BITKOM

BIT 06-2014

BIT 6–2014 | 71 Als hätte die Branche nicht schon genug mit einer Vielzahl von Formaten, Architekturen und Schnittstellen zu kämpfen: Auf dem letzten Arbeitskreis wurde wieder ein neuer Typ von Dokument vorgestellt und seine Auswirkungen auf die Transaktionsver - arbeitung diskutiert. Nachdem nun jedem in der Branche klar wurde, dass Versenden nicht automatisch mit Drucken verbunden ist, zieht die elektronische Variante des Versands die Beteiligten in ihren Bann wie die Schlange Ka im Dschungelbuch den kleinen Mogli. ZUGFeRD: Eine neue Form von E-Rechnung Regelmäßig bei solchen Entwicklungen wird das Anfangstempo dieser Alternativen maßlos überschätzt. Nicht schon die technischen Möglichkeiten und die nachgewiesenen Kostenersparnisse sorgen für einen Selbstläufer: In vielen Fällen fehlt es an organisatorischen und gesetzlichen Grundlagen, die für Bremsspuren sorgen – oder sogar Bedenken bezüglich der politischen Grundlagen, wie es die dieses Jahr voll entbrannte Diskussion um Sicherheit und Vertraulichkeit gezeigt hat. In diesem ambivalenten Umfeld taucht nun – wenn auch eigentlich schon seit wenigen Jahren von entsprechenden Gremien in die Wege geleitet – die Beseitigung einer weiteren Hürde auf, nachdem der Gesetzgeber die bislang größte Schranke, die signierte Form des elektronischen Versands, fallen gelassen hat: So schön die elektronische Form von Dokumenten ist – sie bringt erst dann etwas, wenn ihre Einbettung im Gesamtprozess für durchgängige Abläufe sorgt. Und dazu gehört auch das Thema ZUGFeRD, in dem es um eine der wichtigsten Dokumentenarten der Transaktionsverarbeitung geht: um Rechnungen, und zwar in diesem Fall um elektronische. Deshalb steht der hintere Teil des Akronyms FeRD für „Forum für elektronische Rechnung“ und der vordere Teil ZUG für seine Spezifikationen, den „Zentralen User Gui de“. Es geht dabei um die Übermittlung der von den Buchhaltungssystemen benötigten Daten in einer genormten Form, und zwar per Metadaten innerhalb eines Rechnungs-PDFs. Im Arbeitskreis hat Dr. Bernd Wild, der in den zuständigen Gremien an der Entwicklung der Spezifikationen beteiligt war, Einzelheiten dieses neuen Rechnungstyps vorgestellt und mit den Mitgliedern Details diskutiert. Die Diskussion war, wie zu erwarten, sehr lebhaft und zeigte, wie groß der Informationsbedarf hierzu noch ist. Neue europäische Datenschutzrichtlinien Eine der wesentlichen Grundlagen, die eher als Hemmschuh beim elektronischen Versand, aber nicht nur für ihn, gesorgt haben, sind die bitteren Erkenntnisse, die die Öffentlichkeit über den Umgang mit ihren Daten in den letzten Jahren wahrgenommen hat. Sie ziehen in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen neue bzw. erweiterte gesetzliche Regelungen nach sich. Und hier stehen neue Richtlinien ins Haus, die demnächst die EU vorgibt und die nationalen Gremien nachzuziehen haben. Hierzu wird ein Experte auf der nächsten Sitzung Anfang nächsten Jahres erwartet, der bereits im AK Printing Solution Services für reichlich Diskussionsstoff gesorgt hat. Neue Bitkom-Statuten für Anwender Ein Vorteil für die Branche ist sicherlich, dass der Bitkom seine Regeln geändert hat, die bestimmen, wer alles Mitglied werden und an den Arbeitskreisen, also auch an dem AK Output Solutions, teilnehmen kann: Ab 1. Januar 2015 können auch Unternehmen in diesem Rahmen mitmachen, die keine Anbieter, sondern reine Anwender von deren Produkten sind. Das ist insbesondere in der Transaktionsver - arbeitungsbranche geradezu überfällig gewesen: Denn gerade dort sind die Druckzentren, in denen diese Prozesse ablaufen, in vielen Fällen ausgegliederte selbstständige Einheiten, die aber auch mitunter an einen Druckdienstleister ausgesourct sind. Das wird sicherlich nochmals in diesem bereits sehr großen Kreis für weitere Diskussionsimpulse sorgen – die geliebten Netzwerkkontakte ein - geschlossen. Der Bitkom-Arbeitskreis Output Solutions informiert ZUGFeRDe, neue Datenschutzrichtlinien und anderes Getier Kontakt Arbeitskreis Output Solutions im Bitkom: Dr. Werner Broermann (Leiter des Arbeitskreises und Geschäftsführer des OMI Output-Mana - gement-Instituts, werner.broermann@ om-institut. de), Frank Früh (Leiter des übergeordneten Bitkom- Kompetenzbereichs ECM, f.frueh@ bitkom.org). Die Welt der Transaktionsverarbeitung ist so vielfältig und umfangreich wie kaum eine andere IT-Branche. Sie wird in ihren Themen von der Entstehung einer Unzahl von individuellen Dokumenten bis zu ihrer immer vielfältigeren Versendung an viele Adressaten vor lauter neue Herausforderungen gestellt: Ihr fehlt es daher nicht an Klärungsbedarf für alle Beteiligten: Hier daher wieder ein Querschnitt dieser aktuellen Themen.


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