Output-Management

BIT 04 -2015

Output-Zentrale und Document-Factory Output-Management 44 | BIT 4–2015 Compart: Interview mit Harald Grumser Auf in ein neues Zeitalter BIT Herr Grumser, Compart genießt weltweit den Ruf als innovativer Marktführer sowie als Entwickler professioneller und richtungsweisender Lösungen im Bereich des Dokumentenmanagements. Sind Sie stolz darauf, wie sich Ihr Unternehmen in den letzten zwei Jahrzehnten entwickelt hat? Harald Grumser Ich wäre ein Narr, wäre ich nicht auch stolz auf das, was wir erreicht haben. Dennoch betrachte ich natürlich mehr, was es noch zu tun gibt. Und damit meine ich nicht Compart als Unternehmen, da gibt es auch noch genügend zu tun, sondern unsere Branche insgesamt. Der Umgang mit Dokumenten steckt eigentlich immer noch in den Kinderschuhen, weil wir nach wie vor in Papier denken und den Schritt in eine digitale Welt nicht wirklich vollziehen wollen. Kundenkommunikation findet immer mehr in Web-Anwendungen statt und nahezu alle Unternehmen bauen eine Parallelwelt auf, ohne zu merken, dass klassisches Dokumentenverarbeitung und eine webbasierte hohe Über - deckung haben. BIT Alle Welt redet im Moment von Industrie 4.0, der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung der „Old Economy“. Inwiefern wird die Dokumentenverarbeitung davon betroffen sein? Grumser Die Erfindung des Internets hat meines Erachtens höhere politische und soziologische Auswirkungen als die Erfindung des modernen Buchdrucks vor über 550 Jahren. Industrie 4.0 ist ein starkes Schlagwort, das zum Ausdruck bringen möchte, dass wir in der Fertigung vor einem neuen Zeitalter stehen. Das ist aber auch nur ein ineinander verzahnter Teil von Veränderungen, die das Internet uns noch bescheren wird oder schon gebracht hat. Parallel entwickeln sich das Internet der Dinge, Wearables und völlig neue mobile Anwendungen. Der Mensch hat das Problem, recht linear zu denken und so glauben wir, dass die neuen Herausforderungen der nächsten zehn Jahre auch nicht mehr sein werden, als das was wir in den letzten zehn Jahren gemeistert haben. Das halte ich für einen fatalen Irrtum. Auch auf unsere Branche bezogen, stehen wir vor großen Veränderungen, weil Geschäftsprozesse nicht mehr nur papiergebunden sein können, wir aber immer noch so tun als seien PDF-Anhänge in E-Mails das Paradies moderner Kundenkommunikation. BIT Thema Secure Mail: Der rechtssichere digitale Postverkehr à la De-Mail, IncaMail & Co. wird kontrovers diskutiert. De-Mail leidet nach wie vor an Akzeptanzproblemen trotz De-Mail-Pflicht für deutsche Behörden. Wie sehen Sie die Zukunft der elektronischen Substitution? Grumser Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass es eine Zukunft ohne gesicherte elektronische Kommunikation nicht geben wird. Wir müssen aber sehen, dass wir dennoch täglich Millionen von rein elektronischen Transaktionen abschließen, sei es die Bestellung einer Konzertkarte, der Abschluss einer Kfz-Versicherung oder die Buchung einer Ferienreise. Immer dann, wenn ein Bezahlvorgang im Spiel ist, scheint es keiner weiteren elektronischen Identität zu bedürfen. Wir werden diese Systeme weiter - hin unterstützen, auch wenn das Tempo der Einführung mehr als enttäuschend ist. BIT Compart selbst arbeitet beim digitalen Versand von vertraulichen Dokumenten eng mit der Schweizerischen Post zusammen. Welche Vorteile sehen Sie gerade bei IncaMail gegenüber den anderen Diensten? Grumser Letztendlich geht es um den Kompromiss zwischen Sicherheit und Komfort. De-Mail oder E-Postbrief sind sehr sicher, ich habe aber ein weiteres E-Mail-Konto und muss mich ein- Harald Grumser, Gründer und CEO der Compart AG: „Wir stehen vor großen Veränderungen, weil Geschäftsprozesse nicht mehr nur papiergebunden sein können, wir aber immer noch so tun als seien PDF-Anhänge in E-Mails das Paradies moderner Kundenkommunikation.“ Die Geschäftsprozesse verändern sich, der Schritt in die digitale Welt ist aber noch nicht wirklich vollzogen worden. Harald Grumser, Gründer und CEO von Compart, beleuchtet im Gespräch mit BIT unter anderem die Trennung von Daten und Layout, die künftige Rolle von HTML5, das Thema Secure- Mail, das Schlagwort Industrie 4.0 und die Qualitätssicherung im Produktionsdruck. „Der Umgang mit Dokumenten steckt eigentlich immer noch in den Kinderschuhen, weil wir nach wie vor in Papier denken und den Schritt in eine digitale Welt nicht wirklich vollziehen wollen.“ „Input- und Output-Management müssen ihre Kompetenzen der Dokumentenverarbeitung in die Web-Entwicklung einbringen oder gar zu einer organisatorischen Einheit werden.“


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