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BIT 06-2014

Geschäftsprozesse Mobiles Arbeiten /Cloud-Lösungen 28 | BIT 6–2014 Von der Stand-alone-App zur Mobilstrategie Die Macht des mobilen Kanals Mobility hat eine 15-jährige Entwicklung hinter sich. Was zu Beginn als Spielerei abgetan wurde, ist zu einem der zentralen Themen der IT geworden. Der Blick zurück zeigt, wie sich der Fokus verschoben hat. Und er macht gleichzeitig deutlich, was heute wichtig ist, wenn IT-Verantwortliche das Thema Mobility in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung stellen. Denn eine Stand- alone-Lösung wie eine App stellt noch keine mobile Strategie dar, wie Prof. Dr. Volker Gruhn, Aufsichtsratsvorsitzender der Adesso AG, deutlich macht. Die Abfrage des Kontostandes während der Wartezeit am Flughafen, das Bestellen einer Blu-ray in einer U-Bahn oder gleich den Film online in einem Café anschauen: Vor zehn Jahren noch undenkbar, sind das inzwischen selbstverständliche Tätigkeiten geworden. Die Art und Weise, wie Menschen mit Daten umgehen und wo sie konsumieren, hat sich grundlegend verändert: Sie ist zeitund ortsunabhängig ge worden. Seit 2006 gehört der Anblick von fasziniert auf ein kleines Display schauenden Passanten zum Alltagsbild. Die reguläre Website auf diesen Bildschirmen darzustellen war damals das Gebot der Stunde. Diese frühe Phase war geprägt von einem „Wir-müssenda irgendwie-mitmachen“-Ansatz – eine zentrale, bereichsübergreifende und strategische Koordination die Ausnahme. Daran hat sich wenig geändert: Häufig sind die mobilen Angebote bis heute nicht in die Unternehmensprozesse eingebunden. Der rasanten Entwicklung geschuldet, standen die IT-Verantwortlichen bald vor einer Herausforderung: Je populärer das Thema Mobilität wurde, desto größer die Anzahl der Betriebssysteme, Bildschirmgrößen und Gerätegenerationen, die berücksichtigt werden musste. Vom Nischenphänomen zum Alltagszenario Vieles wurde ausprobiert. Standards und Werkzeuge, die heute allgemein etabliert sind, existierten nicht, so dass das Augenmerk auf Einzelanwendungen lag. Erst nach und nach erkannten die Verantwortlichen, welche Macht im mobilen Kanal liegen kann. Spezielle Disziplinen, die in der „stationären IT“ bereits eine Selbstverständlichkeit waren, stehen auch im mobilen IT-Management ganz oben auf der Agen da: Dazu gehören Fragen der Backend Anbindungen, Security, Usability oder Sustainability. Von den neuen Möglichkeiten profitieren sowohl Unternehmen als auch Kunden: Der permanente Zugriff auf Kundendaten erleichtert Betreuern die persönliche Beratung vor Ort, zugleich können komplexe Produkte wie Finanzierungsangebote dank Touchscreen für den Kunden begreifbar präsentiert werden. Dabei gilt es bei der Entwicklung mobiler Lösungen, das Anwendungsszenario im Blick zu behalten. Die Erwartungshaltung und Nutzungssituationen des Anwenders zu kennen und zu bedienen: Das ist der Schlüssel für die Entwicklung erfolgreicher mobiler Angebote. Struktur statt „Stand-alone“ 2014 ist Mobility im Alltag der Anwender wie in den Köpfen von Management und IT-Experten angekommen. Immer mehr Unternehmen verstehen, dass eine Stand-alone-Lösung wie eine App noch keine mobile Strategie darstellt und die Diskussion über technische Details nicht die Auseinandersetzung mit den Anwenderinteressen ersetzen darf. Einzelaktionen werden von Prozessen abgelöst, die von Beginn an mobil modelliert sind. Anbieter verstehen es immer besser, die unterschiedlichen Kanäle zum Kunden miteinander zu verzahnen, Touchpoints werden definiert, Multichannel ist das branchenübergreifend Prof. Dr. Volker Gruhn, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Adesso AG: „Mobile ist in vielfacher Hinsicht Treiber der fachlichen und technologischen Innovation.“ Die Anforderungen an Mobilität verändern sich.


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