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BIT 03-2015

Geschäftsprozesse Messen Dr. Werner Broermann, OMI Lernprozess für die Branche Die DMS hatte in den letzten Jahren – auch schon in der Zeit, bevor sie von den Stuttgartern übernommen wurde – Jahr für Jahr an Substanz eingebüßt und sich damit als eigenständige Messe letztendlich überlebt. Alle Versuche, ihr mit neuen Darstellungsformen und Themen frisches Blut zuzuführen, haben den Schrumpfungsprozess nicht aufhalten können. Denn das eigentliche Basisthema, Dokumenten-Management im klassischen Sinne, verlor Jahr für Jahr an Attraktivität – zunächst bei den Anwendern, die schon zu Kölner Zeiten zunehmend ausblieben und den Anteil der Anbieter unter den „Besuchern“ immer höher trieb, später dann auch bei den Anbietern. Sie fühlten sich immer unwohler angesichts der zunehmenden „Anbieterdichte“ unter den in den Hallengängen anzutreffenden Personen. An dieser „Verdichtung“ litt nicht nur die DMS – sie war und ist in den letzten Jahren in einer Reihe von Messen und Veranstaltungen der ECM-Branche anzutreffen – selbst in denen, die als Zugpferde der Branche galten. Auch die der DMS vergleichbare AIIM On Demand in den USA schloss ihre Tore 2011 endgültig. Als dann dabei auch noch mehr oder weniger offen zutage tretende Brüche in dem Entschluss eines Teils der Branche mündete, dasselbe nur ein wenig anders auch auf einem neu ins Leben gerufenen ECM-Kongress in Düsseldorf zu veranstalten, war der Gipfel der Desorientierung erreicht: Die DMS unterschritt nun für alle sichtbar die kritische Masse. Das konnte auch die Messe Stuttgart mit einem riesigen Aufwand an Organisation und Marketing nicht mehr kompensieren. Sie wurde zum Opfer einer Entwicklung, der sie nicht gegensteuern konnte. So blieb ihr nichts anderes übrig, als in einer Bestandsaufnahme Abstand von einem Messekonzept zu nehmen, das so nicht mehr tragbar war. Sich dabei auf den eigentlichen Gehalt der IT & Business, die starken industrienahen Themen insbesondere für den regionalen Mittelstand, zu konzentrieren und Themen wie DMS und CRM als integralen Bestandteil in diesem Kontext aufgehen Dr. Werner Broermann, Geschäftsführer der OMI Output- Management- Institut GmbH: „Die DMS hatte in den letzten Jahren – auch schon in der Zeit, bevor sie von den Stuttgartern übernommen wurde – Jahr für Jahr an Substanz eingebüßt und sich damit als eigenständige Messe letztendlich überlebt.“ Lars W. Steinhoff, Windream Flucht nach vorn Ich finde den Schritt der Landesmesse Stuttgart, die drei Messen IT & Business, CRM Expo und DMS Expo zu einer neuen IT & Business zusammenzulegen, konsequent und letztendlich auch gut. Im Kern geht es doch darum, dass die Besucher mit einem klaren kommunikativen Konzept für eine Veranstaltung neugierig gemacht werden. Da ist die Schaffung der neuen Marke IT & Business mit einem optischen Re - launch sicherlich die Flucht nach vorne, um hoffentlich dauerhaft wieder eine erfolgreiche IT-Messe im Herbst und in Süddeutschland zu schaffen. Natürlich ist es schade, dass es mit dem Wegfall des Akronyms DMS bei der Messe keine nach außen sichtbare Leitmesse für unsere Branche gibt. Aber die DMS Expo funktionierte zuletzt auch deshalb nicht mehr, weil immer weniger Aussteller einen eigenen Stand buchten und sich stattdessen mehr und mehr Hersteller auf den Gemeinschaftsständen VOI oder Bitkom präsentierten. In Zusammenarbeit mit der Landesmesse Stuttgart befürworten wir, dass das Akronym DMS auch auf der Messe noch weiterhin auftaucht. Vielleicht benennt man ein Forum Lars W. Steinhoff, Leiter Marketing, Windream: „Wenn wir unter dem La - bel IT & Business wieder mehr Besucher interessieren können, ist der Wegfall der Marke DMS Expo durchaus zu verschmerzen.“ zu lassen, war die einzig richtige Reaktion auf diese Entwicklung. Denn hier trifft sie derzeit auf Themen und Entwicklungen, die gerade in dieser Hightech-Region immer wichtiger werden. Sie zwingt damit die DMS-Branche, sich in diesem Umfeld produktiv zu integrieren – was sie bitter nötig hat. So werden die Anbieter dort noch übrig bleiben, die sich als Bestandteil der IT- & Business-Prozesse verstehen und ihren wesentlichen Beitrag dazu als Mehrwert darstellen können – ein Lernprozess, den diese Branche gut brauchen kann. Der Transaktionsbereich des Output Managements hat dort nur noch in einzelnen Themen eine Heimat: Denn er adressiert die wenigen Großkunden, für die individuelle Massenkorrespondenz Teil ihrer Kundenkommunikation ist. Und diese sind kaum in der Industrie, und schon gar nicht im Mittelstand anzutreffen – daher auch nicht auf der IT & Business. Nur die Angebote für die mittelständische Korrespondenz treffen hier auf Interessenten. Dazu zählen aber auch die Angebote des anderen Output- Management-Bereichs, der Managed- Print-Services (MPS). (www.om-institut.de) 22 | BIT 3–2015 explizit so und lässt eventuell sogar noch das bekannte Puzzleteil-Logo dort weiter existieren. Wichtig ist aber die Anwendersicht. Und wenn wir unter dem Label „IT & Business“ wieder mehr Besucher für unser Thema interessieren können, ist der Wegfall der Marke DMS Expo durchaus zu verschmerzen. Wir arbeiten ja seit Jahren aktiv im Messebeirat mit und versuchen so, die Veranstaltung zu stützen und voranzubringen. So haben wir auch der Umbenennung zugestimmt und tragen nun natürlich unseren Teil mit: Ja, wir werden auch in diesem Jahr auf der IT & Business zusammen mit einigen Windream- Partnern als Aussteller vertreten sein. (www.windream.com)


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