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BIT 05-2015

32 | BIT 5–2015 ECM World Ausblick ECM und der digitale Arbeitsplatz der Zukunft Neue intelligente Ansätze Dr. Peter Schütt, Leader Collaboration Solutions Software Strategy, IBM Deutschland GmbH: „Der klassische Ansatz allein mit Telefon, E-Mail und Office zu arbeiten, führt allenfalls immer weiter in die Überflutung.“ Über global integrierte Unternehmen ohne Wissensinseln, bessere Lösungen für den Arbeitsplatz und virtuelle Assistenzsysteme referiert Dr. Peter Schütt von IBM Deutschland Die CAMSS-Technologien (Cloud – Analytics – Mobile – Social – Security) haben ein enormes Veränderungspotenzial in allen Industriebereichen, weil sie die Globalisierung mit neuen, digitalen Geschäftsmodellen in einem hohen Tempo vorantreiben. Selbst für Marktführer werden so auch Start-ups zu gefährlichen Wettbewerbern. Die Neuaufstellung geht einerseits in Richtung Kunden, die mit innovativen Apps die neu entstehenden Angebote nutzen sollen. Das erfordert andererseits, innerhalb der Unternehmen, aber auch eine entsprechende Aufstellung als global integriertes Unternehmen, in dem es keine Wissensinseln mehr gibt. Mitarbeiter müssen in dem Moment auf Informationen zugreifen können, wenn sie diese brauchen. Wissensarbeiter haben es heute schon im Schnitt mit 128 E-Mails pro Tag zu tun – was ihnen im Mittel 28 Prozent der Arbeitszeit raubt. Der klassische Ansatz allein mit Telefon, E-Mail und Office zu arbeiten, führt allenfalls immer weiter in die Überflutung. Deshalb sind die Hersteller heute gefordert, auf Basis der CAMSS-Technologien bessere Lösungen für den Arbeitsplatz neu zu entwickeln. Smartphones und Tablets sind zur flexibleren Arbeitsplatzgestaltung oder auch zur Erreichung von mehr Kundennähe bereits weit verbreitet. Die interne Nutzung von Social Services zur effektiveren Zusammenarbeit und Bewahrung des Wissens von Gruppen und Communitys ist zwar in der Automobilbranche schon länger erfolgreich, in anderen Branchen beginnt man aber damit erst jetzt. Social Daten und Inhalte von ECM-Systemen bleiben aber Datengräber, wenn sie nicht als Wissensquelle für die vor der Markteinführung stehenden, auf Analytics-Verfahren des Cognitive-Computings aufsetzenden Assistenzsysteme zum Einsatz kommen. Diese virtuelle Assistenten übernehmen zunächst einfache Standardaufgaben, bevor virtuelle Experten, die Fragen ähnlich wie wirkliche Menschen beantworten, zum Zuge kommen. Sie werden den Arbeitsplatz der Zukunft neu definieren und aus der Überflutung führen. Vortrag: Keynote, 15. September, 10.45 Uhr, ECM World. Aktuelle Trends der digitalisierten Arbeitswelt Zweidimensionaler Ansatz Guido Schmitz, Vorstand der Pentadoc Consulting AG: „Wenn sich Unternehmen bei der Digitalstrategie nur Eindimensional entwickeln birgt das Gefahren für die Wettbewerbsfähigkeit.“ Viele Unternehmen haben Schwierigkeiten bei der Umsetzung ihrer Digitalstrategien. Guido Schmitz von der Pentadoc Consulting AG weiß, worauf es zu achten gilt. Der Trendforscher Sven Gabor Janszky stellte kürzlich in einem Artikel fest: „Was ich in den vergangenen sechs Monaten an angeblichen Digitalstrategien in den Unternehmen gesehen habe, verdient leider in vielen Fällen den Namen nicht. Nur sehr wenige Unternehmen haben bislang eine Digital-Strategie aufgesetzt.“ Kein Unternehmen kann es sich heute noch leisten den Digitalisierungswandel zu ignorieren! 6o min ist nach Angaben der Allianz die vom Kunden erwartete Reaktionszeit auf eine E-Mail zu laufenden Vertragsfragen. Das DISQ (Deutsches Institut für Service-Qualität) gibt die durchschnittliche Reaktionszeit auf eine Kunden-E-Mail bei Kfz-Filialversicherern mit 46 Stunden an. Was ist Wunsch, was ist Wirklichkeit? Eine Wahrheit lässt sich dagegen nicht verdrängen: 66 Prozent der Versicherungskunden würden im Falle negativer Service-Erlebnisse den Anbieter wechseln (Capgemini). Was läuft bei den Digitalstrategien in den Unternehmen falsch? Viele Unternehmen setzen Digitalisierung gleich mit Digitalem Marketing. Also der Optimierung der Facebook-, Twitter oder Youtube-Aktivitäten oder dem Aufbau eines Online- Portals mit Experten-Chats und der Möglichkeit des Self-Services mittels zur Verfügung gestellter Online-Formulare. Doch wie bei einer Münze, so hat eine gute Digitalstrategie auch zwei Seiten oder besser gesagt zwei Dimensionen. Neben dem Digitalen Marketing muss eine gute Digitalstrategie auch das Digitale Büro konsequent adressieren. Wenn sich Unternehmen bei der Digitalstrategie nur Eindimensional entwickeln birgt das Gefahren für die Wettbewerbsfähigkeit. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und sich selbst in die Lage zu versetzen, auf neue Digitale Geschäftsanforderungen zu reagieren werden Unternehmen ihre Sachbearbeitungsprozesse überdenken und digitalisieren müssen. Vortrag: Keynote, 15. September, 10 Uhr, ECM World.


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