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BIT 02-2015

Geschäftsprozesse Office-Systeme 10 | BIT 2–2015 Sharp-Partnertagung 2015: Radikaler Turnaround in Richtung B2B „Wir sind immer noch da“ Nach der Schieflage vor zwei Jahren ist Sharp im letzten Jahr wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Auf der Fachhandelstagung Mitte Januar in Düsseldorf präsentierte das Management den rund 100 Partnern die Strategie für die nächsten Jahre. Aktuell vollzieht der Konzern gerade einen radikalen Kurswechsel in Richtung B2B. Insbesondere das Document-Solutions- Geschäft (MFP und Drucklösungen) soll gezielt ausgebaut werden. Dazu wurde die vor zwei Jahren gegründete Sharp Business Systems Deutschland (SBSD) personell stark aufgerüstet und mit Michael Erndt ein langjähriger Branchenkenner als neuer Vertriebs - direktor verpflichtet. Alexander Hermann übt sich bis auf weiteres in der Doppelfunktion als Vice President Europe und Geschäftsführer Deutschland. Ein harter Restrukturierungskurs mit zum Teil schmerzlichen Einschnitten hatte u. a. zur Folge, dass das defizitäre LCD-TV-Geschäft in Europa eingestellt, und das Consumer-Geschäft, das vormals mehr als die Hälfte des Umsatzes ausgemacht hatte, stark zurückgefahren wurde. Doch der harte Konsolidierungskurs hat sich gelohnt: Bereits zum Ende des letzten Geschäftsjahres war die Sharp Inc. wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Nächstes Ziel für das laufende und nächste Geschäftsjahr ist der schrittweise Ausbau des Bereichs Information Systems (IS), der die beiden B2B-Sparten Document Solutions (MFP und Drucklösungen) sowie Visual Systems (Displays, Beamer) bündelt. Auch hierzulande hat Sharp seine Struktur grundlegend umgebaut: Vor knapp zwei Jahren wurde die Sharp Business Systems Deutschland (SBSD) mit Sitz in Köln gegründet. Dort wurden zum einen die akquirierten Fachhandelshäuser und mittlerweile 100-prozentigen Tochterunternehmen GOP Global Office Products AG und MKT Moderne Kopiertechnik GmbH sowie sämtliche Direktvertriebsaktivitäten gebündelt. Zum anderen übernahm die SBSD zum 1. April 2014 die Verantwortung für den indirekten Vertrieb der Document-Solutions-Sparte. Ernstzunehmende Größe im deutschen Markt Alexander Hermann: „Früher war der Bereich Document Solutions eine relativ kleine Vertriebsabteilung in einem großen, CE-lastigen Konzern. Jetzt haben wir unser B2B-Geschäft in der SBSD gebündelt und können uns voll und ganz auf unser Kerngeschäft fokussieren.“ Die Zahlen sprechen für Die Sharp-Partnertagung 2015 bot einen idealen Rahmen zum Austausch und Networking im Kollegenkreis und mit dem Sharp- Management. sich: Zählte der Bereich Document Solutions, der traditionell in Hamburg angesiedelt war, vor 2012 rund 30 Mit - arbeiter, so beschäftigt die SBSD aktuell 221 Mitarbeiter – inklusive Direktvertrieb und Akquisitionen. Man verfügt über zwölf Niederlassungen bundesweit und erwirtschaftete 2014 Umsatzerlöse von 80 Mio. Euro. Von einer flächendeckenden Präsenz ist man zwar immer noch ein Stück entfernt – aber mit dieser Struktur ist Sharp im deutschen MFP-Markt zumindest eine ernst zu nehmende Größe. Das Kräfteverhältnis zwischen Fachhandels- und Direktvertrieb hält sich relativ die Waage: Aktuell erwirtschaftet Sharp 58 Prozent seines Umsatzes hierzulande im Partnerkanal. Europaweit zählt Sharp mit einer Umsatzgröße von ca. 500 Mio. Euro zwar nicht zu den Big Playern im MFP-Geschäft. „Aber wir wachsen wieder zweistellig und erzielen einen gesunden Profit“, erklärt der in der Schweiz lebende gebürtige Österreicher Alexander Hermann. Gerade letzterer bleibt in einem Markt, der das kaufmännische Einmalseins gerne aus den Augen verliert, oft auf der Strecke. Hermann: „Es ist keine Schande, Geld zu verdienen.“ Michael Erndt, Vertriebsdirektor, Sharp Business Systems Deutschland GmbH: „Wir sind ein Start-up mit 40 Jahren Erfahrung.“


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