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BIT 05-2015

Digitalisierungsstrategie erforderlich Eine allumfassende Digitalisierungs - strategie beinhaltet demnach einen vollumfänglichen Transformation - sprozess einhergehend mit einer radikalen Innovationskur. Der komparative Vorteil auf Bankenseite liegt in diesem Kommentar von Damian Jeger Digitale Transformation Marc Andreessen, der Gründer von Netscape und der Venture-Capital- Firma Andreessen Horowitz sagte bereits voraus, dass Software die Welt essen wird. Die Digitalisierung steht somit ohne Zweifel in einer Reihe mit Megatrends, die seit Beginn der Industrialisierung fortlaufen. Die technologiegetriebenen Innovationen werden jedoch nicht nur aus dem Technologiesektor kommen. Unternehmen aus allen oben genannten Branchen haben die Möglichkeit, von Unternehmen zu lernen, die den Ritt auf der ersten Welle der digitalen Revolution verpasst haben. Sie können nun vorankommen und sich für die digitale Welt erneuern. Das Bewusstsein, dass diese Entwicklung jedoch etwas vollkommen Normales im Zuge der langen Wirtschaftszyklen ist, muss erst noch in den Unternehmen implementiert werden. Erst wenn Veränderungsdruck als Chance gesehen wird, kann es Unternehmen gekoppelt mit der nötigen Expertise im strategischen und operativen Bereich gelingen, eine ganzheitlich Digitalisierungsstrategie aufzusetzen und erfolgreich umzusetzen. Dafür sind drei Stellschrauben entscheidend. Erstens der Aufbau einer analytischen Infrastruktur, um eine geeignete Datenbasis sicher zu stellen. Zweitens die Digitalisierung aller internen und externen Prozesse einhergehend mit einer Vereinfachung der Services für den direkten Kundenkontakt. Drittens sollten zudem die organisa - torischen Voraussetzungen für die Umsetzung einer umfassenden Digitalstrategie geschaffen werden. Geschäftsprozesse 12 | BIT 5–2015 Digitalisierung Angeboten Konkurrenz machen. Neue Akteure wie z. B. Paypal (Mobile Payment), Payeleven (Mobile Banking) oder die Direktbank Fidor Bank sind teilweise seit Jahren am Markt und werden den etablierten Banken demnächst insbesondere beim Thema Zahlungsverkehrsabwicklung entgegentreten. Betroffen sind deshalb in erster Linie weniger beratungsintensive und leicht zu standardisierende Finanzdienste. Solche Commodities sind in den Produkt- und Service-Portfolios zahlreicher Banken zu finden (z. B. Girokonten, Kontokorrentkredite, Sparund Depositeneinlagen oder kanalübergreifende Beratungsdienste), wodurch es für technologiegetriebene Neu - akteure bzw. Fintechs leicht gemacht, wird mit innovativen und kunden - orientierten Lösungsansätzen in den Markt einzutreten und den etablierten Unternehmen Druck zu machen. Daher müssen Banken ihre Kundenkommunikation den vielfältigen digitalen Möglichkeiten anpassen und insbesondere in der Lage sein, digitale Mehrwertleistungen anzubieten. Das hat nicht nur Einfluss auf die IT-Infrastruktur und die Anbindung neuer Kommunikationskanäle, sondern grundlegend auf das Geschäftsmodell, womit insbesondere das analoge Filialnetz gemeint ist. Die Banken sollten sich nicht der Entwicklung verschließen, dass die Bereitschaft seitens der Kunden, eine Filiale zu betreten, in Zukunft abnehmen wird. Zusammenhang darin, dass bereits spezifische Finanzkompetenzen, der sichere Umgang mit sensiblen Kundendaten sowie Umsetzungskompetenzen mit regulatorischen Anforderungen gewährleistet sind. In diesem Punkt haben u. a. die Fintechs noch Nachholbedarf. All diese Punkte gilt es somit in ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell zu integrieren. Hinzu kommen moderne Datenanalysemethoden sowie die nahtlose und kundenzentrierte Integration aller Vertriebskanäle, um dem veränderten Kundenverhalten und den neuen Anforderungen des digitalen Zeitalters gerecht zu werden. „Banken müssen ihre Kundenkommunikation den vielfältigen digitalen Möglichkeiten anpassen und insbesondere in der Lage sein, digitale Mehrwertleistungen anzubieten.“ Unternehmen müssen ihre Kundenkommunikation den vielfältigen digitalen Möglichkeiten anpassen und zukünftig digitale Mehrwert - leistungen anbieten. Abb.: Scanrail, Fotolia


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