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BIT 06-2014

Output-Zentrale und Document-Factory 58 | BIT 6–2014 zesse“, in dem er auf die Erfolgsfaktoren moderner Informationslogistik eingeht, wurden in einem fünfteiligen Vortrag die neuesten Lösungen und Entwicklungen „aus dem Compart- Labor“ präsentiert. Der Schwerpunkt lag dabei auf den Innovationen in der Applikationsentwicklung sowie der Demonstration von DocBridge File- Cab, DocBridge Pilot und DocBridge Mill Plus. Alternative zum Brief Stefan Rochlitzer von der Ergo Direkt ist in seinem Vortrag „Tuning DocBridge Delta – Automatisierte Versionsvergleiche von Vertragsunterlagen und Versicherungsbedingungen“ darauf eingegangen, welchen Schaden (Kosten, Reputation) falsche Dokumente verursachen und wie wichtig in diesem Zusammenhang gründliche und regelmäßige Tests sind. Ergo Direkt hat dafür einen automatisierten Prozess entwickelt: Ein Java-Client übernimmt die Steuerung von DocBridge Delta, was eine hohe Testqualität und den notwen - digen Durchsatz ermöglicht. In seinem Vortrag „Secure Mail in Deutschland – neue Optionen für die Alternative zum Brief“ ist Dr. Frank Wermeyer von der FW Consulting der Frage nachgegangen, ob mit De- Mail und E-Postbrief die Erwartungen bzw. die Anforderungen der Nutzer tatsächlich getroffen werden und ob es Alternativen gibt, die Einstiegs - hürden und nationale Beschränkungen zu umgehen. „Die Erwartungen von Empfänger und Sender wurden nicht erfüllt, was u. a. am Henne-Ei- Problem liegt“, erklärt Wermeyer. Schließlich habe der Gesetzgeber mit dem geschlossenen System hohe Hürden geschaffen. Ein Blick ins europäische Ausland zeigt, dass es in allen benachbarten Ländern Initiativen zum sicheren Versand gibt. So gelang in Dänemark mit „e-Boks“ ein fast flächendeckender Dienst, dessen Rahmenbedingungen allerdings nicht auf Deutschland übertragbar sind. Die schweizerische Lösung „IncaMail“ wurde den Marktbedürfnissen in Richtung offenes System angepasst und wäre auch in Deutschland nutzbar. „Allerdings würde die Nutzung dieses Modells in Deutschland eine fundamentale Abkehr von den aktuellen De-Mail-Richtlinien und ein neues Gesetz bedeuten, was recht unwahrscheinlich ist“, erklärt Wermeyer. Die Nutzung von IncaMail durch deutsche Unternehmen ist jedoch ohne Einschränkungen sofort möglich. Wermeyer ist der Ansicht, dass es ein Nebeneinander von verschiedenen (Versand-)Kanälen und somit eine konsequente Umstellung auf „Multichannel“ geben wird. Andreas Keck, Leiter Solution Sales & Client Management bei der Swiss Post Solutions GmbH, hat seinem Vortrag den Titel „Chancen und Herausforderungen an der Schnittstelle zwischen farbiger physischer und sicherer digitaler Kommunikation“ gegeben. Dabei erklärte er, warum die Swiss Post Solutions, ein Konzernbereich der Schweizerischen Post, trotz der klaren Strategie, die digitale Transformation, deren Ziel eine Erhöhung der Prozesseffizienz sowie eine Kosten- und Zeitersparnis ist, aktiv zu begleiten, in physische Output-Umgebungen investiert. Neben der Strategie zeigte Keck aktuelle Umsetzungsbeispiele bei Swiss Post Solutions auf. Unter anderem, wie wichtig die emotionale Kundenbindung durch den Einsatz von Farbe wirkt. Geistige Fitness Zum Ausklang des Fachkongresses referierte der Hirnforscher Prof. Dr. Uwe Genz über die „Strategien zur geistigen Fitness“. Der Neurowissenschafter stellt in diesem Zusammenhang das lebenslange Lernen, welche Rolle dabei die richtige Flüssigkeitsund Energieversorgung spielt und die neuesten Erkenntnisse zu Lern- und Gedächtnistechniken in den Fokus. Schließlich ist geistige Leistungsfähigkeit keine unabänderliche Eigenschaft, die man besitzt oder nicht besitzt und die dann unverändert ein Leben lang erhalten bleibt. Das Gehirn muss zur Entfaltung und Erhaltung der Leistungsfähigkeit richtig benutzt, behandelt und auch trainiert werden. „Nicht nur die körperliche Fitness ist wichtig, man darf auch geistig nicht einrosten“, betont Genz. „Durch den Job kommt die Routine. Davor war durch die Schule, die Ausbildung oder das Studium eine Entwicklung der geistigen Leistungsfähigkeit an der Tagsordnung“, gibt Genz zu bedenken: „Jeder hat die Chance, diese Entwicklung zu steuern und zu beeinflussen.“ Das nächste Comparting findet am 15. und 16. Oktober 2015 statt. (www.compart.com/comparting) Output-Management Hirnforscher Prof. Dr. Uwe Genz referierte über die Strategien zur geistigen Fitness und lebenslanges Lernen.


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