Page 58

BIT 04 -2015

Output-Zentrale und Document-Factory Doxnet-Fachkonferenz Prozess-Standard-Digitaldruck Digitaldruck trifft Offset Dr. Andreas Kraushaar, Abteilungs leiter Vorstufentechnik, Fogra Forschungsgesellschaft Druck e. V., referiert über den Prozess-Standard-Offsetdruck (PSO) und den Prozess- Standard-Digitaldruck (PSD) aus Sicht der Fogra. Es ist unbestritten, dass sich der Wettbewerb zwischen Digital- und Offsetdruck weiter verschärfen wird. Man muss kein Orakel befragen, um zu der Erkenntnis zu kommen, dass Druckdienstleister ohne profundes IT- und Farb-Know-how langfristig auf der Strecke bleiben werden. Sich alleine über den Digitaldruck zu differenzieren wird zunehmend schwerer. Hinzu kommt, dass sich Qualitätserwartungen auf hohem Niveau einpendeln. Hier legt der Prozess Standard-Digitaldruck (PSD) die Rahmenbedingungen. Der PSD konzentriert sich dabei auf drei Schwerpunkte: • Wie stelle ich sicher, eine gleichbleibende Druckqualität zu gewährleisten? • Wie verstehe ich die Erwartungen des Kunden hinsichtlich Farbreferenz und gewünschter Farbgenauigkeit? • Wie richte ich mein Arbeitsumfeld samt Daten-Workflow ein, um weitgehend automatisiert, vorhersehbare Druckqualitäten zu erreichen? Der Prozess-Standard-Digitaldruck (PSD) versteht sich als Sammlung industrieüblicher Vorgaben und Handlungsanweisungen, unabhängig ob internationale Norm oder de-facto Standard. In anderen Worten: Der PSD ist ein kostenloses Handbuch mit Vorgaben und Hintergrundinformationen zur industrieüblichen Vorgehensweise im Digitaldruck. Das Handbuch ist in deutscher und englischer Sprache auf der Fogra-Homepage verfügbar. Die Vorgaben sind unabhängig vom konkreten Druckprozess konzipiert, sodass sie gleichermaßen vom Offsetdrucker, der mit seiner „Toner- Maschine“ Vor- bzw. Nachauflagen der Offsetproduktion erstellt als auch vom Werbemitteldrucker, der Office-Daten für die Produktion eines Banners oder einer Fahne bekommt, angewendet werden können. Dienstleister, die ihre durchgehende PSD-konforme Arbeitsweise nach außen zum Kunden und nach innen zu den Mitarbeitern darstellen wollen, finden in der PSD-Zertifizierung eine optimale Möglichkeit. „Bei der Konzeption der Kriterien haben wir uns bewusst gegen eine Vielzahl an Kriterien mit einer wie auch immer gewählten Wichtung entschieden. Dies ist schon beim Pflege-TÜV für Altersheime schiefgelaufen. Dort konnte man die schlechten Noten, beispielsweise durch Wund liegen, mit guten Noten für dessen akribische Dokumentation wieder wett machen“, so Dr. Andreas Kraushaar. Vortrag: Dienstag, 23. Juni, 9.00 Uhr, Doxnet-Fachkonferenz Dr. Andreas Kraushaar, Abteilungs - leiter Vorstufentechnik, Fogra Forschungsgesellschaft Druck e. V.: „Es ist unbestritten, dass sich der Wettbewerb zwischen Digitalund Offsetdruck weiter verschärfen wird.“ Zentralisierung von dezentralem „Office“-Druck Das versteckte Potenzial Ulrich Bertram, Outputmanagement Spezialist in der Abteilung Betriebsorganisation bei der Huk-Coburg: „Die Zentralisierung von dezentralem ‘Office’-Druck ist alles andere als ein rein technisches Problem.“ Um die Zentralisierung von dezentralem Druckoutput geht es auch im Vortrag von Ulrich Bertram. Der Outputmanagement- Spezialist von der Huk-Coburg berichtet anhand von Praxisbeispielen von einer erfolgreichen Umsetzung. In der Huk-Coburg ist die Druck(er)- Welt „aufgeräumt“. Im zentralen Druck- und Versandzentrum laufen vor allem die neuesten Digitalen Vollfarbdruckanlagen und sorgen für hoch produktive Arbeitsabläufe. Der dezentrale „Office“-Druck(er)bereich ist nach marktgängigen Standards optimiert: „Ein Hersteller“-Strategie mit nur zwei Gerätetypen und Gerätezuweisung nicht ohne genaue betriebswirtschaftliche Bedarfsanalyse. Auf der Suche nach neuen Effizienzvorteilen hat die Huk-Coburg schon zur Jahrtausendwende das hohe Potenzial der Zentralisierung von dezentralem „Office“-Druck erkannt und diese dann konsequent eingeführt. Im Ergebnis kann die Huk-Coburg schon seit mehr als einer Dekade auf eine Erfolgs - geschichte zurückblicken. Der Vortrag beweist eindrucksvoll, dass die Zentralisierung von dezentralem „Office“-Druck alles andere als ein rein technisches Problem ist. Denn nach langjähriger Erfahrung der Huk- Coburg schafften nur das Erkennen und die gemeinsame Bearbeitung der Problemstellungen aus den Bereichen Strategie, Prozesse, Technik und Organisation die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung. Der Vortrag zeigt anhand vieler Praxisbeispiele die Ganzheitlichkeit der Thematik auf und erläutert anschaulich, wie die Huk- Coburg die vielfältigen Problemstellungen gelöst hat bzw. weiterhin löst. Vortrag: Dienstag, 23. Juni, 16.00 Uhr, Doxnet-Fachkonferenz 58 | BIT 4–2015


BIT 04 -2015
To see the actual publication please follow the link above