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BIT 05-2015

Bitkom – Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. Tel.: +49 30/27576-0, E-Mail: bitkom@bitkom.org, Internet: www.bitkom.org Der Bitkom informiert Studie zu Wirtschaftsschutz und Cybercrime Spionage und Sabotage Die NSA-Affäre und neue Meldungen über Hacker-Angriffe auf Unternehmen zeigen: Die Digitalisierung und Vernetzung der gesamten Wirtschaft schafft neue Angriffspunkte für Cyberkriminelle. Diese haben es auf das Know-how der Unternehmen, Kundendaten oder andere sensible Informationen abgesehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich bei den Tätern um organisierte Banden, Geheimdienste oder Hobby-Hacker handelt: Die Unternehmen müssen mehr in die eigene Sicherheit investieren. Das zeigt der Studienbericht „Spionage, Sabotage und Datendiebstahl – Wirtschaftsschutz im digitalen Zeitalter“. In der Studie wird u. a. untersucht, welche Unternehmen von entsprechenden Vorfällen betroffen sind, wer die mutmaßlichen Täter sind und wie sich die Wirtschaft schützt. Auch die Höhe der verursachten Schäden wurden ermittelt. • 51 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sind in den vergangenen zwei Jahren Opfer von digitaler Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Datendiebstahl geworden. • Nach konservativen Berechnungen des Bitkom beläuft sich der entstandene Schaden für die gesamte deutsche Wirtschaft auf rund 51 Mrd. Euro pro Jahr. • Am stärksten gefährdet ist die Automobilindustrie mit 68 Prozent betroffenen Unternehmen. Es folgen die Chemie- und Pharma-Branche (66 Prozent) sowie Banken und Versicherungen Internationale Privacy Conference in Berlin Daten sind ein entscheidender Rohstoff für Unternehmen geworden. Damit stellen sich neue Aufgaben für Wirtschaft und Gesellschaft, Daten zu schützen. Mit der internationalen Privacy Conference in Berlin greift der Digitalverband Bitkom die aktuellen Fragestellungen rund um Datenschutz in der Praxis auf. Am 24. September 2015 diskutieren Datenschutz- Experten aus Wirtschaft, Forschung und Verwaltung ihre Erfahrungen und präsentieren Best-Practice-Beispiele. Wie können international operierende Unternehmen unterschiedlichen Datenschutzvorgaben gerecht werden? Wie sollten sich Anbieter digitaler und vernetzter Produkte und Dienste für künftige datenschutzrechtliche Entwicklungen rüsten? Darum geht es auf der Privacy Conference in der Kalkscheune Berlin. Konferenzsprache der Privacy Conference ist Englisch. Alle Infos und Teilnahmemöglichkeiten unter: www.privacy-conference.com Die Informationen die ser Seite entstehen in redaktioneller Verantwortung des Bitkom. mit 60 Prozent. • In 28 Prozent der Unternehmen sind in den letzten zwei Jahren IT- und Kommunikationsgeräte gestohlen worden. 19 Prozent registrierten Fälle von Social Engineering. 17 Prozent der befragten Unternehmen berichten vom Diebstahl sensibler elektronischer Dokumente bzw. Daten und 16 Prozent von Sabotage ihrer IT-Systeme oder Betriebsabläufe. Bei 8 Prozent der Unternehmen ist die elektronische Kommunikation ausgespäht worden. • Täter sind vor allem aktuelle oder ehemalige Mitarbeiter (52 Prozent). Die zweite große Tätergruppe mit 39 Prozent umfasst das unternehmerische Umfeld (Wettbewerber, Lieferanten, Dienstleister, Kunden). 17 Prozent nennen Hobby-Hacker als Täter. 11 Prozent wurden Opfer organisierter Bandenkriminalität und 3 Prozent standen im Visier ausländischer Geheimdienste. • Als Reaktion auf die Vorfälle haben 53 Prozent der Betroffenen eine interne Untersuchung durchgeführt. 30 Prozent haben externe Spezialisten hinzugezogen. Dagegen hat nur jedes fünfte Unternehmen staatliche Stellen eingeschaltet. • Alle befragten Unternehmen nutzen Virenscanner, Firewalls und Passwortschutz für Computer und andere Kommunikationsgeräte. Immerhin 80 Prozent verschlüsseln zudem ihre Netzwerkverbindungen. Dagegen verschlüsseln nur 45 Prozent Daten auf Festplatten oder anderen Datenträgern und 40 Prozent setzen auf eine Verschlüsselung ihres E-Mail-Verkehrs. Die komplette Studie ist auf der Bitkom.org-Webseite kostenfrei erhältlich. Digitalbranche blickt zuversichtlich auf das zweite Halbjahr Die deutsche Digitalbranche ist für das laufende Jahr zuversichtlich. Drei Viertel der Unternehmen (74 Prozent) erwarten in der zweiten Jahreshälfte steigende Umsätze. Nur 9 Prozent der Anbieter von IT, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik erwarten einen Umsatzrückgang. Das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunktur - umfrage des Bitkom. Der Bitkom- Index geht nach seinem Rekordstand von 72 Punkten leicht zurück auf 65 Punkte. Verglichen mit den Geschäftserwartungen in der Gesamtwirtschaft steht die ITK-Branche weiterhin sehr gut da und bleibt ein Wachstumsmotor für die deutsche Wirtschaft. Die positive Geschäftsentwicklung spiegelt sich auch beim Personalbedarf wider. Sechs von zehn ITK-Unternehmen (61 Prozent) wollen in diesem Jahr zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Gerade einmal 7 Prozent erwarten, dass sie Stellen abbauen müssen. Steigende Umsätze sind vor allem bei IT-Dienstleistern und Softwareunternehmen mit höheren Beschäftigtenzahlen verbunden. Innerhalb von nur fünf Jahren haben ITK Unternehmen 124.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Bitkom erwartet Ende 2015 mindestens 990.000 Beschäftigte in der Branche, 21.000 mehr als im Vorjahr. Die Branche festigt damit ihre Position als zweitgrößter industrieller Arbeitgeber knapp hinter dem Maschinenbau, aber deutlich vor anderen Branchen wie etwa der Automobilindustrie. BIT 5–2015 | 23


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