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BIT 02-2015

BIT 2–2015 | 49 Bauteil entstehen traditionellerweise in der Entwicklung und werden in der Fertigung und im Vertrieb verwendet. CAD, PDM, ERP und CRM-Systeme arbeiten aber in den seltensten Fällen in durchgängig gemanagten Strukturen. Betrachtet man darüber hinaus die Ablage in klassischen File-Systemen wie der Windows-Explorer-Struktur und die damit verbundene Menge an unstrukturierten Daten, wird schnell klar: Versionen, Freigaben und Kollaboration lassen sich auf dieser Basis nicht ausreichend lenken. Klassische Ordnerstrukturen sind nicht geeignet, um ein strukturiertes Product-Data-Backbone bereitzustellen. Ist z. B. ein Motor in einer Anlage an fünf verschiedenen Stellen verbaut, liegt die Spezifikation an fünf verschiedenen Stellen innerhalb der Ordnerstruktur. Ändert sie sich, muss dies an allen fünf Stellen synchronisiert werden. Und hierbei ist noch nicht berücksichtigt, dass die Spezifikation der Entwicklungsabteilung, der Fertigung, des Einkaufs und die Produktbeschreibung des Vertriebes in völlig unterschiedlichen Ordnerstrukturen oder gar Systemen abgelegt sind, obwohl sie sich mit ein und demselben Motor beschäftigen. Über die Ablage und Verschlagwortung klassischer DMS lässt sich eine Zusammengehörigkeit von Dokumenten zwar über gleiche Keywords herstellen. Der Zusammenhang ist aber nicht eindeutig über den „Tag“ eines Dokumentes herstellbar, sondern nur über die Struktur der Anlage, denn diese ist zunächst einmal unabhängig von einem Dokument. So wie die Patientenakte zum Patienten, gehören auch die technischen Dokumente zu der Baugruppe der Anlage oder Maschine. Ordnerstruktur ist nur Sicht auf das Dokument DMStec verwaltet eine Produktstruktur, eine Anlage oder ein Infrastrukturobjekt deshalb in einer vom Dokument losgelösten Form. Strukturen werden etwa durch die technische Ausprägung der Anlage, des Produktes oder den Aufstellort gebildet und es kann sie mehrfach und unabhängig voneinander geben. Gebildet wird die Struktur über Verknüpfungen und Metadaten bzw. Sachmerkmale. Die Strukturen bilden also den Zusammenhang ab und die Dokumente werden darin abgelegt bzw. eingehängt. Verknüpfungen lenken Arbeitsschritte über Zusammenhänge und sorgen dafür, dass dieselbe Information nur einmal vorhanden ist und bearbeitet wird. Damit wird ein Schritt vollzogen weg von der am File-System orientierten Ordnerstruktur hin zu dynamischen Sichten auf eine gemeinsame Datenbasis. Jedes Dokument wird im System nur einmal mit bestimmten Informationen hinterlegt und in Strukturen mit einem logischen Zusammenhang verknüpft. Unabhängig davon wird nun eine Ordnerstruktur als dynamische Sicht darauf aufgebaut. Das Dokument liegt also nicht in einem festgelegten Ordner, sondern die Ordnerstruktur ist nur eine Sicht auf das Dokument. Die Konstruktionsabteilung gestaltet sich ihre Sicht auf Zeichnungen und CAD-Modelle eines Bauteils anders als die Produktion, die sich für Montage- und Fertigungsberichte interessiert. Der Vertrieb wiederum will sich alle zum Bauteil gehörenden Lieferantenangebote, Reklamationen etc. ansehen. Weil jedes Dokument nur einmal im DMStec abgelegt wird, greift jeder stets auf die richtigen und aktuellen Dokumentversionen zu. Mit der Nutzung von Maschinenakten auf Basis eines durchgängigen Product-Data-Backbone ist die Grundlage für eine Dokumentenlenkung geschaffen, wie sie im Maschinen- und Anlagenbau, in der Chemie- oder Energieversorgerbranche notwendig ist – überall dort, wo komplexe technische Strukturen das Bild prägen. Dokumentenlenkung bedeutet hier das Steuern von Dokumentenänderungen und -flüssen. Sie ist der logische nächste Schritt nach der Einführung eines Product Data-Backbone für DMStec und PDM. Dann erreicht das Unternehmen die Evolutionsstufe Product-Lifecycle- Management (PLM). Warum der Maschinenbau DMStec braucht Die komplexen Strukturen im Maschinen und Anlagenbau, bei Infrastruktur oder Chemieunternehmen lassen sich mit herkömmlichen Dokumenten- Management-Systemen nur schlecht abbilden. DMStec beschreibt die spezielle Ausprägung eines DMS, das die Abbildung solcher Strukturen erlaubt und sowohl als PDM als auch als DMS eingesetzt werden kann. Dies ermöglicht die Bereitstellung eines durchgängigen Product-Data-Backbones, das wiederum die Basis für die Abbildung von PLM-Prozessen darstellt. Unternehmen der betreffenden Zielgruppe müssen sich bei der Einführung von DMS oder PDM-Systemen über diese Zusammenhänge im Klaren sein, ob die Einführung des Systems nun von der Entwicklung, der IT oder einer anderen Fachabteilung geführt wird. Schnell endet das Einführungsprojekt für ein solches System im Schnittstellen Chaos oder am Ende entsteht nur eine zusätzliche Ablage für Dokumente und Daten. Struktur und Ordnung sind die Basis für Schnelligkeit und Genauigkeit. Eine bewusste und eindeutige Daten- und Dokumentenlenkung wird letztlich nur durch eine erfolgreiche Prozesseinführung auf Basis eines geeigneten Systems erzielt. (www.procad.de) Ein gemeinsames Datenrückgrat (Product-Data- Backbone), ist im besten Fall für die Zusammenführung aller Dokumente verantwortlich.


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