wenn Länder wie Deutschland und Österreich hinterherhinken. Bald wird auch jeder Bundesbürger eine elektronische Identität haben, in welcher Form auch immer. Dafür spricht auch, dass ohne eine solche bestimmte Transaktionen wie die Abfrage des Punktestandes beim Kfz-Bundesamt in Flensburg oder die elektronische Steuererklärung gar nicht denkbar sind. Zumindest für die nächsten Jahre wird es ein Nebeneinander beider Welten geben. Selbst konservative Branchen wie Banken und Versicherungen schließen da nichts mehr aus. Beispiel Barmenia: Deutschlands siebtgrößter Krankenversicherer verschickt einen Großteil seiner Dokumente bereits auf elektronischem Weg, darunter auch Policen. Tendenz steigend. Sicherheitsbedenken habe man dabei nicht. Für wen lohnt sich also wann welcher Versandkanal? Dazu ist zuerst folgendes zu klären: Wie hoch ist der Anteil an Dokumenten, die wirklich des Zustellungsnachweises und der Rechtssicherheit bedürfen? Typische Transaktionsdokumente wie Kontoauszüge, Gehaltsabrechnungen und Verbrauchsabrechnungen gehören sicher nicht dazu. Bei Schriftstücken, aus denen eine Rechtsfolge resultiert, beispielsweise Gerichtsvorladungen oder Bescheide von Ämtern und Behörden, sieht es da schon anders aus. Hier muss schließlich nachgewiesen werden, dass die Zustellung auch tatsächlich erfolgte. Und da käme eben eine hinter einer E-Mail-Adresse auch der richtige Empfänger verbirgt. Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung wird dieser Aspekt immer wichtiger. Denn vor allem im B2C-Geschäft, das übers Web abgewickelt wird, gibt es heute keine „belastbaren“ virtuellen Identitäten. Welcher Online-Händler weiß schon, ob der Käufer auch wirklich existiert? Möglicherweise ändert der Gesetzgeber auch in Deutschland bald etwas, um die Rechtssicherheit zu erhöhen. Fest steht, dass Lösungen für den rechtssicheren Postverkehr an Bedeutung gewinnen. Die Herausforderung besteht nur darin, den Komfort des digitalen Versandes mit der Verbindlichkeit und Vertraulichkeit des klassischen zu verbinden. (www.compart.com) Lösung wie De-Mail ins Spiel. Nicht umsonst ist seit Anfang dieses Jahres auch die Bundesagentur für Arbeit über diesen Dienst erreichbar. Damit wolle man dem Bedürfnis der „Kunden“ nach digitaler Kommunikation nachkommen und dabei die Schriftformerfordernis einhalten, heißt es dazu bei der Behörde. Secure Mail passend zum Geschäftsvorgang Der Fall von Deutschlands größtem Arbeitsvermittler macht einen weiteren Aspekt des Themas deutlich. Oft liegt es nicht im eigenen Ermessen des Unternehmens, ob man einen elektronischen Postdienst anbietet. Vielmehr bestimmen Adressat und Geschäftsvorgang den Kommunikationskanal. Kein Gericht verschickt eine Zeugenvorladung per E-Mail, denn es will die Sicherheit haben, dass der Empfänger zum Prozess tatsächlich erscheint. Aber auch De-Mail oder E-Post wären in diesem Fall keine Alternative, denn man kann ja nicht davon ausgehen, dass der Geladene über diesen Dienst verfügt. Bleibt also der klassische Brief. Mit anderen Worten: Bei Secure Mail geht es um verifizierte Identitäten im elektronischen Postverkehr. Man will einfach die Sicherheit haben, dass sich Compart: Know-how bei Secure Mail Compart besitzt eine ausgewiesene Expertise in der Postbranche sowie bei e-delivery-Projekten weltweit. Der Spezialist für die Aufbereitung und von Dokumenten jedes Typs und Formats auf allen gängigen physikalischen und digitalen Kanälen ist u. a. an Projekten in Spanien, Italien, Deutschland, Russland, Australien, Frankreich und der Türkei beteiligt. So kooperiert Compart seit Herbst 2014 in Sachen digitaler Versand mit der Schweizerischen Post. Danach wird IncaMail in die Dokumenten- Management-Lösung DocBridge Pilot integriert. Das Zusammenspiel zwischen IncaMail und DocBridge Pilot zeigt sich u. a. im Projekt „e-PostSelect“, einer von der Swiss Post Solutions entwickelten Hybridmail-Lösung für den Versand von Gehaltsabrechnungen bei der Deutschen Bahn. Das System checkt bei jedem Versand, wie das Dokument zugestellt werden kann. Fehlt die E-Mail-Adresse in der Profildatenbank oder liegt keine Genehmigung für den digitalen Versand vor, wird das Dokument physisch verschickt. Lösungen für den rechtssicheren Postverkehr werden definitiv an Bedeutung gewinnen. Abb.: Eyeidea, istockphoto.


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