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BIT 02-2015

mise, als Hybrid oder als reine Cloud- Lösung nutzbar. Die in SharePoint integrierte, 2012 übernommene Enterprise Social-Network-Lösung Yammer wird als „Nur-Cloud-Dienst“ angeboten und steht somit in einer lokalen Umgebung nicht zur Verfügung. In Deutschland bestehen insbe - sondere unter mittelständischen Unternehmen noch erhebliche Vorbehalte gegenüber Cloud-Lösungen – zumal, wenn für diese nicht die hierzulande geltenden Datenschutzbestimmungen verbindlich sind. Darauf hat Microsoft nun reagiert. Deutschland-Chef Christian Illek räumte unlängst in einem Interview mit dem „Tagesspiegel“ ein, dass es einen Markt für Cloud-Dienste aus deutschen Rechenzentren gebe, die deutschem oder europäischem Recht unterliegen – Stichwort „Deutsche Cloud“. Dabei favorisiert der Konzern eine Lösung, bei der die Daten bei einem deutschen Partner gehostet werden. Datenschutzland IT-Analyst Steve Janata von Crisp Research hält Hosting oder Colocation für ein geeignetes Mittel, um Social-Enterprise Networking-Suites als Cloud- Dienste anzubieten, wenn man keine eigenen Data-Center bauen wolle: „Das Sicherheitsniveau, das große Anbieter in ihren Rechenzentren oder über ihre Hosting-Partner gewährleisten können, ist in der Regel immer höher als bei einem On-Premise-Betrieb im eigenen Unternehmen.“ Gleichwohl solle man das Thema Datenschutz nicht überbetonen. Zwar könnten durch den Patriot Act USamerikanische Anbieter gezwungen werden, Daten ihrer Kunden heraus - zugeben. Doch gelange sensibles Material, wie etwa Baupläne für Maschinen, üblicherweise nicht in Social-Bu - siness-Tools. Darüber hinaus gibt der Experte zu bedenken, dass Datenschutzaspekte nicht das alleinige oder entscheidende Kriterium für den Erwerb einer Lösung seien: „Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg von Social- Business-Tools ist ihre Einführung, Begleitung und Usability, und damit letztlich die Akzeptanz durch die Nutzer. Die Lösungen müssen Unternehmensprozesse standardisiert abbilden und Mehrwerte erbringen.“ Wenn allerdings verschiedene Lösungen im Preis-Leistungs-Verhältnis ebenbürtig sind, wird das Standort-Argument zum Trumpf: „Bei gleich guten Angeboten kann es für die in Deutschland ansässigen Anbieter ein Vorteil sein, dass ihre Social-Business-Platt - formen den strengen deutschen und europäischen Datenschutzbestimmungen unterliegen“, bestätigt Steve Janata. Denn im Datenschutzland Deutschland gibt im Zweifelsfall der höhere Schutzfaktor den Ausschlag. Weder Mode noch Hype Der Markt für Social-Business-Collaboration hat noch Luft nach oben, doch er wächst stetig. Bereits 2014 konstatierten die Experton-Analysten in ihrem „Social Business Vendor Benchmark“, dass 40 Prozent der deutschen Firmen ab 100 Mitarbeitern Social- Business-Software nutzen. Laut aktuellem Vendor Benchmark 2015 hat der deutsche Markt 2014 um 50 Prozent zugelegt – Tendenz weiter steigend. Das durchschnittliche jährliche Wachstum in den kommenden Jahren beziffert Experton auf 36 Prozent, denn „zwischen 2013 und 2019 werden die Investitionen und Ausgaben deutscher Unternehmen für Social- Business-Produkte und -Services von 1,2 Mtd. Euro auf 7,8 Mrd. Euro wachsen.“ Dabei expandiert der Markt nicht nur, er differenziert sich auch in unterschiedliche Segmente. Dazu zählen vor allem Social-Enterprise-Networking Suites, die Experton zufolge „immer häufiger zum Dreh- und Angelpunkt in den Unternehmen werden“ und Funktionen übernehmen, die bislang durch separate Produkte abgedeckt waren. Auch die Marktforscher von IDC gehen davon aus, dass Einzellösungen zunehmend in Enterprise-Social-Networks aufgehen, die das künftige „Communication & Collaboration Backbone“ in Unternehmen bilden werden. Sie errechnen für den deutschen Social-Enterprise-Markt bis 2017 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 44 Prozent. (www.telekom.com) Richtigstellung: AFP statt ASF In BIT 1-2015 hat sich leider der Fehlerteufel eingeschlichen. Im Interview mit Klaus Ganter, Geschäftsführer von Kühn & Weyh, „Viele Wege zum Kunden“, muss es auf Seite 72 oben bei den Ausgabeformaten des Output-Management-Systems von Kühn & Weyh „AFP“ statt „ASF“ heißen. Wir entschuldigen uns für den Tippfehler. Summ-it expandiert Mit einem Rekord-Auftragseingang ist die Summ-it Unternehmensberatung in das Geschäftsjahr 2015 gestartet. Das im Jahr 2012 gegründete Stuttgarter Beratungshaus hat sich mit Projekten zur Strategie und Positionierung von Unternehmen und Produkten aus dem Bereich Dokumenten- und Informations Management eine herausgehobene Position im Markt für Marketing-Services geschaffen. Neben den klassischen Dienstleistungen wie Presse - arbeit, Vorbereitung von Messeauftritten und Branchenevents hat sich Summ-it besonders auf die Themen Content-Marketing sowie die Konzeption und Realisierung von Online-Auftritten, Suchmaschinenoptimierung und Social-Media-Aktivitäten spezialisiert. Das Unternehmen beschäftigt mittlerweile acht Mitarbeiter aus verschiedenen Spezialdisziplinen. Seit Januar gehört der frühere BIT-Chefredakteur Jacques Ziegler zum Team. Das Wachstum macht nun einen Umzug in ein neues Gebäude erforderlich, der zum 1. Juni 2015 geplant ist. (www.summ-it.de) BIT 2–2015 | 95


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