Sichere E-Mail Kommunikation

BIT 05-2015

Output-Zentrale und Document-Factory Sichere E-Mail-Kommunikation 58 | BIT 5–2015 Compart: Die Zeit von Secure Mail kommt erst noch Der schlafende Riese Manche prophezeien schon das Ende von De-Mail & Co. als Alternative zu klassischem und E-Mail-Versand. Zu auf - wändig die Etablierung und zu gering der Nutzen für die Kommunikation, so das Mantra der Skeptiker. Doch die Zeit von Secure Mail kommt erst noch – spätestens dann, wenn in der digitalisierten Wirtschaft nichts mehr ohne verifizierte virtuelle Identitäten geht. gliedsstaaten verpflichtet, die Systeme zur elektronischen Identifizierung anderer EU-Länger anzuerkennen. Spätestens ab Juli 2016 soll dann die De- Mail europaweit inter operabel werden. Derweil sind Angebote wie Inca- Mail, Regify oder Digiposte (Frankreich) dazu sicher eine Alternative, denn sie setzen auf bestehenden EMail Adressen auf und erleichtern die Etablierung als Versandkanal. Neuerdings kann IncaMail sogar aus Microsoft Office 365 heraus eingerichtet werden, was dem Ganzen einen zusätzlichen Schub verleihen dürfte. Andererseits werfen viele Experten Inca- Mail & Co. vor, nicht dieselben hohen Als im vergangenen Jahr die De-Mail- Pflicht für Deutschlands Behörden kam, prophezeiten viele den Durchbruch für den rechtssicheren, digitalen Postverkehr. Doch die Realität sieht anders aus. De-Mail und E-Post leiden nach wie vor an Akzeptanzproblemen – was vor allem mit dem immer noch aufwändigen Authentifizierungsverfahren zu tun hat. So beklagt die Bundesregierung in ihrem jüngsten Zwischenbericht zur Regelung von De-Mail- Diensten einen Mangel an Erfahrung im Umgang damit. Danach sei die kritische Masse an Nutzern noch lange nicht erreicht. Abhilfe soll die EU-Verordnung eIDAS schaffen, die alle Mit- Verschlüsselungsstandards zu bieten. In der Branche wird das Thema kontrovers diskutiert. Deutschland hinkt hinterher Fakt ist, dass Papierpost in vielen Bereichen noch den Ton angibt – zumal es genügend Korrespondenz gibt, für die die elektronische Form nicht zwingend vorgeschrieben ist. Natürlich könnte eine Versicherung ihre Policen auch als De-Mail verschicken, tatsächlich tun es die wenigsten. Skeptiker sehen daher schon das Aus für die elektronische Substitution. Doch lassen wir die Kirche im Dorf. Die Gründe für die Zurückhaltung liegen oft woanders. Bei etlichen Firmen ist das Dokumentenaufkommen nicht hoch genug, um diese Versandkanäle in die bestehende OMStruktur zu integrieren. Was nicht heißt, dass dies auf Ewigkeit so sein muss. Denn der Blick über den deutschen Tellerrand ergibt ein anderes Bild. Bekanntlich sind die Skandinavier, aber auch Südeuropa und das Baltikum wesentlich weiter. Dort gibt es beispielsweise mit eBoks (Dänemark), Metaposta (Spanien), PEC (Italien) oder NetPosti (Finnland) praxisbewährte Lösungen für den rechtssicheren elektronischen Postverkehr, und zwar auf sehr hohem Sicherheitsniveau. Selbst Osteuropa mischt bei diesem Thema ordentlich mit. So hat Tschechien schon 2009 den elektronischen „Datenschrank“ (datová schránka) der tschechischen Post für Behörden und juristische Personen vorgeschrieben. Der kostenlose Dienst ist eine Art virtueller Safe, in dem alle Dokumente für 90 Tage nach dem Öffnen vorgehalten werden – bei unbegrenztem Speicherplatz. Nach Ablauf der Frist muss man die Sendun- Die Papierpost gibt in vielen Bereichen noch den Ton an – zumal es genügend Korrespondenz gibt, für die die elektronische Form nicht zwingend vorgeschrieben ist. Doch die Zeit von Secure Mail wird kommen. Abb.: Stian Iversen, Fotolia.


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